Mama, s'LUZART komposchtiert

Immer wieder Sonntags

Sonntag, 22. Januar 2017

Oliver Felix Müri-Hardy, ehemaliger SVP-Präsident Luzern, Nationalrat und gescheiterter Unternehmer (Konkurs mit Ofenfirma), feiert heute seinen 59. Geburtstag.

Unser heutiges Geburtstagskind

Oliver Felix Müri-Hardy, SVP (Nationalrat/LU), ist der Prototyp oder, je nach Lesart, die Karikatur eines SVP-Politikers. Seit 2003 gehört Felix Müri dem Nationalrat an. Während in anderen Zentralschweizer Sektionen die SVP von Sieg zu Sieg eilt und die CVP-Hochburgen reihenweise geknackt hat, harzt es in seinem Heimatkanton. Die Luzerner SVP stellt sich immer wieder selber das Bein. Ihr Finanzdirektor Daniel Bühlmann musste sich wegen privater Betreibungen erklären und wurde abgewählt. Müri gab 2004 das kantonale Parteipräsidium ab, nachdem seine Firma den Konkurs angemeldet hatte. Inzwischen ist Müri wieder im Cheminée-Import tätig. Vor allem aber ist er als Berufspolitiker unterwegs und auf den Geschmack gekommen. Neben dem eidgenössischen Parlament gehört er dem Europarat in Strassburg an und sorgt für wesentlich mehr Spesen als Schlagzeilen. Mit einer Ausnahme: Als der Europarat die Minarett-Initiative der SVP einhellig verurteilte, verpasste Müri die Abstimmung. Aus Zufall, wie er nachher beteuerte. Müri ist heute Teil jener Classe politique, die seine Partei im Grundsatz ablehnt. (Quelle: Weltwoche).

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22.1.2017

Video zum Geburtstag: Oliver Felix Müri-Hardy – der Gnadenlose TV

Video zum Sonntag – «Women in Trouble» (Kömodie, ganzer Film auf Deutsch)

Sunday-News

Sunday-News

Alte, Krippen, Suchtkranke: In den kommenden Jahren muss die öffentliche Hand laut einer Prognose des Bundes im grossen Stil rekrutieren.

Der «Sozialstaat Schweiz» wird massiv wachsen. Laut einer Prognose des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) werden bis 2030 bis zu 134'000 zusätzliche Vollzeitstellen nötig sein, um alte, behinderte oder suchtkranke Menschen zu betreuen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Den höchsten Personalbestand berechneten die Forscher des BSV für die Altenpflege. In Schweizer Betagtenheimen sollen bis in 15 Jahren 140'000 Vollzeitbeschäftigte arbeiten. Auch die Institutionen für Behinderte, Suchtkranke und psychisch Kranke werden deutlich mehr Personal einstellen müssen, um ihre Klienten versorgen zu können.

«Organisationen werden an Grenzen stossen»

Das Sozialwesen wächst laut der Bundesprognose wegen der Bevölkerungszunahme und weil wir immer älter werden, dabei aber nicht unbedingt gesund bleiben. Selbst einen schweren Schlaganfall überleben wir dank Intensivpflege um Jahre. Auch Suchtkranke und Behinderte haben eine zunehmende Lebenserwartung.

Bereits heute haben Heime und soziale Institutionen allerdings Probleme geeignete Fachkräfte zu finden. «Die bestehenden Organisationen werden an Grenzen stossen», sagt Donat Knecht, Dozent für Sozialpolitik an der Hochschule Luzern.

Fehlendes Personal in Krippen

Einzelne Institutionen würden ihre Angebote nicht mehr aufrechterhalten können. Personalknappheit wird vorab in Kinderkrippen herrschen, die ihren Personalbestand bis 2030 laut dem Bund nahezu verdoppeln.

Die Konferenz der Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) prüft deshalb, ob Migrantinnen weitergebildet und vermehrt in der Kinderbetreuung eingesetzt werden können.

Quelle: Tages-Anzeiger

22.1.2017

Breaking News

Breaking News

Christoph Blocher hat Roger Köppel als Nachfolger designiert. Die Rechtspartei wird sich weg vom «Dächlikappenfreisinn» bewegen. Und vom Trump-Phänomen lernen.

In der voll besetzten Bergkirche Hallau verabschiedet sich am Montagnachmittag eine Trauer­gemeinde vom ehemaligen Pfarrer und Gemeindepräsidenten Gerhard Blocher. Dieser Blocher war ein evangelikaler Traditionalist, er stand seinem Bruder Christoph näher als alle anderen neun ­Geschwister, oft telefonierten sie zusammen. Gerhard Blocher war verschiedentlich auch für einen skurrilen Auftritt in den Medien besorgt, oft abgründig – etwa als er im SRF-Dokumentarfilm vor Christoph Blochers anstehender Wiederwahl als Bundesrat ein Sackmesser zückt, um zu zeigen, wie sich sein Bruder im Nahkampf gegen die Feinde im Bundeshaus behaupten müsse. Pfarrer Markus Sieber würdigt die Unerbittlichkeit des streit­baren Kollegen, das Appenzeller Bergwaldchörli sorgt für einen versöhnlichen Abschied.

Am Abend trifft sich politisch interessiertes Publikum am «Weltwoche»-Podium im Zürcher Renaissance-Tower. Thema: «Das Phänomen Donald Trump». Hier weht der Zeitgeist des urbanen Zürich-West-Quartiers. Die traditionelle SVP-Basis, einst Stammgäste am Puurezmorge der Partei, ist zwar auch vertreten, aber sie stellt unter den 350 Zuhörern vielleicht noch knapp die Hälfte. Man erkennt sie daran, dass sie ihre Plätze schon eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn eingenommen hat. Je näher der Beginn des Podiums rückt, umso mehr füllt sich der Saal auch mit jüngeren Zuhörern, gestylte Männer mit Schärpe und gegeltem Haar, Frauen mit faltenlosen Gesichtern. «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel begrüsst in perfektem Englisch, bietet Kopfhörer an für die Simultanübersetzung – kaum einer braucht sie.

Zwei Welten an diesem winterlichen Montag. Dort die alte SVP-Welt: Bergkirche, Jodel, der Blick zurück und ins Klettgau – hier die neue SVP-Welt: der Blick nach vorn und auf die beleuchtete Skyline von Zürich-West. Dort Blocher, hier Köppel. Einig ist man sich im Wohlwollen zum Start der Trump-Administration, in der Befriedigung über den politischen «Change!». In der Häme über die Medien, die Trumps Wahlsieg nicht haben kommen sehen und in der Deutung dem «Verblödungssyndrom» (Köppel) anheimgefallen sind. Und – ­rituell – in der Verachtung der politischen Elite, die total versagt hat: «Das Temperament Donald Trumps gegen die Korruption Hillary Clintons» (Podiumsteilnehmer John McLaughlin) und ­Washington, «das Hollywood für hässliche Menschen» (Amy Holmes).

Das Podium ist so ausgewogen wie eine Ausgabe der «Weltwoche». John McLaughlin, Trump-Freund und Berater, lässt nichts auf Trump kommen. Der Demoskop war beteiligt am Wahlerfolg, weil er Trump riet, im Wahlkampf konsequent auf die Botschaft «Change!» zu setzen. Umfragen ­seiner Firma hatten zu Beginn des Wahlkampfs eine Mehrheit von 57 zu 34 Prozent für eine Wende ergeben. Die konservative Analystin Amy Holmes hat Trump zwar nicht gewählt, aber Hillary natürlich auch nicht. Ihre Kritik an Trump beschränkt sich auf seine fragwürdige Haltung gegenüber Frauen, seine Vulgarität und die Abkehr vom Freihandel. So ganz überzeugt scheint sie ausserdem nicht, ob Trump ein Konservativer ist, aber danach will sie die Harmonie auf dem Podium nicht mehr stören und stimmt mit ein in die Trump-Euphorie: «Er ist für die Afroamerikaner eine Riesenchance.»

Einer auf dem Podium ist noch rechter

Bob Lutz, ehemaliger US-Kampfpilot und Chef von GM, Ford und Chrysler, zeigte sich von allem Anfang an als Trump-Fan und ist begeistert über diese «Revolution ohne Blutvergiessen». Er ist in seinen Aussagen so holzschnittartig, dass Köppel mit Erstaunen feststellt, dass einer auf dem Podium noch rechter ist als er selbst. Er nennt Lutz eine «Car Legend», die Übersetzerin in die Gebärdensprache mimt Drehungen am Steuerrad. Trumps Drohungen gegen die Autoindustrie darf man laut Lutz aber nicht wörtlich nehmen – Hauptsache, er senke die Unternehmenssteuern. Und auch die Mauer an der Grenze zu Mexiko sei bloss als Metapher zu verstehen, verstärkt werde an dieser Grenze in erster Linie die elektronische Überwachung. Diskussionsleiter Köppel bleibt die Rolle des gut gelaunten, kritischen Fragestellers. Über allem steht sein Interesse, zu verstehen, was man aus dem Phänomen Trump lernen kann. Denn auch in der Schweiz ist «Change!» angesagt, und die trumpsche Mischung aus Konservatismus, Liberalismus und Protektionismus könnte dereinst auch die SVP mehrheitsfähig machen.

«Die Partei wird sich ihre Haare nicht blond färben, viele SVPler finden Trump eher fragwürdig», sagt Köppel nach dem Podium, «aber man nimmt das Phänomen ernst.» Es stehe für das weitverbreitete Unbehagen gegenüber einer übertriebenen, fiebrigen Globalisierung, gegenüber offenen Grenzen, unkontrollierter Zuwanderung, abgehobenen Politikern und Journalisten, die ihnen zudienen. Das ist das blochersche Programm 2.0, mit erhöhtem Misstrauen gegen die Globalisierung. Man will den Spagat machen zwischen Konservatismus, Liberalismus und Protektionismus – eher die Übung für einen sportlichen Jungpolitiker als für einen Konservativen, der gestern Abend seinen 29. Albisgüetli-Auftritt hatte und bei den nächsten nationalen Wahlen kurz vor seinem 80. Geburtstag stehen wird. Blocher bezeichnete Köppel zu Jahresbeginn in einem «Blick»-Porträt als «einen der wenigen Grundsatzpolitiker», die die grossen Linien im Auge behielten. Und: «Er wäre ein guter Nachfolger.»

