Daily Headline 2020

  • 8.4.2020 - Tag der Bundeshaus Schwätzer*innen

    Parteien streiten über Ende des Lockdowns – Ja, lockern! Nein, warten!

    Ungewohnt harmonisch haben sich die Parteien hinter die Massnahmen des Bundesrats gegen die Corona-Epidemie gestellt. Doch geht es um die Frage, wie die Schweiz wieder zurück in die Normalität findet, ists mit der Einigkeit vorbei. So viel Harmonie war unheimlich. Geeint wie nie stellten sich die Parteien im Kampf gegen das Coronavirus hinter den Bundesrat. Frei von jeder Ideologie. Niemand versuchte, aus der Krise politischen Profit zu schlagen. Doch damit ist es jetzt vorbei. Je länger der Lockdown dauert, desto mehr erwachen die Parteien aus der Krisenstarre. Die politische Einigkeit endet dort, wo sie begonnen hat: bei den Massnahmen zur Eindämmung des Virus. Dass diese nötig waren, darin sind sich alle einig. Doch die Frage, wann und wie die Schweiz nun wieder aus dem Notstand herausfinden muss, sorgt für Zoff. er SVP um Noch-Präsident Albert Rösti (52) kann es mit der Aufhebung des Corona-Notstands nicht schnell genug gehen. Als erste Partei präsentierte sie bereits vergangene Woche ihre Strategie aus dem Lockdown. Ab dem 20. April sollen nur noch Risikopersonen daheim bleiben, Schulen schrittweise geöffnet werden, Läden und Restaurants wieder ihren Betrieb aufnehmen. Die SVP ist zudem für eine Maskenpflicht. Hauptsache, die Wirtschaft kommt schnell wieder in Gang. Am Dienstag legte die Partei nochmal nach. Sie fordert, dass ab sofort wieder das Parlament den Schlüssel für die Staatskasse hat. Der Bundesrat soll im Alleingang kein 40-Milliarden-Hilfspaket mehr schnüren dürfen. «Das Notrecht ist sobald als möglich zu beenden», sagt SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi (41). Die SP warnt: Eine allzu frühe Lockerung der Sicherheitsmassnahmen ist aus ihrer Sicht gefährlich. Zu gross ist die Gefahr einer zweiten Infektionswelle. Die Sozialdemokraten unterstützen denn auch das vorsichtige Rantasten des Bundesrats. Erst in zwei bis drei Wochen wisse man genauer, «wo wir real sind», sagt SP-Fraktionschef Roger Nordmann (47). Die Parteispitze trägt auch das Hilfspaket des Bundesrats für die Wirtschaft mit. Das aber reicht SP-Präsident Christian Levrat (49) noch nicht. Es brauche weitere Massnahmen für Selbständigerwerbende, Kitas, den Tourismus und Mieter. Für die FDP war richtig, dass der Bundesrat den Corona-Notstand verhängt hat. Doch genug ist genug! Jetzt bräuchten Bevölkerung und Wirtschaft endlich Perspektiven für einen schrittweisen Übergang zur Normalität, findet FDP-Präsidentin Petra Gössi (44). Sie fordert, dass alle Geschäfte wieder öffnen sollen, die die Sicherheitsmassnahmen des Bundesamts für Gesundheit einhalten können. Schreibt BLICK.

    Da ist sie wieder, diese unerträgliche Kakophonie der parteiübergreifenden Pöstchenjäger*innen der Gebenedeiten. Als ob die Bevölkerung mit dem Coronavirus nicht schon genug Kummer und Sorgen am Hals hätten, drängt sich auch noch das Virus der Tratschtanten aus den Parteizentralen mit ihren vorgestanzten, nach Aufmerksamkeit heischenden Retorten-Weisheiten und billigen Klientel-Botschaften in unser Bewusstsein. Mit der klaren Absicht, auf dass wir ja nicht diese unseligen Schwätzerinnen und Schwätzer vergessen, derweil der Bundesrat einen exzellenten Job macht und im Gegensatz zum Palaver der Parteigranden grosse Verantwortung für sein Tun und Handeln übernehmen muss.

    Damian Müller - feinsinniger Pöstchen-Jäger
  • 7.4.2020 - Tag der eingebildeten Impotenz

    Sex in 60 Sekunden: Auch Männer haben manchmal «Migräne»

    Flaute im Bett. Sexuelle Lustlosigkeit ist ein immer häufigeres Problem. Betroffen davon sind aber bei weitem nicht nur Frauen. Schreibt unser aller Pendlermagazin 20Minuten.

    Man muss beim Pendlermagazin in Zeiten wie diesen lange suchen, bis man einen Boulevardartikel jenseits der Corona-Thematik findet. Doch dieser Beitrag gibt vielen leidgeplagten Männern Hoffnung: Es ist nicht die Impotenz die euch plagt. Nein, nur eine lächerliche Migräne. Und die lässt sich doch irgendwie beseitigen. Erinnert an Romeo & Julia: «Es war die Nachtigall und nicht die Lerche!» Das sind doch mal Messages, die wir Eingeschlossenen und Eingesperrten an sonnigen Frühlingstagen brauchen. Weiter so 20Minuten, dann wird vielleicht wieder mal was aus dir. Nichts ist schon.

  • 6.4.2020 - Tag der politischen Knallchargen

    GLP-Nationalrat Bäumle will den Stillstand mit App und Massentests beenden

    GLP-Nationalrat Martin Bäumle ist überzeugt: Mit Stichprobentests und Bewegungsdaten ist ein Ausstieg aus dem Stillstand möglich. Er hat ein detailliertes Massnahmenpaket ausgearbeitet. Martin Bäumle ist ein Zahlenmensch. Excel-Tabellen sind eine Leidenschaft des ausgebildeten Chemikers und Atmosphärenwissenschafters aus Dübendorf ZH. Bei den Nationalratswahlen 2011 bewies der damalige Parteipräsident der Grünliberalen sein Flair für Mathematik: Dank geschickten Listenverbindung eroberte die GLP sechs zusätzliche Sitze. Auch das Coronavirus treibt Zahlenmensch Bäumle um. «Die letzten drei Wochen habe ich sämtliche verfügbaren Daten verarbeitet und analysiert». Das Ergebnis der Arbeit: Ein sieben Seiten langes, detailliertes Massnahmenpaket, welches dieser Zeitung vorliegt. Noch spiegelt es lediglich Bäumles persönliche Haltung wieder. Bald sollen sich die GLP-Parteigremien damit befassen. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Martin Bäumle ist ein Zahlenmensch behauptet die AZ. Ist das nun schon Ironie oder vermutete Wirklichkeit? Wäre Bäumle tatsächlich ein Zahlenmensch, hätten die Bilanzen der Green Cross Schweiz wohl kaum gefälscht werden können, ohne dass der Alleswisser und «Zahlenmensch» vom Dienst etwas gemerkt hätte. Muss denn jetzt wirklich jede Knallcharge aus der Politik ihren unsäglichen Senf zu einem Thema abgeben, das uns ohnehin schon genug Kummer und Ängste bereitet? Nach den unerträglichen Klientel-Suaden der FDP-Wendehälse Greta «Birkenstock» Gössi und Damian «ich bin nicht schwul» Müller vom Wochenende nun auch noch die Quasseltante von der GLP. Diese furchtbaren Selbstdarsteller*innen und Pöstchenjäger sollten jetzt für einmal schweigen und nicht wie üblich versuchen, das Vertrauen, das der Bundesrat bei der Bevölkerung geniesst, zu hintertreiben. Die Schweizer Bevölkerung vermisst vieles in dieser Zeit. Parteienmüll, Parteiprogramme und die dumpfe Kakophonie der üblichen Verdächtigen gehören definitiv nicht dazu. Wir sind im Kampf gegen ein Virus und nicht im Wahlkampf, der scheinbar bei diesen mediengeilen Schwätzern und Plaudertaschen nebst der üblichen Klientelpolitik ihr ganzes Dasein bestimmt.

    Damian Müller - feinsinniger Pöstchen-Jäger
  • 5.4.2020 - Tag der Coronafrisuren

