Radrennfahrer Mike Neuenschwander beweist Vereinbarkeit von Spitzensport und Lehre

Mike Neuenschwander

Mike Neuenschwander

Bild ZVG Schweizer Armee

Das Programm «Lehre und Sport» unterstützt junge Sportlerinnen und Sportler in ihrer Ausbildung. So auch Mike Neuenschwander. Der 19-Jährige absolviert seine KV-Lehre beim Kommando Ausbildung und ist gleichzeitig Radrennfahrer aus Leidenschaft. Der dritte Teil einer Serie zeigt Neuenschwander bei der Arbeit und belegt die Vereinbarkeit von Lehre und Spitzensport.

Montagmorgen beim Kommando Ausbildung in Bern. Mike Neuenschwander greift nach Block und Stift und verlässt den Raum. Im Korridor geht er ein paar Meter, klopft an eine Tür und betritt das Büro seines Berufsbildners Beat Hasenberger. Die beiden treffen sich zum sogenannten 14-Tage-Gespräch. Alle zwei Wochen besprechen sie die aktuellen Arbeiten, die Fortschritte im Training und Neuenschwanders schulische Aktivitäten.

Der 19-Jährige ist über einen bekannten Sportlerkollegen zur KV-Lehre bei der Armee gekommen: Radrennfahrer Marc Hirschi hat ihm an einem Radrennen vom Programm «Lehre und Sport» erzählt. Nach ein paar Schnuppertagen hat sich Mike Neuenschwander dann direkt für die Lehrstelle beworben. «Mike arbeitet in einem 50%-Pensum bei uns, seine Lehre dauert darum auch ein Jahr länger als das reguläre KV. Sonst ist es aber eine Lehre wie jede andere auch», erklärt Beat Hasenberger den Unterschied zur regulären dreijährigen KV-Lehre. Die Betreuung sei ebenfalls nicht anders als bei anderen Lernenden, einzig der Aspekt «Sport» werde in den 1- Tage-Gesprächen speziell thematisiert. Hasenberger betont: «Mir ist es wichtig, bei den Lernenden den Puls zu fühlen. Wie läuft es im Training? Wie sieht es aus mit der Schule? Beeinflusst das eine das andere?»

Mike Neuenschwander schätzt diese Gespräche mit seinem Berufsbildner sehr. «Man schaut sehr gut zu uns Lernenden, das ist toll», so der junge Radrennfahrer. Die Lehre bei der Armee sieht zudem vor, dass die Lernenden alle sechs Monate den Bereich wechseln, um auch Einblicke in andere Teile des Departements zu erhalten. «Das finde ich sehr cool! So kann ich dann am Schluss der Lehre beurteilen, wo es mir am besten gefällt und in welchem Bereich ich in Zukunft vielleicht arbeiten möchte.»

Das Programm «Lehre und Sport» empfiehlt Mike Neuenschwander jungen, disziplinierten Leistungssportlern, die motiviert sind, die Lehre mit ihrer Leidenschaft zu verbinden. Mitbringen muss man nebst guten Noten in der Schule auch eine überdurchschnittliche Leistung im Sport, die mit der Talentcard ausgewiesen wird. Als Drittes benötigt man eine Empfehlung der BWD, jener Schule, die «Lehre und Sport» anbietet. Der erreichte Abschluss ist derselbe wie bei einer regulären kaufmännischen Ausbildung: das eidgenössische Fachzeugnis. Die erreichten Leistungen im Sport, die werden jedoch mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer regulären Lehre abweichen.

Quelle: Schweizer Armee

31.1.2020

Radrennen als Leidenschaft

Leistungssportler Mike Neuenschwander ist 19 Jahre alt und befindet sich im 4. Lehrjahr seiner kaufmännischen Lehre im Kommando Ausbildung unter dem Programm «Ausbildung Lehre und Sport». Pro Woche trainiert er bis zu 15 Stunden und fährt am Wochenende Radrennen von 90 bis 130 Kilometer. Dank des flexiblen Angebots der Armee für junge Talente kann Neuenschwander die dreijährige Lehre in 4 Jahren absolvieren. Wie Mike Neuenschwander seinen Alltag in der Lehre und auch im Spitzensport meistert, wie er seine sportlichen Erfolge feiert und die bevorstehenden Herausforderungen anpackt, thematisiert die nächste Folge dieser Serie.

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