Gemeinsamen Bewunderung für starke Männer

Die Suche nach der gemeinsamen grossen Linie begann vor sechzehn Jahren mit einem Interview. Köppel, damals Chefredaktor des «Magazins» von «Tages-Anzeiger» und «Der Bund», befragt den Unternehmer und kantonalen SVP-Parteichef Christoph Blocher im Frühsommer 2000. Es wird ein angeregtes Gespräch, die beiden scheinen sich zu mögen und zu verstehen. Blocher passt die Direktheit in der Fragestellung Köppels schon gleich zu Beginn: «Warum tun Sie sich das an?» Und die unterschwellige Bewunderung: Blocher ist für Köppel «ein Phänomen» (wie Trump heute), «er beherrscht die Debatten» und hat «immense Wirkung auf die Medien». Man trifft sich in der gemeinsamen Bewunderung für starke Männer der Geschichte: Erwin Rommel, den einstigen deutschen Feldmarschall in Afrika, Feldmarschall Bernard Montgomery, Winston Churchill, den britischen Kriegspremier.

Herausgefordert und zugleich getragen, sagt Blocher in diesem Gespräch viel Interessantes zu seinem Verständnis als Unternehmer und Politiker: Dass er sehnsüchtig darauf warte, sich aus der Politik zurückzuziehen. Dass er ständig daran zweifle, ob er wirklich etwas bewirke. Dass es losgehe, wenn man erst einmal auf dem Ross sitze, vielleicht in freudigem Galopp – und sei es in den Krieg. Dass er mit seiner Ehefrau intensiv hätte arbeiten müssen, bis sie mit vier Kindern seine Doppelbelastung als Politiker und Unternehmer akzeptierte. Und dass man in der Politik auch lügen dürfe.

«Ein steiniger Weg steht bevor»

Köppel bedankt sich nach dem Interview für das überaus interessante Gespräch. Und erhält daraufhin von Blocher einen langen handgeschriebenen Brief. Blocher hat die Debatte auch gefallen, und er kann sich vorstellen, dass Köppel dereinst einen ähnlichen Weg einschlägt wie er. Es werde ein ­steiniger Weg werden, schreibt Blocher, mit vielen Anfeindungen.

Aber Köppel tendiert damals eher zum Freisinn, die SVP passt nicht zu seinem Lebensstil. Er bezeichnet sie als «Dächlikappenfreisinn» und vermutet, dass sie mit dem Wahlerfolg von 1999 ihren Höhepunkt erreicht und inzwischen überschritten habe. Jetzt sieht er die Zeit gekommen für eine neue starke FDP, die nicht mehr laviert, sondern an den grossen Erfolg 1979 unter dem Motto «Mehr Freiheit, weniger Staat» anknüpfen soll. Und gleichzeitig sozialliberal ist, eine Art «New Left» im Stile von Blair und Schröder. Köppel trifft in diesem Frühsommer auch Ulrich Bremi zum Gespräch, den «letzten Vertreter des wahren Zürcher Freisinns». Ein Jahr zuvor hat er Franz Steinegger getroffen, blieb aber von den Antworten des Urners unbefriedigt. Er sieht den Freisinn vor einer einmaligen Penaltychance: Ein Jahr danach wird er Steineggers Nachfolger Gerold Bührer zum Mittagessen treffen und enttäuscht sein, dass kein intellektuell herausforderndes Gespräch entsteht. Bührer wird den Penalty für die FDP nicht versenken, ein Jahr später schon tritt er als Parteipräsident zurück.

Die SVP-Mythen

Drei Jahre bevor Köppel 1997 Chefredaktor des ­«Magazins» wird, hat er an der Universität Zürich seine Lizenziatsarbeit über Carl Schmitt geschrieben. Sie ist eine Auseinandersetzung mit der Theorie des deutschen Staatsrechtlers, der später Anti­semit und überzeugter Unterstützer des National­sozialismus war. Schmitt kommt in seinen Schriften 1916 bis 1936 zum Schluss, dass der säkulare Staat durch Mythen unterlegt werden muss. Mythen seien für die Nationenbildung stärker als alle rationalen, aufklärerischen Momente.

Schmitt legt in seinem Werk dar, dass die Politik über Gefühle, Vorurteile und Sehnsüchte Macht über die Motive von Menschen gewinnt. Das kann zum Guten oder zum Schlechten dienen, zur simplen Manipulation oder zur quasireligiösen Begründung moderner Staatlichkeit. Schmitt und Köppel benennen diese Mythen: Heimat, Familie, Vaterland, Identität, Neutralität, Unabhängigkeit, Volk – das ganze blochersche Programm. Und auch die ­direkte Demokratie wird von der SVP inzwischen als Mythos propagiert. Denn wenn man sie ernst nähme, müsste man sich davor hüten, die Stimmbürger mit einem Burka-Plakat gegen die erleichterte Einbürgerung irrezuführen.

Als Köppel 2016 vor den SVP-Delegierten auftritt, spielte er auf der Klaviatur des nationalen Mythos, von der Souveränität über den drohenden Verlust von Volks- und Freiheitsrechten bis zum «700-jährigen Kampf gegen fremde Richter» – vorgetragen im helvetischen Sprachduktus und mit dem Armrudern Blochers, verschiedentlich unterbrochen durch «Bravo Roger!»-Rufe und Applaus.

Aber er kann auch anders: Im Zürcher Renaissance-Tower zeigt sich Köppel als neugieriger, selbstironischer Diskussionsleiter. Die Mythen zeigen sich nur zwischendurch, etwa im Hinweis, dass die Schweiz viel älter und weiser sei als die USA. Und Köppel scheint die Euphorie für Trump nicht ganz geheuer: «Was sind die grössten Risiken, wenn Trump an der Macht ist?» Das Podium sieht kaum Risiken, vielleicht Trumps Temperament, die Gefahr auch, dass ihn der Kongress bremst.

Welche Kritik Blocher liebt

Es bleibt die grosse Frage, wie sich Konservatismus, Liberalismus und Protektionismus vertragen. Sie beschäftigt die SVP seit ihrem Nein zum freien europäischen Binnenmarkt 1992. Stets war dabei die Freizügigkeit der Arbeitskräfte das Hauptargument. Im Jahr 2000 unterstützte die Partei auch die an der Urne gescheiterte Beschränkung des Ausländeranteils in der Bevölkerung auf 18 Prozent. Damit entferne sich die Partei «in die Randzonen einer politischen Esoterik» kritisierte Köppel damals. Der schleichende Abgang des «grossen Vorsitzenden» Christoph Blocher habe den Weg frei gemacht für Konservative vom Schlage eines Ulrich Schlüer, der die Ideale einer Schweiz vor 50 Jahren eruiere. Die SVP habe sich mit ihren Wahlerfolgen einen Klumpfuss an nationalkonservativen und destruktiven Elementen eingehandelt, der sich als unüberwindbares Handicap auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Wirtschaftspartei erweise.

Köppel und Blocher, der diese Art von Kritik liebt, bleiben im engen Austausch. 2005 etwa lädt Köppel den SVP-Politiker zur Feier seines 40. Geburtstags nach Berlin ein. Er ist zwischenzeitlich Chefredaktor der deutschen «Welt», die «Weltwoche» ist Teil des Jean-Frey-Verlags im Besitz einer Aktionärsgemeinschaft um den ultraliberalen Tessiner Financier Tito Tettamanti, hinter der Christoph Blocher steht. Tettamanti und Blocher treten die «Weltwoche» im Oktober 2006 an Köppel ab und machen ihn so zum Unternehmer. Damit wiederholt sich 35 Jahre später Blochers Geschichte bei der Übernahme der Ems-Chemie, ihre Biografien beginnen sich zu ähneln: Beide sind auf Konfrontationskurs mit den Linken und Grünen, beide zugleich in Konfrontation mit dem bürgerlichen Establishment, dem sie Bequemlichkeit und Filz vorwerfen. Und beide sind sie auf Mission, getrieben von einem Auftrag. Im «Blick»-Porträt sagt Köppel: «Ich muss mich zur Verfügung stellen.»

Das Beeindruckende an Blocher sei, dass er dieser Partei eingeimpft habe, dass man zuerst ans Land denken soll und zuletzt an sich selber, sagt Köppel. «Diese Stärke muss die Partei unbedingt behalten.» Blocher brauche keinen Nachfolger, die Partei keine neuen Akzente: «Die SVP kämpft für die Schweiz mit ihrer grossartigen freiheitlichen Staatsform, das ist in Zeiten von Verfassungsbrüchen und geplantem Rahmenvertrag mit der EU wichtiger denn je.»

Köppels Beitrag zur neuen SVP wird dennoch grösser sein als jener Blochers – weg vom «Dächli­kappenfreisinn» hin zu einer modernen Rechtsaussenpartei. Seine «Weltwoche» spielt in diesem Prozess der Erneuerung die Rolle der Zuchtmeisterin. Sie soll dafür sorgen, dass der Erfolg die SVP nicht «schlaff und gleichgültig» (Blocher) macht. Die unerwarteten parteiinternen Kritiken haben ­inzwischen weit grössere Wirkung als die rituellen Polemiken gegen Linke und Grüne.

Kritik an den eigenen Bundesräten

Kritisiert und letztlich zum Abschuss freigegeben wird, wer sich wirtschaftlich nicht korrekt verhält (Bruno Zuppiger). Wer ausserhalb des Landwirtschaftssektors zum Protektionismus neigt (die Romands, die Tessiner, die Thurgauer). Kritisiert wird, wer esoterisch argumentiert wie die Impfgegnerin Yvette Estermann. Wer zu Verschwörungstheorien neigt wie der Walliser Sicherheitsdirektor Oskar Freysinger. Wer windschlüpfrig ist und sich von anderen Parteien für Exekutivämter nominieren lässt (Hannes Germann, Thomas Hurter). Wer sich als Sesselkleber im Amt erweist, ohne rechte Akzente zu setzen (Maximilian Reimann). Wer als Parlamentarier wenig von sich reden macht (Gregor Rutz). Von Kritik nicht verschont werden auch die eigenen Bundesräte: Ueli Maurer etwa kann sich Anfang 2016 einzig durch den Wechsel ins Finanzdepartement davor retten, für die SVP im VBS zu einem halben Bundesrat zu werden. Guy Parmelin tritt sein Amt dort auf Bewährung an – die gesamte Weissweinfraktion im Bundeshaus steht unter dem Generalverdacht des Schlendrians.