    Kolumne von Helmut Hubacher: Wochenschau aus dem Hausarrest

    SP-Doyen Helmut Hubacher fällt auf, dass seine Frisur die Form verliert, Roger Köppel das Vertrauen in den Rechtsstaat und Lukas Bärfuss die Fassung. Wenn der Coiffeur noch lange Haarschnittverbot hat, wird es kritisch. Meine Frisur verliert langsam die Form und ähnelt bald einmal einem Krähennest. Beim Ausgehverbot für Senioren muss das nur meine Gret aushalten. Die sieht übrigens oben auch nicht eleganter aus. Von Frisur ist bald keine Rede mehr. Auf Roger Köppel ist einfach Verlass. Der SVP-Nationalrat und Chefredaktor der «Weltwoche» fährt wieder einmal Geisterbahn. In der Ausgabe vom Donnerstag dieser Woche malt er das Ende der Schweiz, wie sie heute noch ist, an die Wand. Ich zitiere: «Die Sozialisten richten sich auf den ewigen Lockdown ein. Sie wollen die Marktwirtschaft durch eine Staatswirtschaft ersetzen.» Um sicher zu sein, dass ihn auch noch der hinterletzte Depp versteht, doppelt er nach: Die SP wolle die Corona-Krise ausnützen, «um Freiheit und Marktwirtschaft abzuschaffen». Bei solchem Geschütz musste ich meine Kolumne im letzten Moment umschreiben. Als Erstes möchte ich Roger Köppel versichern, SP-Politiker sind normal wie andere Bürger und keineswegs verrückt geworden. Das bestätigt die NZZ vom 1. April als unverdächtiges, bürgerliches Hoforgan. SP-Bundesrat Alain Berset spiele «die Rolle seines Lebens». Die Zeitung vergleicht ihn mit General Henri Guisan, der im Zweiten Weltkrieg «den Widerstandsgeist von Volk und Armee beseelte, so, wie heute Berset den Durchhaltewillen beschwört»: Das ist ein dickes Kompliment an den SP-Bundesrat. Zweitens darf ich Roger Köppel an die Machtstruktur im Bundeshaus erinnern. Nach wie vor haben wir eine bürgerliche Mehrheit – und zwar seit es den Bundesstaat von 1848 gibt. Also seit 172 Jahren. Köppels Angst, die SP werde nach Ende der Corona-Krise die Macht übernehmen, ist unbegründet. Leider, füge ich hinzu. Drittens begreife ich hingegen Köppel, dass er wenig Vertrauen in diese Rechtsmehrheit hat. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit ein paar Dutzend Ökonomen hat in der Viruskrise grandios versagt. Allen voran Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch mit ihrem Chefökonomen Eric Scheidegger. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga soll verzweifelt ausgerufen haben: «Sie können es einfach nicht.» Departementschef Bundesrat Guy Parmelin musste die Sozialpartner vom Schweizerischen Arbeitgeberverband und vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund zu Hilfe rufen. Die BaZ hat ja berichtet, wie der Chefökonom vom Bund mit seinem Team 15 Milliönchen Franken vorgeschlagen hatte. Das Hilfspaket von 42 Milliarden Franken haben die Sozialpartner geschnürt. Viertens hat Professor Harald Weizer, Direktor der Stiftung für Zukunftsfähigkeit an der Universität Flensburg, mit einem Vorurteil aufgeräumt. Nämlich: «Das Gerede von der Marktwirtschaft, die es schon richten wird, hat sich erledigt. Nicht nur die Wirtschaft, auch die Wirtschaftswissenschaft liegt im Wachkoma. Sie hat ausser dem Ruf nach dem Staat nichts zu bieten.» («Basler Zeitung», 1.4.2020). Das müsste Köppel mehr beunruhigen als sein SP-Angsttraum. Schreibt BAZ online.

    Eine Kolumne mit Humor und Tiefgang, die sich zu lesen lohnt. Von einem der wenigen, der sich nicht hinter Köppels Eloquenz verbergen muss. Dem rhetorischen Maschinengewehr Blochers Paroli bieten kann. Hubacher at its best.

  • 4.4.2020 - Tag der Milliardenkredite

    Nationalrat Jauslin warnt vor Bschiss mit Corona-Krediten – und verärgert KMU-Kollegen

    Zuerst 20, jetzt bereits 40 Milliarden Franken gibt der Bundesrat frei, um Firmen in der Corona-Krise mit Gratis-Krediten zu helfen. Weil alles sehr schnell gehen muss, sieht FDP-Nationalrat und Unternehmer Matthias Jauslin die Gefahr von Missbrauch. Er erklärt, wie auch er locker eine Viertel Million abholen könnte. Auch Unternehmer und FDP-Nationalrat Matthias Jauslin bekommt die Corona-Krise schleichend zu spüren. Weil die Industrie weniger produziere, brauche es weniger Umbauarbeiten bei den Elektroinstallationen, die seine Firma anbiete, sagt Jauslin. Noch haben seine 30 Mitarbeitenden in Wohlen Vollbeschäftigung. Jauslin hat aber vorsorglich Kurzarbeit angemeldet, auch wenn er hofft, nicht davon Gebrauch machen zu müssen. Jauslin findet es wichtig, dass den KMU in dieser Krise unkompliziert geholfen wird. Was dem freisinnigen Politiker aber aufstösst, ist, wie Firmen aufgrund der Nothilfe des Bundes ohne weitere Überprüfung zu einem zinslosen Kredit kommen. Von den gesprochenen 20 Milliarden Franken sind bereits über 14 Milliarden aufgebraucht. Am Freitag sprach der Bundesrat deshalb weitere 20 Milliarden Franken. Kredite bis 500 000 Franken sind zu 100 Prozent vom Bund abgesichert. Jauslin hat sich die Verordnung und das Antragsformular näher angeschaut. Sein Fazit: Man müsse nur ein paar Punkte ankreuzen, Adresse einsetzen, unterschreiben und schon bekomme man den Kredit. «Der Covid-19-Kredit ist eine gute Sache, birgt aber auch Risiken», so Jauslin. Auf Twitter hatte er am Mittwoch noch das Wort «Fehlkonstruktion» verwendet. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Dass Jauslin nicht ganz Unrecht hatte, beweist die Tatsache, dass der Bundesrat gestern Instrumente zur Prüfung der «Coronakrise» nachgeschoben hat. Wie sagt der Volksmund so schön? «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.»

  • 3.4.2020 - Tag der menschlichen Dummheit

    Coronafalle Hallwilersee: Braucht es vor dem Ansturm vom Wochenende eine Sperre des beliebten Ausflugziels?

    Am Wochenende wird ein Ansturm von Spaziergängern erwartet. Aber anders als im Kanton Zürich wird der See nicht gesperrt und die Kapazitäten der Parkplätze werden nicht reduziert. Die Polizei ruft dazu auf, auszuweichen. Und sie wird verstärkt kontrollieren. Die Aargauer lieben den Hallwilersee. Ganz besonders, wenn das Wetter schön ist und die Temperaturen angenehm sind – so, wie es dieses Wochenende sein soll. Ideale Bedingungen für einen Spaziergang oder ein Picknick. Aber lässt sich in Zeiten von Corona das Social Distancing einhalten? Müssen die Behörden nicht etwas gegen den grossen Ansturm unternehmen? Fest steht: Andere Kantone, allen vor Zürich, haben einschneidende Massnahmen ergriffen. So ist das Stadtzürcher Seebecken schon seit fast zwei Wochen für Spaziergänger weitgehend gesperrt. Ebenso der kleine Katzensee, wo die Polizei am letzten Sonntag intervenieren musste. Und am Donnerstag schrieb die Stadt Uster über die Situation am Greifensee: «Die öffentlichen Parkplätze waren am letzten Sonntag voll besetzt und auf den Rad- und Gehwegen waren so viele Personen unterwegs, dass die empfohlene Distanz von zwei Metern nicht mehr gewährleistet war.» Die sieben Greifensee-Gemeinden haben deshalb beschlossen, ab Samstag alle öffentlichen Parkplätze zu sperren. «Sie leisten damit einen Beitrag, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen», heisst es in einer Mitteilung. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Es wird dem Kanton Aargau (leider) wie bereits der Stadt Luzern keine andere Möglichkeit bleiben, als die Sperrung. Denn wie sagte Albert Einstein so treffend? «Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.»

  • 2.4.2020 - Tag der vollendeten Tatsachen

    Kampf gegen Virus: Ist die Corona-Impfung da, soll sie Pflicht sein

    Künftig sollen sich alle Menschen gegen Covid-19 impfen müssen, finden Politiker. Impfgegner wehren sich, bevor es überhaupt einen Impfstoff gibt. Über 850'000 Menschen haben sich weltweit mit der Lungenkrankheit Covid-19 angesteckt, mehr als 42'000 Menschen sind daran gestorben. Mit Hochdruck arbeiten Forscher an der Entwicklung eines Impfstoffs, der das Virus eindämmt. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson etwa geht davon aus, dass ein Impfstoffkandidat spätestens im September 2020 in einer Phase-1-Studie an Menschen getestet werden kann. Anfang 2021 solle ein Impfstoff für den Notfallgebrauch zur Verfügung gestellt werden können. Schon jetzt bringen sich Impfgegner in Stellung. «Nie im Leben würde ich mich gegen Corona impfen», sagt Josef Zahner, Mitglied des impfkritischen Netzwerks Impfentscheid. Impfungen enthielten viele giftige Stoffe, zum Beispiel Formaldehyd, was zum Platzen der Lungenbläschen führen könne. «Der Nutzen von Impfungen ist fraglich. Mit der Corona-Hysterie werden viele Menschen in Angst versetzt. Dabei sterben weit weniger Menschen als bei der Wintergrippe 2018 und 2019.» Weil Impfgegner auf die Barrikaden gehen, noch bevor die Impfung da ist, bricht die Diskussion um die obligatorische Impfung los: «Es ist nicht auszuschliessen, dass die Behörden eine schweizweite Impfpflicht gegen das Coronavirus einführen werden», sagt Alessandro Diana, Arzt und Infektiologe an der Clinique des Grangettes in Genf. Selbstverständlich müsse zuvor aber sichergestellt sein, dass der Impfstoff sicher sei und Komplikationen ausgeschlossen werden könnten. Zuerst geimpft werden müssten seiner Meinung nach die Personen, die einen negativen Corona-Test vorweisen können. Schreibt 20Minuten.

    Wäre es in Zeiten wie diesen nicht geradezu wohltuend, wenn man Geisterdiskussionen über Eier, die das Huhn noch nicht gelegt hat, gar nicht führen und einfach schweigen würde? Das gilt für die Medien wie für die irrlichternden Vollpfosten der Impfgegner mit ihrem esoterisch angehauchten Halbwissen. Wen wundert's da noch, dass die Printausgabe des Pendlermagazins 20Minuten ins Bodenlose pendelt und eingestellt werden muss? Was mit dem Coronavirus nichts zu tun hat. Das war schon länger absehbar. Die Zielgruppe der Jungen schaut sich den Boulevardshit übers Handy an und die Alten pendeln dem Jenseits zu. Corona schafft nur vollendete Tatsachen bei Tamedia.

