Kanton Zug: Sicherheit im Kanton Zug – Polizeiliche Statistik 2018

Zuger Polizei

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Bild ZVG Kanton Zug

Die Polizeiliche Statistik weist für den Kanton Zug erneut eine stabile Sicherheits-, Kriminalitäts- und Verkehrslage aus. Die Anzahl registrierter Straftaten hat abgenommen und die Unfallzahlen entwickeln sich trotz steigendem Verkehrsaufkommen positiv. In den kommenden Jahren warten einige Herausforderungen auf die Polizei.

2018 sind die Verkehrsunfallzahlen im Kanton Zug erneut gesunken. Es ereigneten sich 787 Verkehrsunfälle, 45 weniger als im Vorjahr. Es ist dies der tiefste Stand seit 2009. Eine Frau ist ums Leben gekommen (2017: drei Todesopfer). Die Zahl der Schwerverletzten ist um 3 auf 62 gesunken. Ebenfalls eine Abnahme gab es bei den Leichtverletzten und zwar von 17 auf 220 Opfer.

Von den 787 Unfällen im Jahr 2018 waren der grösste Teil (239) Schleuder- oder Selbstunfälle, gefolgt von Auffahrunfällen (163) und Parkierunfällen (142). Nach wie vor ist die Ablenkung die häufigste Unfallursache. Im dichten Verkehrsgeschehen kann bereits die kleinste Unaufmerksamkeit zu einem Unfall führen. Insbesondere im Berufsverkehr sind teilweise massive Verkehrsbehinderungen die Folge.

Im Kriminalbereich sank die Gesamtzahl der erfassten Straftaten um 584 auf 5663 und liegt damit rund 11 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Bei den Straftaten aus dem Strafgesetzbuch sind es 517 Delikte weniger als im Vorjahr. Während die Straftaten gegen das Vermögen weiter rückläufig sind, haben die Betäubungsmitteldelikte um 11 Prozent zugenommen.

Pro tausend Einwohnerinnen und Einwohner wurden im vergangenen Jahr im Kanton Zug 34.8 Straftaten aus dem Strafgesetzbuch registriert. Dank der hohen Präsenz und einer wirksamen Präventionsarbeit der Polizei liegt Zug damit deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 51 Straftaten pro tausend Einwohnerinnen und Einwohner.

Deutlich höhere Aufklärungsquote bei den Einbruchsdelikten

2018 haben sich 303 Einbruchdiebstähle ereignet. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 22 Prozent. Am häufigsten betroffen waren Mehrfamilienhäuser (118 Mal), gefolgt von Einfamilienhäusern (58 Mal) und Geschäftsräumen (29 Mal). Zur erfolgreichen Bekämpfung der Einbruchkriminalität hat die Zuger Polizei verschiedene Massnahmen getroffen. Unter anderem wurde das polizeiliche Einsatzdispositiv geändert sowie in die Analyse investiert. Durch diese Massnahmen konnte die Aufklärungsquote gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent gesteigert werden.

Anstieg der Cyberkriminalität

Die zur Anzeige gebrachten Cyberfälle haben nochmals zugenommen. Spezialisten der Zuger Polizei bearbeiteten insgesamt 222 Delikte. Dabei ging es unter anderem um Cyberbetrug sowie Cybermobbing. Ein leichter Rückgang ist beim Phänomen Phishing zu verzeichnen. Dies ist auf die verstärkte Cyberprävention zurückzuführen. Nach wie vor stark gefordert sind die Cyberermittler im Bereich Kryptowährungen und Blockchain-Technologien.

Schwerpunkte Einbruch, Cyberkriminalität und Verkehrssicherheit

Im laufenden Jahr liegen die Schwerpunkte im Bereich der Kriminalität weiterhin auf der Bekämpfung und Aufklärung der Einbruchsdelikte. «Dabei zählen wir weiterhin auf die Unterstützung der Bevölkerung. Verdächtige Personen oder Fahrzeuge, die nicht in ein Quartier gehören, sollten unverzüglich dem Polizeinotruf 117 gemeldet werden. Dank solchen Hinweisen ist es uns gelungen, im 2018 zahlreiche Straftaten zu verhindern und mehrere Täter in flagranti zu verhaften», erklärt Polizeikommandant Thomas Armbruster.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Zuger Polizei bei der Bekämpfung der Internetkriminalität. «Die Bandbreite der Straftaten ist enorm und die Fantasie der Cyberkriminellen kennt beinahe keine Grenzen. Aufgrund der steigenden Deliktszahl werden wir uns im kommenden Jahr mit weiteren Spezialistinnen und Spezialisten verstärken. Nur so können wir mit der Entwicklung und dem Einfallsreichtum der Täterschaft Schritt halten», erklärt Thomas Nabholz, Chef Kriminalpolizei.

Dank gezielter Kontrollen und Präventionsaktionen sollen im Bereich der Verkehrssicherheit die Zahlen der Hauptunfallursachen wie Geschwindigkeitsübertretungen, Vortrittsmissachtung und Ablenkung weiter sinken.

Höhere Belastung – rückläufige Polizeidichte

Der Kanton Zug wächst – Bevölkerung, Firmen, Fahrzeuge und Pendler nehmen stetig zu. Damit die Sicherheit weiterhin auf diesem hohen Niveau gewährleistet werden kann, muss die Polizei mit diesem Wachstum Schritt halten können. Im Rahmen der Sparmassnahmen der letzten Jahre baute die Zuger Polizei 12 Stellen ab. «Aktuell kommt im Kanton Zug eine Polizistin oder ein Polizist auf 527 Einwohnerinnen und Einwohner. Der Schweizer Durchschnitt hingegen liegt bei eins zu 454», gibt Sicherheitsdirektor Beat Villiger zu bedenken. «Um den Anforderungen und dem Wachstum gerecht zu werden, braucht die Zuger Polizei entsprechende personelle Ressourcen», wie Beat Villiger weiter betont.

Neue Herausforderungen – steigende Anforderungen

Die Zukunft bringt für die Zuger Polizei einige Herausforderungen. «Neben der Kriminalitätslage ist die grösste Herausforderung aus heutiger Sicht sicher die Digitalisierung. Einige Projekte, wie zum Beispiel die mobile Einsatzführung, haben wir bereits umgesetzt, andere Projekte müssen wir dringend angehen. Auch mit den technischen Errungenschaften der Gesellschaft müssen wir Schritt halten können», sagt Polizeikommandant Thomas Armbruster. Wie er weiter ausführt, werden die hohen Anforderungen an jeden einzelnen Mitarbeitenden weiter steigen. Diesen Ansprüchen gilt es gerecht zu werden und den Mitarbeitenden die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen.

Quelle: Zuger Polizei

28.3.2019