Hilfreich, wer in der Bewährungsphase mit den Zuchtmeistern spielt. Der stellvertretende «Weltwoche»-Chefredaktor Philipp Gut etwa oder SVP-Parlamentarier Peter Keller. Gut ist zugleich Autor der deutschen Wochenzeitschrift «Junge Freiheit». Köppel bezeichnete dieses Umfeld noch 1994 in seiner Lizenziatsarbeit als diffuse Protestbünde im schwülen Klima rechtsgerichteter Postillen. «Ich stand damals wie heute der unkritischen Verklärung Carl Schmitts in deutschnationalen Publikationen kritisch gegenüber», sagt er dazu, «die ‹Junge Freiheit› hat seither eine Wandlung hingelegt, für die ich grossen Respekt habe.»

Wohlwollen für Breitbart

Im Unterschied zu Gut, Freysinger und Blocher sind von ihm keine Kontakte in die Rechtsaussenszene bekannt. Aber die «Weltwoche» widmet sowohl der Identitären Bewegung wie dem US-News­portal «Breitbart» wohlwollende Porträts – beide sind mit der rechtsextremen Szene vernetzt. Auch Blocher mochte als Präsident der Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) einen Altnazi nicht ausschliessen, um rechts von der SVP keinen Raum zu eröffnen.

Das Podium im Renaissance-Tower endet mit grossem Applaus für die Trump-Anhänger McLaughlin und Lutz und die gewendete konservative Kritikerin Amy Holmes. Köppel lässt sich von seiner PR-Beraterin Esther Friedli symbolträchtige Geschenke für die Podiumsteilnehmer reichen: einen Toggenburger Biber und ein Schweizer Offizierssackmesser. «Ich hab schon eines», sagt «Car Legend» Bob Lutz und weist es gleich vor, «aber eines mehr kann man immer brauchen.»

Quelle: Tages-Anzeiger

22.1.2017

Gekommen-um-zu-bleiben News

Gekommen-um-zu-bleiben-News

Nur noch jeder zweite tibetische Flüchtling darf hier bleiben. Doch wohin sollen die Abgewiesenen? Die Tibeter sind Staatenlose.

Es waren nicht die «Free Tibet»-Transparente, welche tibetischen Demonstranten während des chinesischen Staatsbesuchs zu Öffentlichkeit verhalfen, es war der rigide Polizeieinsatz gegen sie. Medien zitierten sie darauf, dass China seine Politik der Unterdrückung in Tibet weiter verschärfe, Menschenrechte verletze und die Meinungsfreiheit missachte.

Dennoch ist es für tibetische Flüchtlinge schwieriger geworden, in der Schweiz bleiben zu dürfen, wie die neusten Zahlen der Asylstatistik zeigen. Die sogenannte Schutzquote fiel Ende November 2016 auf 50,2 Prozent und war damit so tief wie seit Jahren nicht mehr. Das heisst, nur noch jeder Zweite der 334 Asylsuchenden wurde als Flüchtling anerkannt oder zumindest vorläufig aufgenommen. In früheren Jahren bewegte sich die Quote zwischen 65 und 85 Prozent. Gleichzeitig wurden mit 13,5 Prozent weniger Tibeter als Flüchtlinge anerkannt (Vorjahr: 16,8 Prozent). Da Tibeter offiziell als Chinesen registriert werden, umfassen diese Zahlen alle chinesischen Asylsuchenden. Meist handelt es sich dabei aber um Tibeter.

Grund für die strengere Praxis ist ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Es entschied 2014, dass jene Flüchtlinge, die fälschlicherweise behaupteten, noch in Tibet sozialisiert worden zu sein, auch andernorts geduldet würden – dort, wo sie tatsächlich längere Zeit lebten. Adrian Schuster von der Flüchtlingshilfe kritisiert jedoch, das Staatssekretariat für Migration (SEM) könne oft nicht mit Sicherheit beurteilen, ob jemand aus dem Tibet komme oder nicht. Es ziehe häufig keine Experten mehr bei, sondern stützte sich auf unzuverlässige Quellen wie Wikipedia oder Google Maps. So könne der Eindruck entstehen, dass ein Flüchtling die Region gar nicht kenne und «unglaubhafte Angaben» mache: Manche Dörfer etwa haben zwei Namen – je nachdem, von welcher Seite man sie betritt. Auch das Bundesverwaltungs­gericht erachtet Wikipedia nicht als zitierfähige Quelle und rügte 2015 deswegen das SEM. Dieses erklärt jedoch, seine Mitarbeiter würden speziell geschult.

Tibeter sind Chinesen

Tibeter, deren Asylgesuch abgelehnt wurden, geraten in eine schwierige Situation: Im Gegensatz zu anderen Flüchtlingen haben sie keinen Heimatstaat mehr. Offiziell sind sie Chinesen, können aber nicht nach China zurückgeschafft werden, weil sie dort verfolgt werden könnten. «Die Tibeter sind Staatenlose. Wohin können sie noch gehen?», fragt eine Tibeterin. Sie arbeitet für die Betreuungsstelle Shenpen, die abgewiesene Tibeter unterstützt, möchte aber nicht namentlich genannt werden. Nach Ansicht des SEM könnten Abgewiesene nach Nepal oder Indien zurückkehren. Alle Tibeter mussten über diese Länder in die Schweiz kommen, es gibt keinen anderen Weg mehr. Und praktisch alle bleiben dort mehrere Monate oder Jahre, um Geld für die Reise zu verdienen und Leute ausfindig zu machen, die ihnen weiterhelfen. «Man kann dort nicht einfach in ein Reisebüro gehen und die Reise buchen», sagt die Tibeterin. Wenn sie dort aber länger blieben, könne es sein, dass ihr Asylgesuch abgelehnt werde.

Selbst Tibeter, die sich dort legal aufgehalten hatten, können nicht zurückkehren, wie es bei der Flüchtlingshilfe heisst. Deren Aufenthaltsdokumente sind abgelaufen und können nicht aus dem Ausland erneuert werden. Gemäss «NZZ am Sonntag» will das SEM 250 chinesische Staatsangehörige, meist Tibeter, ausschaffen, kann aber die erforderlichen Papiere nicht beschaffen. Das SEM erklärt auf Anfrage, die grosse Mehrheit der Abgewiesenen würden ihre wahre Identität verschleiern und bei der Beschaffung der Papiere nicht mitwirken.

So übernachten viele abgewiesene Flüchtlinge in Notunterkünften oder arbeiten schwarz zu Tiefstlöhnen – nach Ansicht der Flüchtlingshilfe ein unhaltbarer Zustand. Sie fordert, dass das SEM Flüchtlingen, die sie nicht als solche anerkennt, zumindest den Status der vorläufigen Aufnahme erteilt. So könnten sie wenigstens legal arbeiten.

Quelle: Tages-Anzeiger

22.1.2017

Bad News

Bad News

Die Vereinigung Islamische Jugend Schweiz will muslimische Jugendliche fördern. Die Jugendorganisation hat aber auch einen direkten Draht zu Islamisten in der Schweiz und Bosnien.

Sie bietet Ausflüge in den Europapark an, führt Fussball-Turniere durch und lädt zum Paintball-Schiessen ein: die Vereinigung Islamische Jugend Schweiz. Die Organisation, die Ende letzten Jahres auch die «Demonstration gegen Terror und Islamophobie» auf dem Zürcher Helvetiaplatz organisierte, will muslimische Jugendliche fördern. So steht es in ihren Statuten.

Was darin nicht steht: Die Jugendorganisation hat einen direkten Draht zu Islamisten in der Schweiz und Bosnien, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Einerseits bestehen enge Verbindungen zum Islamischen Zentralrat Schweiz. «Für mich steht fest, dass es sich hier um die eigentliche Jugendorganisation des Zentralrats handelt», sagt eine gut informierte Person der «NZZ am Sonntag».

Der Zentralrat vertritt einen radikalen Islam. Noch engere Verbindungen gibt es andererseits zwischen der Jugendorganisation und einem islamistischen Bosnier: In dessen Wohnung in Zürich hat die Organisation ihr offizielles Domizil. Der Bosnier steht im Verdacht, Beziehungen zum Islamisten Nusret Imamovic zu haben, der auf Terrorlisten der UNO und der USA aufgeführt wird.

Die Vereinigung Islamische Jugend Schweiz bestreitet die Verbindungen und hält fest, dass sie kein islamistisches Gedankengut verbreite. «Wir sind ein unabhängiger Verein», hält ihr Präsident in der «NZZ am Sonntag» fest. Er erklärt aber auch, dass das Domizil des Vereins «gerade angepasst» werde.

Quelle: SonntagsBligg

22.1.2017

Ni Hao News

Ni-Hao News

Bei öffentlichen Auftritten mimt der Gründer des sozialen Netzwerks Facebook, Mark Zuckerberg, gerne den Wohltäter. Es sei sein Ziel, die ganze Welt zu vernetzen, sagt er dann. Diese Mission könne er aber nicht erfüllen, wenn mit China das gemessen an der Bevölkerungszahl grösste Land der Erde nicht an der Facebook-Welt beteiligt sei, wurde Zuckerberg einst zitiert.

Peking hat das soziale Netzwerk 2009 aus China verbannt; ein Jahr später ereilte die Suchmaschine Google das gleiche Schicksal. 2014 wurde Instagram, einer zu Facebook gehörenden Foto-Plattform, im Reich der Mitte ebenfalls der Stecker gezogen, und sie ist damit nur noch über das oft instabile VPN (virtuelles privates Netzwerk) zu erreichen. Seit nunmehr sieben Jahren hat Zuckerberg diverse Male den Kotau vor den chinesischen Machthabern gemacht, bisher ohne Erfolg. Der Amerikaner bleibt jedoch hartnäckig, denn er wittert bei 700 Millionen Chinesen, die sich im Netz tummeln, ein vielversprechendes Geschäft.

Von Wechat und Weibo lernen

2014 empfing Zuckerberg den Minister für Cyberspace Administration of China, Lu Wei, im Facebook-Hauptquartier in Kalifornien. Das Buch «China regieren» des chinesischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping war öffentlichkeitswirksam auf dem Tisch Zuckerbergs placiert worden. Im vergangenen Jahr hatte der Facebook-CEO, dessen Frau chinesische Wurzeln hat, nach der Geburt seiner Tochter laut Medienberichten Xi darum gebeten, ihr einen chinesischen Namen zu geben, was der mächtigste Chinese dem Vernehmen nach jedoch abgelehnt haben soll.