  • 1.4.2020 - Tag der Erfüllungsgehilfen

    Hygienemasken gegen Coronaviren: Das BAG widerspricht seinen eigenen Empfehlungen

    Während andere Länder eine Maskenpflicht einführen, ist die Schweiz zurückhaltend. Gesunden Personen rät das Bundesamt für Gesundheit gar davon ab, eine Schutzmaske zu tragen – obwohl der offizielle Pandemieplan anderes vorsieht. Das dürfte daran liegen, dass Masken noch immer Mangelware sind. Mit den weiter steigenden Corona-Fallzahlen in der Schweiz wird die Frage zentral, ob Schutzmasken helfen können, die Neuinfektionen in den Griff zu bekommen. In Österreich gilt ab Mittwoch eine Maskenpflicht in Supermärkten. «So eine Maske kostet nicht viel», sagte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz jüngst zu seinen Landsleuten. Auch in Asien ist das Maskentragen in der Öffentlichkeit eine wichtige Massnahme im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus. In der Schweiz sträuben sich die offiziellen Stellen bis jetzt, eine Empfehlung zum Maskentragen abzugeben. Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat in den vergangenen Wochen verschiedentlich erklärt, dass Masken, vor allem die sogenannten Hygienemasken, nur einen Nutzen hätten, wenn die Person selbst krank sei. Einen Schutz vor Ansteckung gebe es damit nicht. Am Dienstag sagte Koch an einer Medienorientierung in Luzern, es gebe keine wissenschaftliche Studie, die beweise, dass einfache Schutzmasken wirksam seien. Schreibt die NZZ.

    Abgrundguteste NZZ! Du warst mal eine der Ikonen unter den europäischen Zeitschriften. Deine Korrespondenten vor Ort und die Kolumnisten bürgten als wahrhaftige Experten für höchste journalistische Qualität. Vor allem im Sinne der investigativen Berichterstattung. Dein Feuilleton war ein Hort grenzenloser Poesie, gepaart mit Intellekt und herausragender Intelligenz. Als Opinionleader warst du weltweit ein Massstab für Qualität und Integrität der freien Presse. Wo immer man in eine Metropole dieser Welt hinkam, sei es New York, Wien, Rom, Berlin oder Singapur, du warst dort in den Verkaufsregalen vertreten. Doch das sind Tempi Passati, wie wir Lateiner zu sagen pflegen. Deine Artikel mit brachial marktliberalem Gedankengut jenseits aller journalistischen Gepflogenheiten bezüglich Neutralität und teilweise sogar redaktionellen Eingriffen durch den Verwaltungsrat (Stichwort Energiewende), worüber deine altgedienten Journalisten mehr als nur entsetzt waren, liessen dich in den letzten Jahren verkommen zur Wirtschafts-«BRAVO» der alten weissen Männer. Du hast auch nie ein Mittel gefunden, den durch das Internet verschuldeten Auflageschwund durch intelligente Massnahmen im Digitalbereich aufzufangen. Dabei hättest ausgerechnet du alle notwendigen Mittel dafür zur Verfügung gehabt. Deine Firewall in Ehren, aber sie ist ebenso dämlich wie kontraproduktiv. Zu alledem kommt noch Trägheit hinzu. News sind im Zeitalter des Internets reine Temposache. Nur der frühe Vogel frisst den Wurm. «Die News von heute sind der kalte Kaffe von morgen». Dieses wunderbare Zitat des AVZ-Webmasters findest du auf der AVZ-Website unter der Rubrik «Zitate». Das Thema «Hygienemasken» heute aufzugreifen, nachdem es schon seit Tagen bei allen Medien längst bis zum geht nicht mehr verwurstet ist, wird dir kaum Klicks bringen. Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Hinzu kommt noch die unerträgliche Werbung vom Onlineverkäufer Hygieneprodukte24, der unübersehbar ausgerechnet Hygienemasken zum Wucherpreis von 289 Franken für hundert Stück in deinem Artikel anbietet. Hygienemasken notabene, die in Luzerner Apotheken für 70 Franken pro 100 Stück verkauft werden. Damit machst du dich wie eine billige Nutte zur Erfüllungsgehilfin für die verabscheuungswürdige Abzocke eines schäbigen Trittbrettfahrers und Kriegsgewinnlers in Zeiten der Not, der eine Situation erbarmungslos ausnutzt. Ein Verlag mit Anstand hätte dieses Inserat niemals angenommen! Das wird deinen Niedergang nur noch beschleunigen, auch wenn du jetzt als getreue Hohepriesterin des lupenreinen Glaubens an den Neoliberalismus, wonach der Markt doch eigentlich alles richten müsste, bereits Bundeshilfe für dein Presse-Imperium angefordert hast. Dass man in Krisenzeiten durchaus massiv zulegen kann beweist als Beispiel das kleine aber feine Onlineportal vom Artillerie-Verein Zofingen. Mit seriösen Beiträgen und ohne Effekthascherei und Hysterie steigerte der Artillerie-Verein Zofingen die Besucherzahlen im März gegenüber Februar von 28'000 Visits auf 35'000 um 20 Prozent. Peanuts, für eine Grosse wie dich. Zugegeben. Trotzdem: Von den Kleinen lernen heisst manchmal siegen lernen. Denn irgendwas machen die in Zofingen ja wohl richtig.

    Den vielen Besucherinnen und Besuchern vom Artillerieverein Zofingen an dieser Stelle herzlichen Dank. Bleibt gesund!

  • 31.3.2020 - Tag der Leitmedien

    Kritik an Argumentation: War das BAG bei den Masken nicht ehrlich?

    Österreich setzt auf Masken, das BAG winkt immer noch ab: Politiker werfen dem BAG Intransparenz vor. Seit Wochen verteidigt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) seinen Appell: Gesunde Personen sollten in der Öffentlichkeit keine Hygienemasken tragen, da diese keinen effektiven Schutz bieten würden. Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG, warnte wiederholt vor einem falschen Sicherheitsgefühl durch Masken. Diese könnten dazu führen, dass man die Hände weniger wasche, sich vielleicht mehr an die Maske und ins Gesicht fasse und die Distanz nicht einhalte. Diese Argumentation ist umstritten, da beim Coronavirus nicht alle Infizierten überhaupt Symptome entwickeln. Masken verhindern aber, dass sie Tröpfchen in die Luft husten und weitere Leute anstecken. Elaine Shuo Feng, Epidemiologin an der Universität Oxford, geht davon aus, dass Regierungen vor allem aufgrund des eingeschränkten Angebots an Masken von deren Tragen abrieten, wie sie in der Fachzeitschrift «Science» erklärte. Nun gilt in Österreich ab Mittwoch im Kampf gegen weitere Ansteckungen mit dem Coronavirus eine Maskenpflicht beim Einkaufen. Weil das BAG damit argumentierte, die Masken würden eine falsche Sicherheit vermitteln, fühlen sich Schweizer Politiker vom BAG verschaukelt. «Das BAG hat zu wenig transparent kommuniziert», kritisiert etwa Grünen-Nationalrat Bastien Girod. Da die Masken ein knappes Gut seien, habe das BAG vor allem strategisch kommuniziert. «Es ist aber klar, dass es auch sinnvoll ist, wenn gesunde Personen Masken tragen.» Hätten Masken keinen Nutzen, würde auch das Spitalpersonal darauf verzichten. Schreibt 20Minuten.

    Nun kommen sie doch noch wie die alte Fasnacht aus den Löchern gekrochen, unsere wunderbaren Opinionleader (Meinungsmacher) und Leitmedien der Schweizer Pressezunft. Mit reichlicher Verspätung stellen sie die Frage, die sich auch LUZART stellte. Allerdings nicht erst heute, sondern am 28.3.2020 (scrollen nach unten hilft weiter). In der «Schlagzeile des Tages» wies LUZART nicht nur auf die Widersprüchlichkeit von Daniel Kochs (BAG) Aussage hin, sondern lieferte auch die Antwort. Die Maske ist nicht das Allheilmittel gegen das Coronavirus, aber sie ist ein Teil des gesamten Schutzpaketes. So wie Händewaschen und Social Distancing. Die Bevölkerung steht bisher hinter den Verordnungen und Massnahmen des Bundesrates. Das ist ein kostbares Gut in einer schwierigen Zeit. Doch Stimmungen können in Krisenzeiten sehr schnell kippen. Vor allem dann, wenn die Menschen das Gefühl bekommen, dass sie angelogen werden. Ehrlichkeit und volle Transparenz sind das oberste Gebot für die Exekutive in Krisenzeiten. Daniel Koch wäre kein Stein aus der Krone gefallen, hätte er schlicht und einfach die Wahrheit erzählt. Dass die Schweiz nämlich im zeitlichen Vorfeld der Corona-Pandemie, die sich ja schon im Dezember 2019 abzeichnete, mit der Bestellung (bzw. Eigenproduktion) der Masken kläglich versagte. Diese Tatsache wäre von den Bürgerinnen und Bürgern mehrheitlich auch akzeptiert worden. Menschliches Versagen wird in der Regel eher toleriert als eine ziemlich plumpe und dumme Ausrede, um das Wort Lüge nicht zu verwenden. In solchen Zeiten will niemand angelogen werden. Da braucht es das unbedingte Vertrauen der Menschen zu ihren Behörden.

