Asylzentrum in Rothenburg wird vorzeitig geschlossen

Asylheim Rothenburg

Asylheim Rothenburg

Bild ZVG Kanton Luzern

Das Asylzentrum in Rothenburg wird Ende Juni 2020 vorzeitig geschlossen. Grund dafür sind die rückläufigen Asylgesuche. Von der Schliessung betroffen sind zwölf Mitarbeitende der Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen (DAF).

2016 wurde das Durchgangszentrum (DGZ) Rothenburg eröffnet. Vorgesehen war eine Betriebsdauer bis Ende 2020. Nun wird das Zentrum sechs Monate früher als geplant geschlossen. «Die Schliessung einer kantonalen Unterkunft wird situativ anhand der Zuweisungen, des Gesamtbestands und den Prognosen des Bundes beurteilt», begründet Silvia Bolliger, Leiterin der DAF, den Entscheid. «Im Kanton Luzern bewegen sich die Zuweisungen auf tiefem Niveau, der Bestand der Asylsuchenden nimmt schon länger konstant ab. Der Bund geht in einer ersten Prognose davon aus, dass sich die Situation im nächsten Jahr ähnlich präsentieren wird wie 2019. Deshalb haben wir entschieden, Plätze abzubauen.»

Kaum mehr Neuzuweisungen

Wurden dem Kanton Luzern 2015 im Durchschnitt monatlich rund 160 Asylsuchende zugewiesen, so waren es im laufenden Jahr nur noch 27 Personen pro Monat. Zurückzuführen ist dies einerseits auf den generellen Rückgang der Asylgesuche, andererseits auf das neue Asylverfahren, das seit März 2019 in Kraft ist. Seitdem wird nur noch rund ein Drittel der Asylsuchenden im Verfahren auf die Kantone verteilt.

Leere Betten in den Zentren

Entsprechend sank auch die Auslastung der Zentren. Mit der Schliessung des DGZ Rothenburg reduziert der Kanton seine Plätze von 565 auf 405. So sollen Kosten gespart und eine bessere Auslastung der übrigen vier Zentren erreicht werden. Bolliger ist sich bewusst, dass sich die Lage schnell ändern kann: «Um schwankungstauglich zu bleiben, bestehen deshalb noch 250 Reserveplätze. Diese können wir in Zeiten grossen Andrangs innert kurzer Frist bereitstellen.»

Zwölf Mitarbeitende betroffen

Die Schliessung des DGZ bedeutet einen Abbau von 9,6 Vollzeitstellen. Betroffen sind zwölf Mitarbeitende, die über den Entscheid bereits informiert wurden. Für sie sind flankierende Massnahmen geplant. Ausserdem werden die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden bei internen Vakanzen prioritär berücksichtigt werden. Für zwei Mitarbeitende wurden intern schon Anschlusslösungen gefunden.

5.12.2019