In diesem Jahr joggte Zuckerberg trotz miserabler Luft über den Tiananmen-Platz und traf sich in Peking mit Liu Yunshan. Der 69-jährige Chinese ist innerhalb des Ständigen Ausschusses des Politbüros, der Machtzentrale Chinas, für Propaganda zuständig. Nach dem Treffen zitierten die staatlichen chinesischen Medien den Facebook-Gründer mit den Worten, er wolle zusammen mit der Regierung eine bessere Cyberwelt schaffen. Vor diesem Hintergrund überraschte es nicht, dass die «New York Times» jüngst berichtete, Facebook arbeite an einer Lösung, um Nachrichten zu zensieren und damit Zugang zum chinesischen Markt zu bekommen. Die Meldung kommt auch nicht überraschend, weil in Zuckerbergs Welt bereits jetzt Inhalte zensiert werden.

Laut Peking ist Facebook in China durchaus willkommen. Das soziale Netzwerk müsse sich jedoch an die Spielregeln halten, schrieb die Parteizeitung «People's Daily» einst. Dazu zählt, dass die Kommunistische Partei in den Weiten des Internets in kein schlechtes Licht gerückt werden darf.

Chinas Umgang mit Fake News

Zuckerberg kann in vielerlei Hinsicht von Chinas sozialen Netzwerken wie dem Nachrichtendienst Wechat, dem Pendant zu Whatsapp, und Weibo, Chinas Antwort auf Twitter, lernen. Diese müssen eng mit den chinesischen Zensoren kooperieren, sonst sind sie schneller aus dem Markt, als ihnen lieb sein kann. Zwei Dinge müssen sie besonders beachten: Erstens haben sie verschärft gegen Falschmeldungen vorzugehen. Und zweitens müssen sie die Vorgaben der Zensoren erfüllen, welche Meldungen besonders prominent zu placieren sind und welche von den Plattformen zu verschwinden haben. Nichts soll heller strahlen als der Stern der Kommunistischen Partei Chinas, lautet die Maxime der Zensoren.

Bei Wechat und Weibo können die Nutzer jeweils Meldungen markieren, wenn sie diese als falsch einschätzen. Wird eine solche Nachricht mehr als hundertmal geteilt oder von mindestens zehn Personen als «unwahr» gekennzeichnet, geht Weibo gegen den Verfasser vor – es sei denn, dieser kann das Gegenteil beweisen. Das Twitter-Pendant Weibo gibt jedem Nutzer in einem Ranking einen Vertrauensbonus. Wenn er diesen durch zu viele Falschmeldungen aufgebraucht hat, wird er aus dem sozialen Netzwerk verbannt. Ähnlich geht Wechat gegen Falschmeldungen vor: Nutzer sollen dem Nachrichtendienst täglich bis zu 30 000 Fälle von Fake News melden, die sich im Netz offenbar rasend schnell verbreiten: Im Durchschnitt werden pro Tag 2,1 Millionen als unwahr identifizierte Nachrichten durch das bestehende Sicherheitssystem gesperrt – damit jedoch nicht genug.

Chinas Websites, Nachrichtendienste und soziale Netzwerke erhalten fast täglich Instruktionen, wie sie mit Meldungen und Kommentaren umzugehen haben. Seit einigen Jahren sickert zumindest ein Teil der staatlichen Vorgaben an die Öffentlichkeit durch und wird von der in Kalifornien ansässigen Organisation China Digital Times sowie von Freedom House ausgewertet. Von Jahr zu Jahr ändern sich in Abhängigkeit der Nachrichtenlage die Vorgaben der Zensoren: So gab es im Juli die Anweisungen an alle Websites, eine Rede Xis anlässlich des 95. Geburtstages der Kommunistischen Partei besonders prominent zu vermarkten. Dagegen mussten die im Zuge der Panama-Papiere veröffentlichen Namen, welche dem roten Geldadel angehören, totgeschwiegen werden. Ähnlich restriktiv waren auch die Vorgaben für die Berichterstattung über den Schlag gegen die Zivilgesellschaft, als zahlreiche Menschenrechtsanwälte von der Bildfläche verschwanden. Auch davon sollte die Öffentlichkeit nichts erfahren.

Zug bereits abgefahren

Ein mögliches Comeback von Facebook in China wirft denn auch viele Fragen auf. Zunächst wird Zuckerberg einen chinesischen Partner finden müssen, der für die verbreiteten Inhalte gegenüber den Sicherheitsbehörden und Zensoren verantwortlich ist. Für Facebook heisst das auch, dass man Tausende von Personen einstellen muss, die für die betriebsinterne Zensur verantwortlich sind und das Sicherheitssystem am Laufen halten. Daran schliessen sich zahlreiche weitere Fragen an: Gibt es künftig zwei Facebook-Welten – eine chinesische und eine für den nicht zensierten Rest der Welt? Bleiben negative Berichte oder Kommentare über China den Nutzern im Reich der Mitte vorenthalten? Bleiben virtuelle Diskussionsrunden über die Verhaftungen von chinesischen Menschenrechtsanwälten den Nutzern in Peking verwehrt? Muss Facebook die Daten der chinesischen Kunden in China speichern? Haben Chinas Sicherheitsbehörden Zugriff darauf?

Schliesslich muss sich Zuckerberg auch aus unternehmerischer Sicht die Frage stellen, ob eine Kooperation mit den chinesischen Zensoren und Machthabern nicht zu einem Imageverlust in der westlichen Welt führen wird. Rechnen sich die Investitionen in China dann überhaupt noch? Die Chinesen haben sich bereits ihre eigene Internet-Welt aufgebaut. Wechat und Weibo sind trotz allen Einschränkungen enorm populär. Die Erfahrungen der Webseite Renren, die eigentlich als chinesische Antwort auf Facebook konzipiert war, kann Zuckerberg auch nicht ausser Acht lassen. Renren musste wegen der Übermacht von Wechat die Segel streichen. Einen weiteren Anbieter, der zensiert und über den man nicht ungehindert mit dem Ausland kommunizieren kann, braucht es wohl kaum. In China ist der Zug bereits ohne Facebook abgefahren.

Quelle: NZZ

22.1.2017

Chinesischer Investor scheitert mit Luzerner Plänen

Luzerns heissestes Paar

Luzerns heissestes Paar

Hole in one: Yunfeng Gao (rechts) und sein Golfpartner Toni Bucher von Eberli AG

Dem chinesischen Investor Yunfeng Gao gefällt es in der Zentralschweiz. Nach dem Kauf des Palace und einem Neubau in Engelberg wollte er sich am Luzerner Casino beteiligen. Daraus wird nun nichts.

Der chinesische Investor Yunfeng Gao, dem in Luzern das Hotel Palace gehört, darf sich nicht beim benachbarten Casino finanziell beteiligen. Der Verwaltungsrat der Kursaal Casino AG hat sich gegen den Einstieg des Unternehmers mit einem Aktienpaket von 5 Prozent ausgesprochen.

Wie das Casino-Unternehmen am Dienstag mitteilte, will es als touristische Leistungsträgerin in der Zentralschweiz lokal verankert bleiben, seine Unabhängigkeit bewahren und die bisherige Zusammenarbeit mit Hotel- und Tourismuspartnern nicht aufs Spiel setzen.

Nicht noch mehr China

Mit dem Nein des Verwaltungsrats ist das Geschäft vom Tisch. Aktien dürfen nur mit der Genehmigung des Verwaltungsrats übertragen werden.

Der Casino-Betrieb pflegt laut eigenen Angaben bereits enge Beziehung zum Chinesen. So befindet sich unter anderem das Parkhaus im gemeinsamen Mitbesitz. Von einer weiteren kapitalmässigen Verflechtung will der Verwaltungsrat nichts wissen.

Das Casino in Luzern mit einem Aktienkapital von rund 6,4 Millionen Franken ist derzeit mehrheitlich im Besitz von Kleinaktionären. Diese dürfen maximal 5 Prozent des Aktienkapitals halten. Grösste Einzelaktionärin mit einem Stimmenanteil von 11 Prozent (Altbesitz) ist die Stadt Luzern. Weitere bedeutende Eigner sind die Luzerner Kantonalbank, der Kanton Luzern sowie Private.

Mit mehreren Standbeinen in der Innerschweiz

Der chinesische Geschäftsmann Yunfeng Gao hatte im September 2016 bekanntgegeben, dass er beim Luzerner Casino einsteigen und von einem Privaten ein Aktienpaket erwerben möchte. Er hatte im Dezember 2015 bereits das benachbarte Fünf-Sterne-Hotel Palace am Vierwaldstättersee gekauft.

Zuvor erwarb der 50-Jährige 2012 auch die Frutt-Lodge OW und stieg beim Generalunternehmer Eberli Sarnen OW ein. In Engelberg investiert er gegenwärtig rund 100 Millionen Franken in den Bau des neuen Fünf-Sterne-Hotels Grand Hotel Titlis Palace.

Trend dürfte anhalten

Chinesen stechen mit Zukäufen in der Schweiz besonders hervor, das zeigt eine KPMG-Studie. 2016 hat es hierzulande neun Transaktionen aus dem Reich der Mitte gegeben. 2015 akquirierten die Chinesen zehnmal in der Schweiz. In den Jahren 2012 und 2013 hatten sie bei Firmenkäufen dagegen lediglich zwei- beziehungsweise dreimal zugeschlagen. Dieser Aufwärtstrend dürfte aber anhalten.

Die seit 2007 beobachtbare Aufwärtsbewegung bei Fusionen und Übernahmen setzte sich laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG vom Dienstag auch im vergangenen Jahr fort. Die Zahl der Transaktionen mit Schweiz-Bezug stieg 2016 im Vorjahresvergleich insgesamt um 3,4 Prozent auf 362 Übereinkünfte. Das Volumen dieser Zukäufe und Zusammenschlüsse legte sogar um 40 Prozent auf eindrückliche 119,1 Milliarden Dollar zu.