    Eine denkbar schlechte Figur in dieser Angelegenheit machen aber auch unsere Medien, die zwar mit unzähligen schrillen, nach Aufmerksamkeit heischenden Coronavirus-Artikeln und ihren teilweise mehr als fragwürdigen Experten das berühmte Overdose-Fass längst zum Überlaufen gebracht haben, die simpelsten Fragen aber nicht oder erst mit unakzeptabler Verspätung* stellen. News sind im Internetzeitalter reine Temposache. Wer das nicht beherzigt, wird über kurz oder lang die Segel streichen müssen. Kein Wunder, geht es den Medien nicht besonders gut. Mit Corona hat das nur am Rande zu tun, liegen doch viele Zeitungen längst auf den Intensivstationen der Medienhäuser, wo sie tropfenweise finanzielle Infusionen erhalten. Wer nach zwei Wochen Corona-Massnahmen wegen fehlenden Inseraten bereits beim Bund nach Hilfe krächzen muss, hat in der Vergangenheit sehr vieles falsch gemacht. Corona beschleunigt lediglich eine Bereinigung, die der vielgepriesene Markt schon lange hätte vollziehen müssen. Dauern die Krisenmassnahmen länger als gedacht, wird es in der Zeit nach Corona einige der Blättlis nicht mehr geben, denn – Hand aufs Herz – systemrelevant sind sie ja wohl kaum. Vermissen wird sie ohnehin niemand. Sonst wären ihre Auflagezahlen ja nicht dahingeschmolzen wie Schnee an der Sonnenkorona.

    * Die AZ beschäftigt sich beispielsweise heute, am 31.3.2020 in drei (!) Artikeln mit dieser Frage.

  • 30.3.2020 - Tag der Hygienemasken

    Österreichische Regierung setzt auf Masken beim Einkauf, Tests und Freistellungen für Risikogruppen

    Die Bundesregierung hat am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verkündet. Es gelte nun, eine Überforderung des Gesundheitssystems mit allen Mitteln zu verhindern, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Dies solle durch den verstärkten Schutz besonders gefährdeter Gruppen, die konsequente Durchsetzung der Maßnahmen durch die Exekutive und das verpflichtende Tragen von Masken erreicht werden. "Wir sind von unserem Ziel noch weit entfernt", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Ein Ende der Maßnahmen sei demnach noch länger nicht in Sicht. Um den Schutz von älteren Menschen und den von Menschen mit Vorerkrankungen zu verbessern, sollen diese Bevölkerungsgruppen verpflichtend vom Job freigestellt oder auf Homeoffice umgestellt werden, erklärte Anschober. Per Erlass wird außerdem die touristische Nutzung von Hotels eingestellt. Weiters soll, vor allem zu Stoßzeiten, die Einhaltung der Sicherheitsabstände in Supermärkten verbessert werden. Etwa durch Bodenmarkierungen vor den Kassen und Kontrollen, wie viele Käufer in den Supermarkt dürfen.

    Verteilung der Masken in Supermärkten

    In den Supermärkten soll auch die Verteilung der Schutzmasken stattfinden, deren Tragen in Zukunft beim Einkauf verpflichtend sein wird. So weit möglich soll dieser Schutz auch überall sonst angelegt werden, wo Menschen zusammenkommen, bat Kurz. Ab Mittwoch sollen die Masken am Eingang der Supermärkte verteilt werden. Wer dies verweigert, "wird nicht in den Supermarkt hineinkommen", sagte Kurz. Die Masken sind laut Anschober dafür geeignet, dass andere nicht angesteckt werden. "Sie haben einen Wirkungszeitraum von vier Stunden" und dienten dem "Schutz der Kapazitäten in den Spitälern". Was die Testungen angeht, arbeite die Regierung nach wie vor daran, "dass es einen schrittweisen Ausbau gibt". Jedoch habe man "da durchaus eine angespannte Situation", sagte Anschober in Bezug auf die Testkapazitäten. Bei den Antikörpertests mache "die Industrie ganz große Fortschritte". Diese sollen "in einem überschaubaren Zeithorizont breit" ausgerollt werden. Weiters erklärte Kurz, dass man derzeit eine Stichprobentestung bei 2.000 Personen mache. Damit werde man Ende der Woche abschätzen können, wie viele Personen tatsächlich infiziert sind. Auch beim medizinischen Personal werden entsprechende Testungen durchgeführt. Schreibt DER STANDARD.

    Das Tragen von Hygienemasken mache nur Sinn, wenn man krank sei oder im Gesundheitswesen arbeite, sagte Koch vom BAG im Interview mit der Sendung «10vor10». Siehe «Daily Headline» vom 28.3.2020 (nach unten scrollen). Sebastian Kurz dürfte ja wohl auch ein paar namhafte Virologen in seinem Team haben und führt mit seiner heutigen Massnahme die Äusserung von Koch ebenfalls ad absurdum. Wie LUZART.

  • 29.3.2020 - Tag der ewigen Liebe

    Polizei musste Katzensee sperren: Schönes Wetter lockte Menschen nach draussen – trotz Corona

    «Bleiben Sie zu Hause!», das ist die Hauptempfehlung des Bundesrats im Kampf gegen das Coronavirus. Am heutigen Samstag wollten die Leute aber lieber draussen sein. Die Polizei hatten alle Hände voll zu tun. Die Schweizer bleiben zu Hause. Die Handy-Daten der letzten Tage zeigten, dass immer weniger Menschen unterwegs waren (BLICK berichtete). Doch mit dem ersten Wochenendtag zeigt sich an vielen Orten ein anderes Bild. Das schöne Wetter am heutigen Samstag lockt unzählige Menschen nach draussen.Obwohl der Bund empfiehlt, zu Hause zu bleiben. Mehrere BLICK-Leserreporter schickten Fotos von Menschen, die sich nicht an die Massnahmen zu halten scheinen. Die Aufregung ist gross. «Gewisse Leute kapieren es einfach nicht!», schreibt einer. Um 15 Uhr beobachtet er eine geschlossene Sportanlage beim Hardhof in Zürich. Mindestens fünf Personen lässt die Anweisung kalt. Munter trainieren sie an den Geräten. Auch am Fluss sieht es nicht anders aus. «Ich finde es eine unglaubliche Frechheit, was sich manche Personen erlauben. Das Seeufer ist zu und so weicht man an die Limmat aus!!!», schreibt eine Leserin. Auf dem von ihr eingesendeten Foto sind mehrere Dutzend Personen an den Treppen des Wipkingerparks in Zürich zu sehen. Schreibt SonntagsBlick.

    Liebe Luzernerinnen und Luzerner: Jetzt ja nicht mit dem desinfizierten Innerschweizer Zeigefinger auf die Zürcher zeigen. Der Aufmarsch der Spaziergängerinnen und Spaziergänger am Luzerner Quai am gestrigen Samstag bei traumhaftem Frühlingswetter war der reinste Horror. Ein Massenauflauf sondergleichen. Wie bereits am vorletzten Sonntag. Social Distancing ist unter solchen Umständen beim besten Willen nicht einzuhalten. Hinzu kommt das erschreckende Bild der Risikogruppe der unzähligen Seniorinnen und Senioren, die's auf Teufel komm raus nicht sein lassen können, am Quai zu flanieren und händchenhaltend ihre ewige Liebe zu demonstrieren, die schon bald ein tragisches Ende nehmen könnte. Dummheit macht scheinbar auch vor Gicht, grauen Federn und Krampfadern nicht Halt. Dabei gibt es in Luzern viele andere, sehr schöne, gemütliche und bequeme Wanderwege, die kaum frequentiert werden. Sollte der Quai sinnvollerweise polizeilich geschlossen werden, braucht sich niemand zu wundern. In Wuhan wäre das schon längst passiert. Von den Chinesen lernen, heisst das verdammte Coronavirus besiegen lernen. Und zwar mit Intelligenz, aber ohne Diktatur.

  • 28.3.2020 - Tag der Gesichtsmasken

    BAG: Bund hat genügend Hygienemasken an Lager – Schweizer Maskenproduktion läuft an

    Der Bund verfüge wieder über genügend Hygienemasken an Lager, sagte Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Freitagabend. Diese seien vorrangig reserviert für Personal im Gesundheitswesen. Das Tragen von Hygienemasken mache Sinn, wenn man krank sei oder im Gesundheitswesen arbeite, sagte Koch im Interview mit der Sendung «10vor10» weiter. Ansonsten seien Handhygiene und Distanzhalten der bessere Schutz gegen das Coronavirus. Die Masken sollen deshalb von Arbeitnehmenden im Gesundheitswesen getragen werden, vor allem im Umgang mit Risikopatienten. Momentan verfüge der Bund über 17 Millionen Masken an Lager. Zwei Millionen Masken würden täglich benötigt, so Koch. Inzwischen hat sich die Lage um den Export von medizinischem Schutzmaterial entspannt: So bestehen in Deutschland keine Einschränkungen mehr beim Export von diesem Material in die Schweiz, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mitteilte. Die Waren seien unterwegs oder bereits im Land. Alle dem Seco bekannten Probleme seien gelöst. Am vergangenen Freitag hatte Wirtschaftsminister Parmelin einen «Durchbruch» bei der Lieferung von Schutzmaterial aus der EU für die Schweiz verkündet. Die Schweiz könne umgehend mit der Produktion von Schutzmasken starten, sagte Koch zudem am Montag. Die Maschinen dafür seien vorhanden. So sollen täglich rund 40'000 Masken im eigenen Land produziert werden. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Das ist doch endlich mal eine positive Nachricht! Doch die Aussage von Daniel Koch betreffend Tragen der Hygienemasken scheint noch immer auf einen gewaltigen Mangel an Masken für die Gesamtbevölkerung hinzuweisen. Es macht durchaus für alle Menschen Sinn, sowohl die Gesichtsmaske zu tragen wie auch die – eigentlich selbstverständlichen – Ratschläge vom BAG bezüglich Handhygiene und Distanzhalten strikt zu befolgen. Das eine tun und das andere nicht lassen. Würden Gesichtsmasken tatsächlich nichts nützen, stellt sich die Frage, warum sie denn dem Personal im Gesundheitswesen empfohlen werden? Widersprüchlicher kann man kaum herumeiern. Die chinesischen Experten (und auch viele europäische wie der deutsche Virologe und Podcast-Star Christian Drosten) wundern sich, weshalb in Europa Maskentragen nicht zur Pflicht erklärt wurde. Ja warum wohl? Nicht weil sie nichts nützen, sondern weil die Masken schlicht und einfach für die breite Masse der Bevölkerung nicht verfügbar sind.