Die Statistik für das abgelaufene Jahr prägte vor allem der «Mega-Deal» zwischen dem Basler Agrochemiekonzern Syngenta und China National Chemical Corporation (ChemChina), der allein auf ein Transaktionsvolumen von rund 43 Milliarden Dollar kommt. Laut KPMG ist diese Akquisition sogar die bisher grösste chinesische Übernahme eines Unternehmens im Ausland.

Drei Faktoren machen die Schweiz interessant

Laut KPMG Schweiz gibt es für das Aufstreben der Chinesen drei Hauptgründe, obwohl die Investoren vielfach gar nicht so stark an den etablierten Märkten der Übernahmeobjekte interessiert sind. Erstens rührt der Appetit chinesischer Firmenübernahmen in der Schweiz daher, dass China über traditionsreiche «Swissness»-Firmen verfügen möchte. Viele chinesische Grosskonzerne gibt es nämlich meist erst wenige Jahre.

Zweitens haben es die Investoren aus dem Reich der Mitte auch auf die Spitzentechnologie abgesehen. Die eigene Innovationskraft lässt den Experten zufolge noch sehr zu wünschen übrig.

Und drittens versuchen Chinesen mit dem Kauf von ausländischen Firmen ihre Portfolios zu diversifizieren, die häufig auf inländische Immobilienanlagen oder auf die heissgelaufenen chinesischen Aktienmärkte ausgerichtet sind.

Quelle: sda

20.1.2017

Konfuzius sagt: «So geht Weltmacht»

Konfuzius sagt: «Es ist nicht gut, wenn die kommende Weltmacht der abtretenden Weltmacht das Sprudelwasser wegsäuft»

Nature News

Nature News

Weltweit starben die Riesen unter den Tieren vor Zehntausenden Jahren aus. War es ein Klimawandel oder war es der Mensch? Forscher glauben nun, das klar beantworten zu können - und fällen einen Schuldspruch.

Ein australisch-amerikanisch-deutsches Forscherteam um den Paläontologen Sander van der Kaars glaubt, stichhaltige Indizien gefunden zu haben, die eine uralte Streitfrage beantworten sollen: Was war schuld am zu unseren Tagen letzten Massensterben der Megafauna - Mensch oder Klimawandel? Kaars und Kollegen zeigen mit einer in den "Nature Communications" veröffentlichten Studie über das Verschwinden der australischen Megafauna, dass ein Klimawandel nichts mit diesem Massensterben zu tun hatte - der Mensch verursachte das offenbar aus eigener Kraft.

Egal, wohin man blickt: Irgendwann in einem Zeitfenster von 50.000 bis 10.000 Jahren vor unserer Zeit fegte ein Massensterben die meisten grossen Tiere hinfort. Allein in Afrika überlebten Teile der Grossfauna - möglicherweise, weil nur dort der Mensch keine invasive Art war. Trotzdem wird seit Jahrzehnten über die Ursachen des Massensterbens debattiert: Zumindest in der nördlichen Hemisphäre fällt das grosse Sterben auch mit grossen klimatischen Veränderungen zusammen. Und wem oder was traut man dann mehr Einfluss zu, Giganten wie Mammuts in den Untergang zu treiben: Ein paar versprengten Menschen mit Speeren oder einer totalen Veränderung aller Biotope?

Sander van der Kaars und seine Kollegen argumentieren, dass es wohl tatsächlich nicht mehr als ein paar Menschen mit Speeren brauchte, um einen "unmerklichen Overkill" einzuleiten. Kängurus mit 500 Kilogramm Gewicht, zwei-Tonnen-Wombats, 200-Kilo-Vögel, 150 Kilogramm schwere Beutelwölfe, mehr als eine Tonne wiegende Raub-Warane oder Schildkröten von der Grösse eines VW Käfer gab es vor 50.000 Jahren an vielen Orten Australiens. 5000 Jahre später gab es sie nicht mehr.

Was sich noch verändert hatte: Es ist genau das Zeitfenster, in dem sich der Mensch über Australien zu verbreiten begann. Was es hingegen in keiner Weise gab, war ein Klimawandel. Das, glauben van der Kaars und seine Kollegen, lasse auch Rückschlüsse auf die Rolle des Menschen beim Massensterben in anderen Weltgegenden zu. Zumindest in Australien war offenbar der Mensch der einzige und damit entscheidende Faktor.

Barbecue bis zum Point of no return

Und das, obwohl sich die vor 50.000 bis 60.000 Jahren nach Australien einwandernden Aborigines nur sehr langsam über den für sie neuen Kontinent verbreiteten. Bisher war dies das Argument, das meist vorgebracht wurde, den Menschen als Täter im Grossfauna-Massensterben zu entlassen. Es habe dafür aber auch nicht viel gebraucht, argumentieren nun van der Kaars und Co.: Große Tiere haben weniger Nachwuchs und eine geringere Populationsdichte.

Schon 2006 habe eine Hochrechnung ergeben, dass es bereits gereicht hätte, wenn Aborigines pro Person ein Grosstier pro Jahrzehnt getötet hätten, um deren Population unmerklich, aber auch unhaltbar sinken zu lassen - bis zu einem Punkt, an dem der Arterhalt nicht mehr gewährleistet gewesen wäre. Ohne das in ihrer jeweiligen Lebenszeit selbst auch nur bemerken zu können, hätten Menschen dann "nur wenige Jahrhunderte" gebraucht, die Megafauna zu vernichten, meint Ko-Autor Gifford Miller von der University of Colorado.

Und genau das ist es, was Miller und van der Kaars nun aus marinen, küstennahen Sedimenten lasen: Bis in tiefe Schichten, aber nur bis zu einem Punkt vor 50.000 Jahren, finden sich da Ablagerungen, die auf Kot von Grosstieren sowie auf Pilze, die diesen Kot zersetzen, zurückgehen. Und dann verschwinden diese Spuren im Sediment einfach - ein Wechsel, der allenfalls wenige Jahrtausende gedauert haben kann. Am Ende dieses Prozesses lief der dominante Vertreter australischer Grosslebewesen auf zwei Beinen - und 85 Prozent aller Tiere mit mehr als 50 Kilogramm Körpergewicht waren verschwunden.

Quelle: DER SPIEGEL

22.1.2017

Ihr Herz schlägt seit über 30 Jahren für Orang-Utans: Regina Frey hat auf Sumatra schon über 400 Exemplare der bedrohten Menschenaffen gerettet.

Regina Frey (68) hat schon 400 Orang-Utans gerettet und mit den aus der Gefangenschaft ausgewilderten Menschenaffen in Zentralsumatra einen neuen Bestand gegründet. Freys Station auf Sumatra wurde im vergangenen Jahr sogar von Oscarpreisträger Leonardo DiCaprio (42) besucht und kommt auch in seinem Dokumentarfilm «Before the Flood» vor. Der Schauspieler kämpft wie Regina Frey und weitere Umweltorganisationen für die Erhaltung des Leuser-Schutzgebiets. Der dortige Regenwald ist Lebensraum für die bedrohten Orang-Utans. Für Palmölplantagen wird der Regenwald gerodet, und so ist mittlerweile selbst das Leuser-Schutzgebiet – halb so gross wie die Schweiz – in Gefahr. «Das beeinflusst nicht nur Sumatra, sondern auch unser Klima. Wir sehen ja, wie ungewöhnlich warm es bei uns geworden ist», sagt die Schwester des Kabarettisten Patrick Frey (65). Sie warnt: «Wenn es so weitergeht, könnte Sumatras Regenwald schon in zehn Jahren zerstört sein. Dann gibt es nur noch Palmölplantagen und Schutzgebiete – und selbst die sind in Gefahr.» Darum konsumiert die Biologin ausschliesslich Produkte, die kein Palmfett enthalten.

Erste Begegnung im Zoo

Ihre erste Begegnung mit den Orang-Utans wird Frey nie vergessen. Es war vor über 30 Jahren im Frankfurter Zoo. «Ich wurde ins Gehege zu den Jungtieren geschickt. Plötzlich umklammerten mich Hände und Füsse. Da wurde mir erst etwas bang», so die Bernerin. «Aber die Orang-Utans sind liebevolle Tiere. Wenn dir einer in die Augen schaut und dich umarmt, verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Tier.»

Ihr neustes Projekt gilt «Orang Utan Coffee». Der Kaffee ist die Existenzgrundlage von Kleinbauern in der Nachbarschaft von Bergregenwäldern – im Gegenzug verpflichten sich die Einheimischen, den Wald und seine Tiere zu schützen. Damit soll verhindert werden, dass sie für den Anbau von Kaffee Regenwald zerstören. Derzeit benutzen die Bauern eine Verarbeitungsanlage vor Ort, weil es aber lange Wartezeiten und Diebstähle gibt, ist ein eigener Trocknungsplatz und die Anschaffung von entsprechenden Maschinen geplant. Mit einer Crowdfunding-Kampagne hat Regina Frey dafür 50'000 Franken gesammelt – immer für den Schutz ihrer geliebten Orang-Utans und ihrer Heimat im Regenwald.

Quelle: Bligg

9.1.2017

«Wenn dich ein Orang-Utan umarmt, verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Tier», so Frey

«Wenn dich ein Orang-Utan umarmt, verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Tier», so Frey

SHOCKING CRUELTY – Orangutan Prostitutes in Borneo

Good News

Good News

Der Direktor des Schweizer Fleisch-Fachverbandes spricht sich erstmals dafür aus, fehlbare Metzger öffentlich zu benennen.

Statt abgelaufenes Fleisch zu entsorgen, datierten sie es neu. Und verkauften «Bio-Produkte», die keine waren. Über mehrere Jahre hinweg. In fast 4000 Fällen. Dies wirft die Aargauer Staatsanwaltschaft fünf ehemaligen Manor-Mitarbeitern vor.

Diese Woche machte die «Aargauer Zeitung» den Skandal publik. Betroffen war die Manor-Filiale in Baden AG. Bei weitem nicht der einzige Ort, an dem Fleisch falsch deklariert über die Ladentheke ging. Das zeigen die Berichte der kantonalen Lebensmittelinspektorate aus dem letzten Jahr.

Schweizweit falsch deklariertes Fleisch

«Von einem Fleischskandal blieb auch der Kanton St. Gallen nicht verschont», berichtete das entsprechende Amt in St. Gallen. «Gegen einen Metzger mussten wir Strafanzeige erstatten, weil er Fleisch systematisch falsch deklariert hatte.»