  • 27.3.2020 - Tag der genetisch bedingten Pfeile

    Soll Politik stillstehen? Aargauer Nationalrätin findet: «Parlament muss Auftrag erfüllen, dafür ist es gewählt»

    Erste Reaktionen im Aargau zur Corona-Session sind mehrheitlich positiv. Für die SP-Aargau-Präsidentin und Nationalrätin Gabriela Suter ist klar, dass das Parlament bald wieder zusammentreten muss, so wie es jetzt auch geschieht. Es müsse handlungsfähig bleiben, «in einer derartigen Krise wie jetzt ist das sogar noch wichtiger». Es gehe darum, die Notverordnungen des Bundesrates durch das Parlament zu überprüfen und zu legitimieren: «Je länger der Ausnahmezustand herrscht, desto dringender muss das Parlament wieder tagen.» Es soll natürlich primär um die Bewältigung der Coronakrise gehen. Sie hofft, dass auch andere Geschäfte Platz haben: «Wir müssen rasch die Schlussabstimmung zu den Überbrückungsrenten durchführen. Das CO2-Gesetz hat ebenfalls hohe Dringlichkeit.» Zum Schutz von Risikopersonen müsse man in der Session aber eine sichere Lösung finden.

    Glarner: Es braucht im Moment keine Session

    Für den Nationalrat und SVP-­Aargau-Präsident Andreas Glarner dagegen ist klar: «Es braucht im Moment keine Session. Der Bundesrat handelt nach Notrecht, aber derzeit mit viel Augenmass. Solange das so bleibt und die Finanzdelegation sein Handeln unterstützen kann, muss das Parlament nicht eingreifen. Wir können ohnehin nur die Beschlüsse abnicken.» Er hat keine Sorge, dass man das Notrecht wie nach dem 2. Weltkrieg nur schwer wieder wegbrächte: «Die rechtliche Situation ist heute eine ganz andere.» Klar sei alles vorzubereiten, dass eine nächste Session stattfinden kann, aber: «Es gibt keine Geschäfte, die nicht ein paar Monate warten können. Es geht vielen linken Parlamentariern doch mehr darum, sich in der Krise – die ich keinesfalls verharmlosen will – am Rednerpult zu produzieren und endlich wieder Sitzungsgeld zu kassieren.»

    Binder: Auch Parlament muss funktionieren

    Es gehe nicht darum, dass das Parlament die Aufgaben des Bundesrates übernimmt, diese seien in der momentanen Notlage nicht teilbar, sagt Nationalrätin und CVP-Aargau-Präsidentin Marianne Binder. «Es geht darum, dass das Parlament seinen eigenen Auftrag erfüllt und seine Geschäfte behandelt. Dafür ist es gewählt. Ich begrüsse diese Session.» Dass sich die erste Macht im Staat selbst ausser Kraft gesetzt hat und seither weder handlungs- noch beschlussfähig war, ist für Binder aus demokratie- und staatspolitischer Sicht sehr heikel: «Von Schulen, Universitäten und Wirtschaft erwarten wir, dass sie digital funktionieren, so auch vom Parlamentsbetrieb. Rechtlich ist das möglich.» Dass man nun in eine Messehalle geht, sei aber in Ordnung. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Wir sollten jetzt nicht in Defätismus verfallen und über die Wichtigtuerei as usual der vom Schweizer Volk an der Wahlurne Gesalbten und von der Wirtschaft Geschmierten herziehen. Viele Schweizerinnen und Schweizer verlieren derzeit als Folge fehlender Einnahmen Geld. Viel Geld sogar. Der Bundesrat versucht, so solidarisch und unkompliziert wie irgendwie nur möglich allen zu helfen. Gerecht zu werden. Da zu sein für die Nöte der Bevölkerung. Das gilt aber (bis jetzt) nicht für die Parlamentarierinnen und Parlamentarier im Hohen Haus von und zu Bern, die mangels fehlenden Gelegenheiten nicht ihrem üblichen Lobbyismus und den sprichwörtlichen Mauscheleien in den Hinterzimmern nachgehen können und dadurch wohl auch deftige Einnahmenverluste im Lobbykässeli in Kauf nehmen müssen. Hinzu kommt ein gewisser Ansehensverlust bei der Bevölkerung, die plötzlich realisiert, dass die Coronakrise ganz ohne die unsäglichen Expertinnen und Experten aus dem Parlament vom Bundesrat allein gemeistert wird. Mit hoher Akzeptanz beim Volk. Niemand vermisst derzeit die Schalmeien und Pöstchenjäger*innen aus dem National- und Ständerat. Im Gegenteil! Viele Menschen sind sogar froh, dass das übliche Palaver für einmal unterbleibt und geniessen die wohltuende Ruhe. Trotzdem ist der Bundesrat zwingend angewiesen, die Verluste der Parlamentarierinnen und Parlamentarier ebenfalls über sein Massnahmenpaket auszugleichen. Müssen doch die Ärmsten und Ärmstinnen von ihrem kläglichen Einkommen als Auserwählte des Volkes leben. (Ironie aus.)

    PS: Es kommt nicht alle Tage vor, dass man Glarner beipflichten muss. Allerdings sind seine einem genetisch bedingten Reflex geschuldeten Pfeile, die er gegen die «Linken» abschiesst, unvollständig. Nur ein Teil der Wahrheit, wie so oft bei Glarner. Die ehemals liberale, heute abartig neoliberale Partei FDP (orchestriert von der CVP) schreit nämlich genau so laut wie die SP nach einer Parlamentssession. Der solariumgebräunte Pöstchenjäger Müller aus dem Ständer-Rat hat bereits die Messe Luzern als Tagungsort vorgeschlagen. Und dies schon vor Tagen. So viel Wahrheit, lieber Andi, muss sein. Auch für einen Dumpfplauderer, wie wir Dich laut Gerichtsurteil nennen dürfen.

    Damian Müller - feinsinniger Pöstchen-Jäger
  • 26.3.2020 - Tag der gelauten Jeanshose

    Trump'sche Balkanpolitik: Kosovarische Regierung gestürzt

    Mittwochnacht wurde die Regierung Kurti durch ein Misstrauensvotum zu Fall gebracht. Die USA unter Trump stellen sich in der Kosovo-Politik nun klar gegen die Europäer. Viele Bürger in Prishtina trommelten auf Töpfe oder Eisenstangen auf ihren Balkonen, um den Sturz der Regierung zu verhindern. Gäbe es keine Ausgangssperren wegen der Coronavirus-Krise, wären die Straßen der kosovarischen Hauptstadt am Mittwoch wahrscheinlich voll von Demonstranten gegen die alten Kader gewesen. Denn trotz der Warnung der Gesundheitsbehörden, dass eine Zusammenkunft der Parlamentarier zu gefährlich sei, wurde die Koalition der Vetëvendosje (VV) unter Premierminister Albin Kurti mit der Demokratischen Liga (LDK), die seit Februar in Amt ist, dort Mittwochnacht per Misstrauensvotum gestürzt. Offiziell ging es um einen Streit, ob der Ausnahmezustand ausgerufen werden sollte oder nicht. Präsident Hashim Thaçi, der größte innenpolitische Gegner von Kurti, versuchte dies zu erreichen, weil er als Staatschef dadurch mehr Durchgriffsrechte bekommen wollte. Die alten Kader der LDK, die sogenannte "Dinosaurier-Fraktion", folgten dem Präsidenten, weil sie selbst die Koalition verlassen wollen. Das hat allerdings nichts mit der Coronavirus-Krise oder Maßnahmen dagegen zu tun, sondern mit dem US-Gesandten für Kosovo und Serbien, Trumps Geheimdienstdirektor Richard Grenell. Dieser hat die "Dinosaurier-Fraktion" der LDK auf seine Seite gezogen. Grenell will gemeinsam mit Thaçi und dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić ein Abkommen zwischen Serbien und dem Kosovo durchziehen. Seine Aufgabe ist es nämlich, für seinen Chef Trump einen außenpolitischen "Erfolg" vor den US-Wahlen zu liefern. Kurti ist allerdings gegen einen solchen intransparenten Deal, und wurde offenbar deswegen ausgehebelt. Nach dem Misstrauensvotum sagte er, dass diejenigen Kosovaren die sich in Washington mit Grenell getroffen hätten, mit viel Macht "von oben" ausgestattet worden seien – damit spielte er auf den Ex-LDK-Außenminister Skender Hyseni an, der vor zwei Wochen mit dem Trump-Gesandten zusammen gekommen war und offenbar danach das Koalitionsende eingeleitet hatte. Viele Kosovaren machten sich angesichts der sich überstürzenden Ereignisse und der Vorgangsweise von heimischen wie internationalen Politikern und Honorardiplomaten Sorgen um die Demokratie, gibt der Wissenschafter zu Bedenken. "Es gibt zudem immer mehr Tendenzen zu autoritären Zügen. Manche versuchen die Pandemie auszunutzen, um das durchzuziehen." Thaçi forderte etwa die Polizeikräfte auf, die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Covid-19-Krise nicht einzuhalten. Er behauptete, dass diese verfassungswidrig seien. Thaçi versucht sich im Kosovo und im Ausland als "Mann der Amerikaner" darzustellen. Er ist allerdings wegen seiner Kriegsvergangenheit erpressbar. Es ist nicht auszuschließen, dass er vor dem kosovarischen Sondergericht für Kriegsverbrechen in Den Haag landet. Schreibt DER STANDARD.