Das Zürcher Amt schrieb: «Die Befunde zeigten ungenügende Rindfleischanteile im Vergleich zum deklarierten Gehalt, in der Zutatenliste aufgeführtes Rindfleisch, welches im Produkt aber nicht enthalten war, sowie Fleischanteile, welche nicht in der Zutatenliste aufgeführt waren.»

In Solothurn wurden Fleischerzeugnisse mit der Bezeichnung «Kalb» untersucht – 38 Prozent der Proben fielen durch.

Die Aargauer Kontrolleure beschlagnahmten in einem Laden «63 französische Poulets, die als Schweizer Poulets verkauft werden sollten».

Der Verband der Kantonschemiker testete zudem «Walliser Trockenfleisch». Bei jedem dritten Produkt wurde diese Bezeichnung zu Unrecht verwendet.

Behörden unterstehen der Schweigepflicht

Wer die fehlbaren Betriebe sind, bleibt geheim. Denn die Behörden unterstehen der Schweigepflicht. Das ärgert den Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) besonders bei Betrugsfällen. «Solche verunsichern die Kunden enorm», sagt Direktor Ruedi Hadorn (52). «Wenn diese nicht erfahren, wer der Sünder ist, misstrauen sie allen Metzgern.» So leide die gesamte Branche wegen weniger schwarzer Schafe. «Das kann nicht sein», so Hadorn. «Denn wer vorsätzlich betrügt, gehört öffentlich benannt – auch zur Abschreckung.»

Die Stiftung für Konsumentenschutz reagiert positiv auf diesen Vorschlag. «Wir fordern schon seit Jahren, dass Betrüger beim Namen genannt werden», sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder (50). «Leider fehlte uns bisher die Unterstützung – auch vom Fleisch-Fachverband.»

Tatsächlich wehrte sich dieser in der Vergangenheit gegen den öffentlichen Pranger. Das sei eine «mittelalterliche» Methode, welche in «die Mottenkiste der Geschichte» gehöre, hiess es 2011 in einer Medienmitteilung mit anderen Verbänden. Damals wurde das neue Lebensmittelgesetz ausgearbeitet. Es tritt in den nächsten Monaten in Kraft – ohne Pranger.

Das wäre laut dem Verband der Kantonschemiker auch nicht sinnvoll. «Die öffentliche Nennung hilft nicht», sagt Präsident Otmar Deflorin (49). «Weil nicht alle Fälle aufgedeckt werden können. Und weil das Verschulden und das Ausmass nicht gewichtet werden.»

Für Namensnennung braucht es rechtskräftiges Urteil

Ruedi Hadorn betont: «Ein Verdacht reicht für eine Namensnennung nicht aus, es braucht ein rechtskräftiges Urteil.» Denn in den allermeisten Fällen würden Fehlangaben nicht in betrügerischer Absicht passieren. «Sondern einfach aus Unbedarftheit, weil die Etikettiervorschriften allzu oft zu komplex sind.»

Gerade deshalb habe der SFF schon vor Jahren einen eigenen Leitfaden zur Deklaration erstellt. Zudem schuf er eine Verhaltenscharta für Metzger und die «Ombudsstelle Fleisch». Dies, obwohl weder Manor noch der Bündner Betrieb Carna Grischa dem Verband angehörten.

«Bisher haben sich fünf Whistleblower gemeldet, um auf Missstände in Firmen hinzuweisen», sagt Ombudsmann Balz Horber (71). Er beurteilt die Ehrlichkeit und Sauberkeit in der Branche grundsätzlich als gut. «Systematischer Betrug ist selten. Der extrem harte Wettbewerb kann ihn erklären, aber nicht entschuldigen.»

Es soll Druck von oben gegeben haben

Was die Angestellten in Baden antrieb, wird nun ermittelt. Konsumentenschützerin Stalder ist überzeugt: «Es gab Druck von oben, gewisse Ziele zu erreichen. Warum sonst sollten Angestellte versuchen, mit illegalen Methoden mehr zu verkaufen?»

Manor-Sprecherin Elle Steinbrecher sagt: «Die Motive der Mitarbeiter können wir nicht nachvollziehen, da für sie daraus kein Vorteil entsteht. Sie gefährden mit einem solchen Verhalten das Vertrauen der Kunden und ihren eigenen Arbeitsplatz.» Neben personellen Konsequenzen habe man weitere Massnahmen getroffen. «Dazu gehören noch strengere Überprüfungen der Qualitätsprozesse und Arbeitsanweisungen, weitere intensivierte Schulungen zu Hygienevorschriften, verstärkte Eigenkontrollen sowie die noch aktivere Einbindung der Mitarbeitenden.»

Quelle: SonntagsBligg

22.1.2017

Zu Besuch bei MANOR

News vom Bosporus

News vom Bosporus

Nach aggressiven Debatten stimmt das Parlament in der Türkei für die Einführung eines Präsidialsystems, demnächst wird das Volk abstimmen. Präsident Erdogan ist nur noch einen Schritt von fast unbeschränkter Machtfülle entfernt.

Es war ein letzter verzweifelter Versuch, die Selbstentmachtung des Parlaments aufzuhalten: Die türkische Oppositionspolitikerin Aylin Nazliaka kettete sich am vergangenen Donnerstag mit Handschellen an das Rednerpult im Abgeordnetenhaus in Ankara. "Bevor das Parlament geschlossen wird, schliesse ich mich hier ein", sagte sie.

Ihr Protest verhallte ungehört. Nach 129 Sitzungsstunden, nach aggressiven Debatten und Handgreiflichkeiten im Parlament sprachen sich die Abgeordneten am frühen Samstagmorgen endgültig mit einer Drei-Fünftel-Mehrheit für eine Verfassungsreform aus, die sämtliche Macht im Staat beim Präsidenten bündelt.

Recep Tayyip Erdogan ist seinem Ziel, einen Ein-Mann-Staat zu etablieren, damit ein grosses Stück nähergekommen. Sollten nach dem Parlament nun auch die Bürger in einem Referendum der Einführung des Präsidialsystems zustimmen, dann ist die parlamentarische Demokratie in der Türkei, die trotz Krisen und Militäraufständen seit der Gründung der Republik 1923 Bestand hatte, Geschichte.

Präsident Erdogan selbst spricht von einem "Neuaufbau der Türkei". Ein Präsidialsystem, behauptet er, würde dem Land Sicherheit und Wohlstand bringen. Oppositionelle hingegen warnen vor einer Diktatur. "Wir haben in unserer Literatur einen Fachbegriff für ein solches System", sagte der Vorsitzende der türkischen Anwaltskammer, Metin Feyzioglu: "Sultanat."

Die geplante Gesetzesänderung ist, darin sind sich Beobachter einig, der weitest reichende Eingriff in die politische Architektur der Türkei seit der Einführung des Mehrparteiensystem 1946. Die neue Verfassung würde es Erdogan ermöglichen, beinahe unkontrolliert zu herrschen.

So soll der Präsident künftig

• seine Stellvertreter, Minister, Bürokraten und 12 von 15 Verfassungsrichtern ernennen und nach Belieben wieder absetzen können,

• Gesetze per Dekret erlassen können,

• von dem Gebot der parteipolitischen Neutralität entbunden werden,

• das Parlament auflösen können.

Zudem soll

• das Amt des Premierministers abgeschafft werden,

• das Abgeordnetenhaus von 550 auf 600 Abgeordnete anwachsen, aber seine Aufsichtsfunktion über die Exekutive verlieren.

Vizeregierungschef Numan Kurtulmus hat angekündigt, die Volksabstimmung über die Verfassungsänderung in der ersten Aprilwoche abhalten zu wollen. Umfragen sehen Befürworter und Gegner des Präsidialsystems derzeit etwa gleichauf. Der Türkei stehen zweieinhalb aufreibende, hitzige Monate bevor.

Wie ein Alleinherrscher aufgetreten

Erdogan hat die Türkei elf Jahre als Premier regiert, bevor er im Sommer 2014 in den Präsidialpalast einzog. Die türkische Verfassung teilt dem Staatsoberhaupt, ähnlich wie in Deutschland, weitgehend zeremonielle Pflichten zu. Die Regierungsgeschäfte werden vom Ministerpräsidenten geführt.

Erdogan aber hat sich nie an diese Rollenverteilung gehalten. Er ist bereits in den vergangenen zweieinhalb Jahren wie ein Alleinherrscher aufgetreten.

Nun will er seine Allmachtstellung in der türkischen Politik durch den Systemwechsel auch formal über Jahre hinweg zementieren. Die Verfassungsreform ist das wichtigste Projekt seiner Amtszeit als Präsident. Erdogan kann es sich kaum leisten zu scheitern.

Türkei in der Krise

Die Türkei aber steckt in einer schweren Krise. Massenverhaftungen infolge des Putschversuchs vom 15. Juli 2016 haben den Staatsapparat lahmgelegt. Das Militär ist in Aufruhr. Hinzu kommen Terroranschläge durch kurdische und islamistische Extremisten, wie zuletzt an Silvester im Istanbuler Nachtklub Reina. Bei den Angriffen starben in den vergangenen Monaten Hunderte Menschen. Der Tourismus ist eingebrochen. Die Lira ist im Vergleich zum Dollar so schwach wie seit 1981 nicht mehr. Die Arbeitslosigkeit ist auf ein Siebenjahreshoch geklettert.

Erdogan weist jede Verantwortung für den Niedergang seines Landes von sich. Er behauptet, nur durch eine Machtkonzentration im Präsidentenpalast liesse sich Stabilität zurückgewinnen.

Für die Opposition ist das Referendum die letzte Chance, einen Ein-Mann-Staat mit Erdogan an der Spitze zu verhindern. "Die kommenden zwei Monate werden über die Zukunft der Türkei entscheiden", sagt der ehemalige Chefredakteur der linksliberalen türkischen Tageszeitung "Cumhuriyet", Can Dündar. "Wir müssen die Zivilgesellschaft gegen die Verfassungsänderung mobilisieren", fordert Riza Türmen, ehemals Richter am europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg.

Regierung und Opposition verfügen in dem Wahlkampf über ungleiche Mittel. Erdogan kontrolliert beinahe sämtliche Medien. Kritische Journalisten wie der Reporter Ahmet Sik wurden verhaftet oder mussten, wie Dündar, das Land verlassen. 149 Medienhäuser wurden seit dem Putschversuch vergangenen Sommer geschlossen.