    Die Regenbogentante Grenell und der Macho Thaçi: Was für ein liebliches Paar! Der Hardliner Richard Grenell und die Trump-Administration beweisen einmal mehr, dass die hehren Botschaften der Leitartikel von wegen «Die Welt hält in der schlimmsten Krise nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen» – geschrieben von den transatlantischen Speichelleckern in den Redaktionsstuben der «westlichen Wertegemeinschaft» – nichts anderes sind, als nach Zeilenhonorar bezahlter Müll.

    Kleine Schmonzette am Rande: Der ehemalige UCK-Chef und jetzige Präsident der Republik Kosovo, Hashim Thaçi, könnte vor dem kosovarischen Sondergericht für Kriegsverbrechen in Den Haag landen. Thaçi lebte vor dem Kosovokrieg für einige Zeit als Student auch in der Zentralschweiz. SVP-Nationalrat Sebastian Frehner reichte eine Interpellation bezüglich «Kriminellen Aktivitäten von Hashim Thaçi und der UCK in der Schweiz» ein. Unter anderem liess der Kosovare im Emmen Center damals eine Jeans mitlaufen, wurde aber in flagranti beim Diebstahl erwischt und die Luzerner Staatsanwaltschaft leitete ein Strafverfahren ein, das lange Zeit öffentlich im Internet einsehbar war. Doch kaum war der Kosovare im Staatsamt angelangt, wurde der Interneteintrag auf wundersame Art gelöscht. So wie Ueli Maurers «Neger»-Video auf Youtube, in dem Maurer live und wahrhaftig in Wort, Bild und Ton vor dem Parlament im Hohen Haus zu Bern erklärte, wie man in Bern einen Schwarzafrikaner nenne, am Tag seiner Wahl zum Bundesrat auf ebenfalls wundersame Art gelöscht wurde. Die uralte Internetweisheit, dass das Internet niemanden und nichts vergesse, wird damit ad absurdum geführt. Sachen gibt's...

  • 25.3.2020 - Tag der Scheisshauspapier-Experten und Influencer

    Schweizer hamstern WC-Papier: Ökonom Bruno S. Frey sagt warum

    Der Wirtschaftsprofessor Bruno S. Frey ist ein Pionier der ökonomischen Glücksforschung. Er sagt, warum Hamstern sinnvoll sein kann und wieso das Parlament wieder tagen muss. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Gut zu wissen, dass nun auch der Pionier der Glücksforschung und Scheisshauspapier-Experte S. Frey seinen Kommentar zum Thema Coronavirus absondern durfte. Langsam aber sicher nervt die Inflation der unsäglichen und nichtssagenden Corona-Artikel. Der Peak ist längst überschritten. Zitieren wir nochmals Karl Valentin: «Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.»

    Geld für Coiffeure und Beizer: Ansturm der Selbstständigen überfordert Server der Ausgleichskassen, doch was wird aus den Influenzern?

    Fitnessberater, Coiffeure, Beizer: Ihnen will der Bund rasch und unkompliziert mit Geld aushelfen, damit sie ihre Erwerbsausfälle in Corona-Zeiten überbrücken können. Schliesslich arbeiten in der Schweiz viele selbstständig Erwerbende, ohne einen Arbeitsvertrag eines Chefs oder einer Firma. Nachdem der Bundesrat am Freitagnachmittag sein Wirtschaftspaket bekannt gegeben hat, haben die AHV-Ausgleichskassen übers Wochenende die nötigen Informationen für die Bevölkerung zusammengestellt, damit sich in finanzielle Not geratene Menschen, die wegen der Corona-Krise nicht mehr arbeiten dürfen, rasch Hilfe besorgen können. Maximal gibt es vom Bund 196 Franken – so wie bei Mutterschaftsurlaub oder Militärdienst. Nun zeigt sich: Der Bedarf nach Überbrückungs-Liquidität ist gross. So gross sogar, dass die Server zum Teil ausgefallen sind, wie die Ausgleichskassen bestätigen. Am Montagvormittag wurden die Informationen aufgeschaltet, und bereits gegen elf Uhr waren zeitweise bis zu 14‘000 Personen gleichzeitig auf der Webseite der AHV-Ausgleichskasse, um das Formular auszufüllen oder herunterzuladen, um es später ausgefüllt per Post zu verschicken, wie SRF berichtet. «Hat sich ausbezahlt, dass wir so rasch reagiert haben» Andreas Dummermuth von der Ausgleichskasse des Kantons Schwyz koordiniert die Bemühungen der Kantone und bestätigt den grossen Andrang gegenüber CH Media. „Es hat sich ausbezahlt, dass wir nach der Bundesrats-Ankündigung so rasch reagiert haben“, sagt der Jurist. Es sei eine Herkulesaufgabe gewesen, da die Kantone bis am Freitagnachmittag keine schriftlichen Informationen vom Bund diesbezüglich erhalten hätten. Doch was ist mit Reinigungspersonal und Influencern? Dummermuth betont, dass nur Personen für Zahlungen berechtigt sind, die aufgrund der Corona-Massnahmen des Bundes oder des Kantons nicht mehr arbeiten können. Für eine Reinigungskraft oder einen Anwalt gelte dies zum Beispiel nicht, da es sich um keine Betriebsschliessung handle. Das heisst, dass auch eine selbstständige Reinigungskraft, die zum Stundenlohn angestellt ist, keinen Anspruch hat, wenn ihr Auftraggeber die Reinigung des Büros oder der Wohnung storniert. Auch Influencer, die sich in Hotels oder Restaurants für die sozialen Medien inszenieren, gehen laut Dummermuth leer aus. Schreibt das Zofinger Tagblatt.

    Bis jetzt wurde von den Medien jedes mittelmässige Dummerchen, das ein möglichst schrilles Handyvideo auf dem eigenen Youtube-Chanel hochladen konnte, als Socialmedia-Star mit ausserirdischen Fähigkeiten und einem Millioneneinkommen dank Milliarden von Klicks hochgejazzt. Deckt nun ausgerechnet die «Influenza Corona» mit brutaler Härte auf, dass all die medial aufgebauten Superlativen um die Influencer nichts anderes (bis auf ganz wenige Ausnahmen) nur unrecherchierter Schall und Rauch waren? Wie so vieles andere an Übertreibungen bezüglich Social Medias?

  • 24.3.2020 - Tag der irrationalen Wunschträume

    In den Köpfen wird das Virus überleben

    Die Körper immunisieren sich gegen Corona. Doch vieles wird nie mehr so sein wie früher. Hätte im Dezember 2019 jemand das jetzige Befinden der Welt beschrieben, wäre diese Person in psychologischer Behandlung gelandet. So ein Irrsinn. Nun, nach über einer Woche Ausnahmezustand, fühlt sich diese Stimme fast normal an. Und vielleicht ist sie bereits ein Teil von uns geworden. Ein Mikroorganismus hat fertiggebracht, woran die mächtigsten Politiker gescheitert wären: Menschen verzichten auf Tätigkeiten, die für unverzichtbar galten. Demokratische Staaten setzen Massnahmen durch, die man bis vor kurzem als totalitär bekämpft hätte. Notrecht herrscht. Die meisten Schweizerinnen und Schweizer erleben zum ersten Mal, dass die Welt nicht so funktioniert, wie man es ihnen versprochen hat. Doch irgendwann wird die Plage vorbei sein. Dann geht es wieder los. Bereits wird ausgiebig über die Post-Corona-Welt nachgedacht. Die entscheidende Frage dabei lautet: Wie lange wird Covid-19 in unseren Köpfen bleiben, nachdem sich die Körper dagegen immunisiert haben? Auf ein Nachwirken des kollektiven Zu-Hause-Sitzens hoffen auch Freunde der Digitalisierung. Die unfreiwillige Nutzung von Homeoffice, Homeschooling und Homeshopping lasse viele Menschen deren Vorteile erkennen. Dadurch werde sich der Alltag auch nach der Befreiung stärker in virtuellen Räumen abspielen. Weitere Post-Corona-Prognosen lauten: Der Nationalstaat werde erstarken, die Globalisierung hingegen schwächeln. Staatliches Durchgreifen und eine breite Überwachung würden leichter akzeptiert. Der öffentliche Verkehr werde sich nie mehr richtig vom Seuchenherd-Image erholen, das Gleiche gelte für Grossveranstaltungen. Dafür werde gemeinschaftliches Handeln höher geschätzt. Schreibt die Berner Zeitung.

    Beat Metzlers Meinung tönt zu schön um wahr zu sein. Dass sich Home Office langfristig als neues Arbeitsmodell in vielen dafür prädestinierten Betrieben etablieren wird, ist unbestritten. Hat aber weniger mit dem Coronavirus als mit der Digitalisierung zu tun. Das Virus trägt lediglich zur Beschleunigung und Akzeptanz bei. Zu glauben, dass sich an der Globalisierung oder unserem Umgang mit dem Klimawandel eine Kehrtwendung zum Besseren vollziehen wird, ist irrationales Wunschdenken. Erinnern wir uns doch einmal für einen kurzen Moment an die letzte grosse Krise, die die globale Finanz- und Wirtschaftswelt durchgeschüttelt hat: Die Weltfinanzkrise. Johann Niklaus Schneider-Ammann, damals noch FDP-Nationalrat, geisselte im Parlament die Banksters und deren schamlose Bonunszahlungen ebenso wie den Hilferuf nach dem Staat. (Anmerkung: Was die FDP jetzt auch in der Coronakrise hemmungslos betreibt.) Schneider-Ammann forderte eine drastische Regulierung des Bankensystems. 2010 wurde er bei der Ersatzwahl für Hans-Rudolf Merz zum Bundesrat gewählt und hielt sich ab diesem Zeitpunkt an Adenauers Worte: «Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.» Das «systemrelevante» Bankensystem wurde nach der Rettung durch den Staat mit wenigen Ausnahmen kaum reguliert und die unsäglichen Boni flossen weiter bis zum heutigen Tag. Nein, lieber Beat Metzler, so gern man ihren Visionen für eine bessere Welt in den Zeiten nach dem Coronavirus folgen würde: Da braucht es einiges mehr, bis in den Köpfen der seit Jahrzehnten bis ins Mark vom tödlichen Virus des brachialen Neoliberalismus verseuchten Gesellschaft ein Umdenken stattfindet. Der Neoliberalismus hat sich noch nie um Tote gekümmert, dafür aber um so mehr für die sinkenden Börsenwerte.