Als sich vor wenigen Tagen Demonstranten in Ankara zu einem Protest gegen das Präsidialsystem versammelten, wurden sie umgehend von Wasserwerfern vertrieben.

Vor zehn Jahren sei die Türkei unter Erdogan auf dem Weg zu mehr Demokratie und Rechtstaatlichkeit gewesen, sagt Hugh Williamson, Europadirektor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. "Das Präsidialsystem wird zerstören, was auch immer von diesem Erbe übrig ist."

Quelle: DER SPIEGEL

22.1.2016

Parlament billigt Erdogans Präsidialsystem

Die Verfassungsreform in der Türkei hat die bislang wichtigste Hürde genommen. Trotz wütenden Protesten aus der Opposition stimmt das Parlament den Plänen von Staatschef Erdogan zu.

Die von Staatschef Recep Tayyip Erdogan angestrebte Verfassungsreform für ein Präsidialsystem in der Türkei ist vom Parlament verabschiedet worden. In Kraft treten können die Änderungen allerdings erst, wenn das Volk in einem Referendum zustimmt. Für das von Erdogans AKP vorgelegte Reformpaket aus 18 Artikeln stimmten am frühen Samstagmorgen 339 Abgeordneten, 142 waren dagegen. Die notwendige Dreifünftelmehrheit von mindestens 330 Stimmen wurde auch mit Hilfe von Abgeordneten aus der ultranationalistischen Oppositionspartei MHP erzielt. Damit nahm die Reform ihre bislang wichtigste Hürde.

Während der fast zweiwöchigen Parlamentsdebatte über die Verfassungsänderungen kam es zu hitzigen Auseinandersetzungen und zu Schlägereien im Parlament. Über die 18 Artikel wurde jeweils einzeln in zwei Lesungen abgestimmt. Sie alle erhielten – wie am Schluss auch das Gesamtpaket – die notwendige Dreifünftelmehrheit. Zu der Volksabstimmung, bei der nur noch eine einfache Mehrheit notwendig ist, soll es voraussichtlich Ende März oder Anfang April kommen.

Mehr Macht für Erdogan

Die Umsetzung der Verfassungsreform soll schrittweise erfolgen und bis Ende 2019 vollständig abgeschlossen sein. Das Präsidialsystem würde Erdogan deutlich mehr Macht verleihen und das Parlament schwächen. Der Präsident würde zugleich als Staats- und Regierungschef amtieren und könnte weitgehend per Dekret regieren. Sein Einfluss auf die Justiz würde weiter zunehmen.

Die Amtszeiten des Präsidenten wären zwar weiterhin auf zwei begrenzt, die Zählung würde unter dem neuen Präsidialsystem aber mit der für November 2019 geplanten Wahl neu beginnen. Theoretisch könnte Erdogan durch eine Hintertür in den Verfassungsänderungen bis zum Jahr 2034 im Amt bleiben, wenn er die jeweiligen Wahlen gewinnt.

Erdogan führt an, dass das Präsidialsystem der Türkei Stabilität bringen würde. Der Chef der kleinsten Oppositionspartei MHP, Devlet Bahceli, und weitere MHP-Abgeordnete unterstützten die Reform im Parlament. Die grösste Oppositionspartei CHP und die pro-kurdische Oppositionspartei HDP sind dagegen strikt gegen das Präsidialsystem, weil sie eine Ein-Mann-Herrschaft befürchten.

Die HDP hatte angekündigt, sich aus Protest gegen die Inhaftierung ihrer Kollegen an den Abstimmungen zur Verfassungsreform nicht zu beteiligen. Elf HDP-Parlamentarier sitzen seit November wegen Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft, unter ihnen die Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag. Sie waren damit von der Debatte ausgeschlossen. Besonders Demirtas hatte immer wieder deutlich gemacht, dass er das Präsidialsystem verhindern wolle.

Quelle: dpa

21.1.2017

Die Macht des Erdogan

Exzellent News

Exzellent News

«Unterdessen» in Luzern: Ein Restaurant wurde wegen Hygienemängeln gebüsst. Der Wirt outete sich via Facebook – und riskiert damit seine Existenz.

Restaurantküchen sind eine Blackbox. Kaum jemand weiss, was drinnen vorgeht. Wer steht da am Herd? Wie viele? Wie wird gearbeitet? Und dann kommt etwas raus, liegt auf einem Teller und riecht im besten Fall gut. Aber ists – wie angekündigt – wirklich bio? Und frisch?

Meist kommt Gutes aus der dampfenden, blubbernden, zischenden Rätselbox. Aber manchmal eben auch nicht. So wie jüngst in einer Stadtluzerner Beiz. Verschimmelte und verdorbene Produkte seien gefunden worden, auch verschmutzte Geräte, so ein Kontrollbericht des Lebensmittelinspektorats. Zudem seien Nahrungsmittel teilweise überhitzt oder gar nicht datiert gewesen.

Es waren happige Vorwürfe, die die Beamten dem Restaurant machten. 2500 Franken Busse wurden dem Wirt aufgebrummt. Die Strafe war noch zu verdauen. Denn laut Bundesgesetz dürfen die Kontrolleure den Namen des Gebüssten nicht öffentlich machen. Das Geschäft mit dem Essen konnte – unter Auflagen – also weitergehen. Die Existenz war vorerst gesichert.

Bekannt durchs Fernsehen

Rund ein Dutzend Mal pro Jahr wird im Kanton Luzern ein Restaurant wegen Hygienemängeln gebüsst. Bisher erfuhr kein Gast davon. In diesem Fall ist es nun aber anders. Nach der Busse hat sich der Wirt des Restaurants Maihöfli über seine Facebook-Seite freiwillig geoutet. Er setzt damit seinen guten Ruf aufs Spiel. Denn das Maihöfli, in einem ehemaligen jahrhundertealten Bahnhof untergebracht, ist gut in der Stadt verankert. Der Lozärner kennt die Beiz zwischen Löwendenkmal und Rotsee, die im letzten Jahr gar Teil der SRF-Sendung «Mini Beiz – Dini Beiz» gewesen war.

Am letzten Samstag liess der stadtbekannte Wirt also die Stinkbombe platzen und gab Fehler zu. «Es ist uns in der Vergangenheit nicht genügend gelungen, alle gesetzlichen Hygieneauflagen ausreichend zu erfüllen. Das bedauere ich sehr.» Der Maihöfli-Wirt kündigte zudem Sofortmassnahmen an und erklärt das Ganze zur Chefsache. Auch wolle er hausgemachte Lebensmittel künftig durch ein externes Labor kontrollieren lassen.

«Ich habe Fehler gemacht.»

Maihöfli-Wirt auf Facebook

Und wie reagierten seine Gäste auf das Outing? Ausgesprochen positiv, will man den Facebook-Kommentaren glauben. Beinahe alle loben seinen Mut, so offen und selbstkritisch zu kommunizieren. User Henry Vogel meinte gar: «Ich habe noch nie im Maihöfli gegessen. Werde es aber bald tun. Ich kenne den Wirt nicht. Trotzdem bin ich sicher, der machts jetzt richtig. Der Mann bewegt was.»

Transparenz scheint sich also zu lohnen – auch für so undurchsichtige Bereiche wie die Küche.

Quelle: Tages-Anzeiger

21.1.2017

IT News

IT News

Die Vorwürfe unfairen Wettbewerbs gegen den Chipkonzern Qualcomm gewinnen mit einer Klage des wichtigen Kunden Apple an Gewicht.

Der iPhone-Konzern Apple wirft Qualcomm vor, zuviel Geld für Lizenzen auf Patente zu verlangen und finanziellen Druck auszuüben, wie aus US-Medienberichten am Freitag hervorgeht. Anfang der Woche hatte bereits die US-Handelskommission FTC mit dem Vorwurf geklagt, Qualcomm habe Hersteller dazu genötigt, höhere Lizenzen für seine Patente zu zahlen. Chips von Qualcomm sorgen in vielen Smartphones für die Funkverbindung.

Apple erkläre in der Klage, Qualcomm halte vereinbarte Zahlungen von rund einer Milliarde Dollar zurück, wie unter anderem die Nachrichtenagentur Bloomberg und das "Wall Street Journal" berichteten. Das sei die Strafe dafür, dass der iPhone-Konzern mit südkoreanischen Behörden zusammengearbeitet habe. Diese hatte Qualcomm im Dezember eine Strafe von 854 Millionen Dollar auferlegt.

In der FTC-Klage wurde auch bekannt, dass Apple in den Jahren 2011 bis 2016 günstigere Konditionen von Qualcomm bekommen habe, für die Zusage, im iPhone keine Funkchips anderer Anbieter zu verwenden. Laut Apple-Klage geht es bei der Milliarde um Zahlungen aus dieser Vereinbarung.

Quelle: Cash

22.1.2017

Sommerloch-News – Mitten im Januarloch

Sommerloch-News – Mitten im Januarloch

Nach der Explosion einer E-Zigarette fehlen Andrew Hall sieben Zähne. Den Unfall hat der Amerikaner auf Facebook dokumentiert.

Als sich Andrew Hall im Badezimmer gerade für die Arbeit fertig machte, explodierte plötzlich seine E-Zigarette in der Nähe seines Gesichts. Die Detonation war so heftig, dass sogar das Waschbecken zertrümmert wurde, überall war Blut. Das Gesicht von Andrew Hall wurde beim Unfall verunstaltet, der Amerikaner musste ins Spital gebracht werden.

Er verlor sieben Zähne und erlitt auch Verbrennungen zweiten Grades. Aus den verbrannten Bereichen im Gesicht und am Hals zogen die Ärzte später Plastikteile der E-Zigarette. Den ganzen Vorfall dokumentierte er auf Facebook. Sein Beitrag wurde mittlerweile mehr als 450'000-mal geteilt.

«Ich habe immer gedacht: Solche Storys sind Fakes»

Hall besass das Gerät, einen sogenannten Vaporizer Pen, seit rund einem Jahr. Wieso das Teil explodierte, ist nicht klar. Er hofft, mit seiner Geschichte andere Personen vom Rauchen – speziell von E-Zigaretten – abzuhalten. «Ich habe diese Storys immer für Fake gehalten, aber nun ist es mir wirklich passiert», schreibt Hall auf dem sozialen Netzwerk.