  • 23.3.2020 - Tag der Freisinnigen Pöstchenjäger

    Kampf gegen Corona: Bundesrat berät sich mit Parteichefs

    Im Kampf gegen das Coronavirus regiert der Bundesrat jetzt per Notrecht. Das Parlament hat die Session abgebrochen. Die Volksabstimmungen vom 17. Mai sind abgesagt. Zeitlich befristet, stärkt die Krise die Landesregierung auf Kosten der anderen Gewalten im Staat. Dennoch möchte der Bundesrat nicht auf den Rat der Parteien ­verzichten. Regelmässige Sitzungen mit deren Vertretern sind in Planung. Und Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (59, SP) hat die Parteipräsidenten für kommende Woche zu einem Treffen eingeladen. Ort und Zeitpunkt sind noch offen. «Tatsächlich habe ich mit den Präsidenten der anderen Parteien den gleichen Gedanken diskutiert und begrüsse die Einladung der Bundespräsidentin ausdrücklich», sagt CVP-Präsident Gerhard Pfister (57). Es gehe darum, dass der Bundesrat die Möglichkeit erhält, «das Parlament und die Parteien zu spüren und mit uns zu diskutieren». Niemand denke, die Landesregierung wende das Notrecht nicht sorgfältig an. «Vielmehr können die Diskussionen in dieser Runde dem Bundesrat den Rücken stärken. Denn sein Korrektiv, das Parlament, tagt nun einmal nicht.» Die Schweiz steht laut Pfister erst am Beginn der Krise. Die aber sei «die grösste Herausforderung für unser Land seit Ende des Zweiten Weltkriegs». Kritik am Bundesrat werde noch kommen, so der Zuger. «Umso wichtiger scheint es mir, dass sich die Politik in einer ersten Phase in Geschlossenheit übt.» SVP-Chef Albert Rösti (52) betont die Einigkeit der Parteien mit gleichem Nachdruck: «Es ist wichtig, dass wir hinter der Landesregierung stehen, sie aber auch kritisch begleiten.» Zumal erste Misstöne laut werden. Rösti stört etwa die Kritik an Bundesrat Guy Parmelin (60, SVP), die darin deutlich wurde, dass die FDP öffentlich rasche Massnahmen zum Schutze der Schweizer Betriebe forderte. Dies sei «unnötig», meint der SVP-Parteipräsident, Parmelin habe zur Sicherung der Liquidität in kurzer Zeit ein bedarfsgerechtes und unbürokratisches Wirtschaftspaket bereitgestellt. Die Räte halten derweil an der Sondersession vom 4. und 5. Mai fest. Die Parlamentsdienste sondieren jedoch bereits Ausweichstandorte. Eine Möglichkeit ist aus der Sicht des freisinnigen Ständerats Damian Müller (35) die Stadt Luzern. «Wir können es uns nicht leisten, den Parlamentsbetrieb zu lange ruhen zu lassen», sagt der Luzerner, der den Ratspräsidien bereits einen detaillierten Plan vorgelegt hat. «Ich bin der Auffassung, dass in einer solchen Krisensitua­tion die Räte als Legislative handlungsfähig bleiben müssen.» Müller steht mit der Messe Luzern in Kontakt, die den Politikern genügend Platz bieten könnte, um die Abstandsregeln einzuhalten. «Hier, im Herzen der Schweiz, können wir den Parlamentsbetrieb vorübergehend wieder hochfahren», so Ständerat Müller. Unter einer Bedingung: «Wenn sich Parlamentarier nun treffen, ob in den Kommissionen oder im Plenum, müssen sie auf das Virus getestet werden.» Schreibt BLICK.

    SVP-Präsident Albert Rösti drückt sein Missbehagen gegenüber dem «Offenen Brief der FDP - Die Liberalen an Bundesrat Guy Parmelin» zurückhaltend aus: Der Brief sei «unnötig» gewesen, sagt Rösti. Das ist zwar richtig, beleuchtet aber nur einen Aspekt des öffentlichen FDP-Pamphlets. Das Abscheuliche und Abstossendste an diesem Hetzbrief bringt Rösti nicht zur Sprache. Dass ausgerechnet die Partei von Frau Gössi, die seit Jahrzehnten nur die zwei Schlagworte «Privatisierung» und «Steuersenkung» kennt, am 18. März (sic!) nach Staatshilfe für ihre Klientel schreit, tönt wie Hohn in den Ohren entsetzter Bürgerinnen und Bürger, entspricht aber dem Wendehals-Charakter und dem geradezu abartig gepflegten Neoliberalismus übelster Art der gesamten Führungsriege dieses unsäglichen Klientelvereins.

    Der FDP-Brief an Bundesrat Parmelin offenbart auf erschreckende Art und Weise Blau auf Weiss die Verkommenheit, Empathielosigkeit und Charakterschwäche einer Partei, die sich auch noch «Die Liberalen» zu nennen wagt. Mit keinem einzigen Wort wird darauf hingewiesen, dass das Wohl und die Gesundheit der Bevölkerung an erster Stelle stehen. Im Gegenteil: Für die Parlamentsmannschaft der «Freien Demokratischen Lobbyisten-Partei», die sich für ihre Lobbyarbeit fürstlich bezahlen lässt, steht die Liquidität der Unternehmen an erster Stelle. Nicht die Menschen. Es geht wirklich nur ums Geld. Nicht um die Gesundheit. Nicht um die Toten, die bereits wegen dem Corona-Virus, das sich nota bene nicht privatisieren lässt, gestorben sind. Da passt der Krisenplan eines FDP-Mitglieds ja wunderbar zur Geisteshaltung seiner Partei, beginnen die salbungsvollen Worte des «Krisenmanagers» an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Holding mit den Worten «Zuoberst steht das Wohl unserer Holding». Das muss man sich erst mal auf der Zunge vergehen lassen.

    Der Luzerner FDP-Ständerat Damian «ich bin nicht schwul» Müller setzt dem Ganzen in seiner geistig intellektuellen Ödnis die Krone auf: «Parlamentarier müssen auf das Virus getestet werden». Dem solariumgebräunten Schönling, bei Luzerner Studenten inwischen als «Liebling aller Schwiegermütter» zur Witzfigur mutiert, liegt das Wohl der Parlamentarier logischerweise vor dem Wohl des Volkes. Parlamentarier first. Danach erst das einfältige Wahlvolk. Ist ja aus Sicht von Müller verständlich. Ohne Parlamentseinwirkung sind seine fürstlich belohnten Lobbyarbeiten in den Kommissionen vermutlich nicht abrufbar. Den Armseligen im Geiste vom Schlage des Pöstchenjägers Müller, der sich gerne abschätzend über «Professoren» äussert, selber aber noch nie eine Universität von innen gesehen hat, wäre tatsächlich ein Test zu empfehlen. Der Corona-Test ist es allerdings nicht. Ein IQ-Test schon eher.

    Damian Müller - feinsinniger Pöstchen-Jäger
  • 22.3.2020 - Tag der überflüssigen Meinungen

    Deutschland, ein Coronaland: Wir müssen jetzt gemeinsam lernen

    Jetzt schlägt die Stunde von solidarischen Nachbarn. Und die von Denunzianten und Verleumdern. Die einen kümmern sich um die Alten nebenan, die andern stellen massenweise Fotos von Leuten ins Netz, die sich angeblich falsch verhalten. Spaziergänger im Park und Väter mit vollen Einkaufswagen kommen in Nahaufnahme an den Twitter-Pranger. Doch warum hat der Blockwart einen legitimen Grund, draußen zu sein, der Geblitzte aber nicht? Vielleicht bringt der Familienvater auch noch seinen alten Eltern Klopapier mit, und vielleicht macht die WG einen vorsichtigen Spaziergang, weil sie sich eh die Wohnung teilt. Sogar die Polizei ist gelassener als so mancher Privatwachtmeister. In der Partystadt Berlin berichten die Beamten von größtenteils einsichtigem Jungvolk. Auf Twitter warnen sie die Denunzianten: „Die ggf. noch geöffnete Kneipe ist kein Grund, unseren Notruf zu wählen.“ Schreibt Livia Gerster einen weiteren «Kommentar» in der FAZ, auf den niemand wirklich gewartet hat.

    Livia Gersters Kommentar ist so flüssig wie der Papst: nämlich überflüssig. Oder wie Karl Valentin es kurz und bündig auf den Punkt bringen würde: «Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.»