Nach seinem ersten Posting haben ihm einige Facebook-Nutzer vorgeworfen, schlechte Stimmung gegen E-Zigaretten machen zu wollen und auch seine Geschichte «Fake» genannt. Als Antwort darauf teilte Hall weitere Fotos von der Zerstörung, die die Explosion in seinem Badezimmer angerichtet hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine E-Zigarette explodiert. Anfang 2016 verloren ein Mann in Deutschland und ein 16-Jähriger in Kanada ebenfalls mehrere Zähne bei einem ähnlichen Unfall. Letzten Dezember hielt eine Überwachungskamera in Grossbritannien fest, wie ein solches Gerät in Flammen aufging.

Quelle: 20Minüten

21.1.2017

Die Tyrannei des Kindischen – TIPP vom Doktor

Zu diesem typischen Sommerlochthema mitten im Altweibersommer empfehle ich Ihnen folgendes Buch:

«Die kindliche Gesellschaft» von Robert Bly

Ihr Dr. Luzart

Doktor, 17-Jährige will's wissen

Reif für die Psychoanalyse
Lestina Marie Smith

Lestina Marie Smith

Die 17-jährige Lestina Marie Smith soll einen 19-jährigen Mann zum Sex gezwungen haben. Der Teenager sitzt in Haft, sie könnte für immer hinter Gitter wandern.

Wie die Polizei mitteilte, soll Lestina Marie Smith (17) den zwei Jahre älteren Mann mit einem Messer bedroht und ihn dann zu oralem und vaginalen Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Die Tat ereignete sich in der Kleinstadt Saginaw im US-Bundesstaat Michigan.

Das Mädchen wurde festgenommen, sitzt in Untersuchungshaft. Da Fluchtgefahr besteht, darf sie das Gefängnis nicht auf Kaution verlassen.

Sollte die 17-Jährige wegen «kriminellem sexuellem Verhalten» verurteilt werden, droht ihr lebenslange Haft.

Familie und Freunde unterstützen Lestina Marie Smith auf Facebook. Ihr Bruder schrieb, er könne sich nicht vorstellen, dass seine Schwester zu einer solch schrecklichen Tat fähig wäre. Die Anhörung im örtlichen Gericht ist auf den 3. Februar angesetzt.

So stehts geschrieben in unser aller Bligg

20.1.2017

Die Psychoanalyse von Dr. Luzart

So viel Glück ist unsereinem nicht beschert, wird man ausschliesslich nur noch von Ü 80 (in Jahren und Kilo) sexuell begehrt und in der Migros beim Einkaufen und im Bus ab und zu aufs Heftigste am Eingemachten begrapscht.

Unser täglich Bild gib uns o Herr Luzart, der du bist the sexiest Man alive from Lucerne South. Amen

Wieviel Brot braucht die Stadt Luzern?

Wieviel Brot braucht die Stadt Luzern?

Flixbus will Luzern schon dieses Jahr ansteuern

Unser täglich Unterwäschebild für die Randgruppe der Heterosexuellen

LUZART stellt die Heten unter Artenschutz

LUZART stellt die Heten unter Artenschutz

Unser täglich Unterwäschebild
    • Flixbus kommt nach Luzern. Schon bald.

    • Nie gibt ein Bikini wärmer als im Winter

    • Bäckerei Bachmann Luzern? La Vie en Rose

    • So schönn kann WEF sein

    • Australian Open

    • Tolle Winterdecke

    • So macht das Warten auf den Skilift Spass. Oder?

    • Nicht alles, was nackt ist, ist auch erotisch. Gällid.

    • Sturmtief «Egon» bringt Regen

    • Wer möchte da nicht Schneemann sein?

    • Jungs. Ihr müsst nur warten bis der Schnee schmilzt.

    • So geht schieben, ihr Lieben!

    • Kann denn Snowboard Sünde sein?

    • Dem Pneu Egger zu wir streben (aus «Lohengrin»

Gesundheit

Wintersport

Wintersport

Zermatt ist das beliebteste Skigebiet

49.000 Ski- und Snowboardfahrer haben entschieden: Zermatt ist das beliebteste Skigebiet der Alpen. Das ist das Ergebnis der Umfrage zum "Best Ski Resort", die alle zwei Jahre in 54 ausgewählten Skigebieten durchgeführt wird.

Bereits 2014 erreichte Zermatt die besten Umfragewerte. Auf Platz zwei landete Livigno in der Lombardei in Norditalien. Auf Rang drei kam Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol. Danach folgen Kronplatz, Saas-Fee, Gröden/Val Gardena, Adelboden-Lenk, Alta Badia, Aletsch Arena und Obergurgl-Hochgurgl, teilt das Beratungsunternehmen Mountain Management mit, das Herausgeber der Studie ist.

Grösse des Skigebiets nicht mehr ganz so wichtig

Die Bedeutung der Skigebietgrösse und des Pistenangebots sind im Vergleich zur vorherigen Befragung leicht gesunken - gleichwohl ist es weiter das wichtigste Kriterium für Wintersportler. Gröden/Val Gardena liegt hier auf Platz eins. Der Faktor Schneesicherheit ist Wintersportlern wichtiger geworden: Saas-Fee punktet hier am meisten. Ischgl liegt in Sachen Après-Ski ganz vorne.

Die jetzt veröffentlichte Untersuchung wurde von der Universität Innsbruck und Mountain Management in der Skisaison 2015/16 durchgeführt. Die Skigebiete konnten in 20 Kategorien in Bezug auf Relevanz und Zufriedenheit bewertet werden. Aus den Werten wurde für jedes Skigebiet ein Zufriedenheits-Index erstellt.

Weitere Informationen:

Mehr Ergebnisse der Studie finden sich auf http://best-skiresorts.com/

Quelle: t-online

12.11.2016

Die besten zehn Skigebiete der Gesamtbewertung

Rang

Skigebiet

Land

1.

Zermatt

Schweiz

2.

Livigno

Italien

3.

Serfauss-Fiss-Ladis

Österreich

4.

Kronplatz

Italien

5.

Saas-Fee

Schweiz

6.

Gröden/Val Gardena

Italien

7.

Adelboden-Lenk

Schweiz

8.

Alta Badia

Italien

9.

Aletsch Arena

Schweiz

10.

Obergurgl-Hochgurgl

Österreich

Lauchernalp: Hier finden sie Schnee & Unterkunft

Lauchernalp: Hier finden sie Schnee & Unterkunft

Der Winter kam schneller als erwartet: Dank Schneefall und der kräftigen Unterstützung von Schneekanonen sind einige Gebiete schon früher offen.

Der November macht schneehungrigen Wintersportlern Freude: In den Bergen schneit es, in höheren Lagen liegt bereits eine Schneedecke. Zusammen mit den Beschneiungsanlagen schaffen es einige Skigebiete, bereits am kommenden Wochenende zu öffnen.

Und wer die Ski schon aus dem Keller geholt hat, sollte am Samstag auf die Piste. Pünktlich aufs Wochenende beruhigt sich das Wetter und in den Bergen zeigt sich laut Roger Perret von Meteonews die Sonne.

Bis zu 50 Zentimeter Schnee

Am Donnerstag und Freitag fällt in den Bergen laut Meteorologe Roger Perret noch ziemlich viel Schnee. «Zwischen 20 und 50 Zentimetern Schnee sollte es in den Voralpen geben.» Die Schneefallgrenze sinkt am Freitag bis auf 600 Meter.

Warm anziehen müssen sich die Wintersportler trotzdem: Die Null-Grad-Grenze liegt auf 1200 Metern, am Sonntag steigt sie leicht auf 1800 Meter. Und gute Nachrichten für die Skigebiete: In der neuen Woche gibt es zwar ein Hoch mit viel Sonne, aber: «Dem Schnee in den Bergen dürfte dies nichts anhaben.»

Diverse Saisoneröffnungen

In Saas-Fee und Zermatt kann das ganze Jahr auf dem Gletscher gefahren werden. In Zermatt sollen kommendes Wochenende aber bereits 38 Kilometer für Wintersportler bereit sein. Derzeit seien 21 Kilometer offen, sagt Valérie Perren von den Zermatt-Bergbahnen.

Doch die Vorbereitungen laufen «auf Hochtouren», wie Perren sagt. 600 Beschneiungsanlagen seien im Einsatz. Am 26. November sollen alle drei Skigebiete mit allen Pisten offen sein. Und dem Zufall will man diesen Termin nicht überlassen. Eben erst ist das Skigebiet als das beste von Europa ausgezeichnet worden.

Bolgen Plaza mit Auswirkungen?

In Davos hat man sich wegen der Wetteraussichten des kommenden Wochenendes gegen eine Eröffnung entschieden, wie der CFO der Bergbahnen Davos, Yves Bugmann, sagt: «Wir konzentrieren uns am kommenden Wochenende auf die Beschneiung von mehreren Pisten und werden dafür dann ab dem 18. November mit bereits mehreren Anlagen und Pisten auf Parsenn durchgehend eröffnen.»

Vor wenigen Wochen machte der Bundesgerichtsentscheid zum bekannten Aprés-Ski-Tempel Bolgen Plaza Schlagzeilen. Da das Restaurant in einer Landwirtschaftszone steht, muss es neu um 19 Uhr am Abend schliessen. Kommen deswegen weniger jüngere Wintersportler nach Davos? Bugmann sagt: «Das ist sehr schwierig zu sagen. Wir werden sicherlich einige Gäste verlieren, vor allem im Bereich Nachtessen.»

In den oberen Lagen geöffnet

Frühstarter sind in diesem Jahr zum Beispiel auch Arosa, die Flumserberge und Laax. Alle starten am Wochenende mit reduziertem Angebot. «Im Moment haben wir 30 Zentimeter Schnee am Crap Sogn Gion», sagt Nadine Schöb von der Weissen Arena Gruppe in Laax.

Zurzeit seien rund die Hälfte aller Beschneiungsanlagen im Skigebiet im Einsatz. Im unteren Bereich werde zurzeit nicht beschneit, da die Bedingungen dafür nicht ideal seien. In den Flumserbergen sind zwei Anlagen geöffnet, in Arosa ist es das Gebiet Hörnli, das am Wochenende diverse Pisten bereithält.

Quelle: 20Minüten

11.11.2016

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