  • 21.3.2020 - Tag der Hoffnung

    Hirnforschung: Nachschub für defekte Nerven

    Sind schwere Hirnleiden wie Alzheimer oder Chorea Huntington therapierbar, indem man Zellen im Gehirn umprogrammiert? Das Werkzeug dafür jedenfalls nimmt Formen an. Verschwundene oder geschädigte Nervenzellen im Gehirn scheinen von unserem Körper bis zu einem gewissen Teil selbst ersetzt werden zu können. So kann etwa einer Einbuße der Bewegungsfähigkeit entgegenwirkt werden. Für Schäden am Gehirn, die unsere Motorik beeinflussen, können Unfälle und Schlaganfälle der Grund sein, aber auch degenerative Erkrankungen können zu Zellverlusten im Gehirn führen. Der Frage, ob dieser Schaden wirklich unwiderruflich ist, stellen sich Forscher seit längerem weltweit; ihre Ergebnisse lassen hoffen. Chorea Huntington dient in Experimenten häufig exemplarisch für die Klasse neurodegenerativer Krankheiten. Diese Erbkrankheit des Zentralnervensystems lässt sich bis heute kaum behandeln und führt statistisch etwa 15 Jahre nach dem Auftreten der ersten Symptome zum Tod. Schuld ist eine Genmutation, infolge derer es durch ein fehlerhaftes Protein zu einer Nervenschädigung kommt. Gong Chen von der Jinan University in China und sein internationales Forschungsteam stellen in „Nature Communications“ eine Möglichkeit in Aussicht, verlorene Nervenzellen direkt im Körper durch Umwandlung anderer körpereigener Zellen zu ersetzen. Dafür machten die Forscher sich die umliegenden Astrozyten, eine Gruppe von Gliazellen, zunutze. Gliazellen sind der häufigste Zelltyp in den Gehirnen von erwachsenen Säugetieren und bilden somit theoretisch eine reichhaltige Quelle an körpereigenen Zellen. Dieser Aspekt ist wichtig, denn gerade in der Nutzung körpereigener Zellen und der Vermeidung von Transplantationen liegt die Hoffnung auf neue Heilmethoden. Gliazellen galten zunächst vor allem als Stützgewebe des Nervensystems. Doch in den letzten Jahren wurden immer mehr Funktionen der die Neuronen umgebenden Zellen bekannt. Bereits 2002 gelang einer Forschergruppe um Magdalena Götz vom Max-Planck-Institut für Neurologie in München der Nachweis einer Entwicklung von einer bestimmten Art Gliazellen zu Neuronen, hier noch außerhalb von Lebewesen. „Ich halte die Umwandlung von Astroglia in Neurone in der Tat für einen vielversprechenden Ansatz“, sagt Götz über die Arbeit von Chen. Im Jahr 2014 veröffentlichte sie zusammen mit Leda Dimou, derzeit tätig am Neurozentrum der Universität Ulm, Forschungsergebnisse, welche die Funktion von Gliazellen als Vorläuferzellen und Stammzellen stützen. Die Forscherinnen demonstrierten in dieser Studie die Möglichkeiten, die diese Zellen als Quelle für neue Nervenzellen bei der Reparatur von Hirnzellen bieten können. Schreibt die FAZ.

    Auch wenn es in Zeiten, in denen weltweit nur noch der Krisenmodus gepflegt wird, nicht unbedingt opportun ist, Hölderlin zu zitieren: «Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch.»

  • 20.3.2020 - Tag der guten Banker

    Nationalbank-Präsident Thomas Jordan hilft den Banken – und warnt sie: Finanzspritze ist nicht für Dividenden!

    Die Nationalbank macht sich Sorgen um die Wirtschaft. Noch aber habe es genügend Liquidität im System, beruhigt Nationalbankpräsident Thomas Jordan im Gespräch mit Blick TV. Und erklärt, warum Devisenkäufe derzeit das beste Mittel sind. Die SNB hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Sie erhöht den Negativzins-Freibetrag der Banken und prüft zusätzliche Massnahmen. Der Leitzins bleibt bei minus 0,75 Prozent. Ausserdem will sie weiterhin am Devisenmarkt intervenieren, um eine weitere Aufwertung des Frankens zu verhindern. In Krisenzeiten flüchten sich Anleger gerne in sichere Währungen wie den Franken. «Wir müssen immer eine Güterabwägung machen: Welches geldpolitische Instrument wirkt in dieser Situation am besten? Wir sind zum Schluss gekommen, dass es jetzt besser ist, die Devisenmarktinterventionen zu verstärken, um die Aufwertung des Frankens zu reduzieren», so Jordan. Das helfe der Wirtschaft mehr als eine weitere Senkung der Negativzinsen. Das sei die richtige Strategie, sagte Jordan am Morgen an einer Telefonkonferenz: «Zinssenkungen helfen nicht immer, wir müssen nun das Virus bekämpfen, und wir müssen vor allem sicherstellen, das es genügend Liquidität im Finanzsystem hat.» Grossen Sorgen macht sich die Nationalbank um die Schweizer Wirtschaft. «Wir müssen damit rechnen, dass es zu einem starken Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität in der Schweiz kommt», befürchtet Jordan: «Viele Läden sind geschlossen, Fabriken fahren die Produktion herunter, bestimmte Dienstleistungen können nicht mehr erbracht werden.» Die Negativzinsen hat die SNB nicht verschärft, im Gegenteil: Die Nationalbank hat den Freibetrag für Banken, für den diese keine Negativzinsen auf ihren Guthaben bei der SNB bezahlen müssen, nochmals erhöht. Das sollte die Banken um rund 600 Millionen Franken entlasten. «Das wäre sehr ungünstig, müssten nun auch Kleinsparer Negativzinsen bezahlen. Auch deshalb entlasten wir die Banken, damit das nicht passiert», so Jordan. «Wir geben den Banken mehr Spielraum, damit sie ihre Verantwortung für die Wirtschaft besser wahrnehmen können.» An der Telefonkonferenz am Vormittag wies Jordan explizit darauf hin, dass die Banken den Spielraum nicht nützen sollten, um mehr Dividenden auszuschütten. Er sei aber fest überzeugt, dass sie sich ihrer Rolle bewusst seien. Schreibt BLICK.

    Thomas Jordan, ein kluger Mann, ist fest überzeugt, dass sich die Banken ihrer Rolle bewusst sind. Glaubt Jordan nach den bitteren Erfahrungen mit etlichen Banken in der Finanzkrise 2007 wirklich noch an das Gute im Bankster? Da ist eine Enttäuschung für Jordan mehr oder weniger bereits vorprogrammiert.

  • 19.3.2020 - Tag des babylonischen Sprachgewirrs

    Coronavirus in der Schweiz: So gelangen Migranten an die wichtigen Informationen

    Auch Menschen, die keine Landessprache verstehen, müssen die Corona-Verhaltensregeln kennen. Der Bund setzt dabei teilweise auf Migranten-Medien. Alle Menschen in der Schweiz, egal, welche Sprache sie sprechen, müssten die Botschaften des Bundes zum Coronavirus verstehen. Das sagt Simone Eigenmann, Kampagnenleiterin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Deshalb seien die roten Plakate mit den Verhaltensregeln in einfacher Sprache gehalten und mit Piktogrammen gestaltet. Auch würden die Informationen und Plakate laufend in weitere Sprachen übersetzt. Auf der Kampagnen-Webseite werde in den Sprachen Albanisch, Arabisch, Mandarin, Portugiesisch, Serbisch, Spanisch und Türkisch informiert. «Weitere Sprachen folgen: Farsi, Kurdisch, Somali, Tamilisch und Tigrinya», sagt Eigenmann. Doch um die vielen Migrantinnen und Migranten in der Schweiz zu erreichen, brauche es mehr. «Wir sind deshalb auf Migrationsmedien und -organisationen zugegangen und haben ihnen die Faktenblätter zur Verfügung gestellt», so die BAG-Kampagnenleiterin. Es handelt sich dabei um Migrationsmedien wie Miges-Media – die Medienplattform des Roten Kreuzes. Oder auch Diaspora TV – ein Internet-Kleinstsender, der von Migrantinnen und Migranten ehrenamtlich betrieben wird. Schreibt SRF.

    Die Massnahmen rund um die Plakate und Flyer des BAG sind vernünftig, auch wenn sie etwas spät kommen. Doch ob die Migrationsmedien wirklich von der Mehrheit der Asylantinnen und Asylanten genutzt werden, darf man bezweifeln. Einfach gestaltete Videos, durch die kantonalen Asylbehörden direkt auf WhatsApp gesendet, könnten möglicherweise weiterhelfen und viel mehr bewirken. Die Behörden haben die Handynummern ihrer Klientel und WhatsApp gehört bei allen Flüchtlingen, Asylantinnen / Asylanten und Gastarbeitern zum Survival Kit. China und Südkorea haben uns auf eindrückliche Art und Weise gezeigt, welche Macht das Handy bei der Bekämpfung von Corona darstellt. Man muss diese Macht nur nutzen.

  • 18.3.2020 - NetzFlix-Day

    Bakom will Internet für Home-Office freihalten: «Der Bundesrat fordert dazu auf, die Dienste zurückhaltend zu nutzen»

    Um Kapazitäten für Home-Office freizuhalten, kann das Bakom datenintensive Dienste wie Netflix abstellen. Soweit ist es noch nicht – aber die Bundespräsidentin ruft zur Mässigung auf. Wegen des Coronavirus sitzen viele zu Hause – und vertreiben sich die Zeit auch mit Serien und Filmen auf Netflix. Doch wie lange noch? Letzten Freitag berichtet der «Tages-Anzeiger», dass das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) datenintensive Streamingdienste wie Netflix limitieren oder abstellen könnte. So blieben mehr Kapazitäten für Leute im Home-Office übrig, die nun zu Hause Videokonferenzen abhalten oder grosse Datenmengen verschicken müssen. Heute Dienstag machte dann plötzlich das Gerücht unter Techinsidern die Runde, dass schon am Freitag Schluss mit Netflix & Co. sein könnte. Darauf heisst es beim Bakom: «Es gab weder heute noch zu einem anderen Zeitpunkt ein Treffen zwischen dem Bakom und Vertretern der Telekommunikationsbranche bezüglich einer Nutzungsbeschränkung von Netflix oder anderen Streamingdiensten. Auch ist die Behauptung, die Nutzung dieser Dienste werde demnächst eingeschränkt, nicht korrekt.» Allerdings ergänzt das Bakom nach Rücksprache mit dem Generalsekretariat des UVEK wie folgt: «Der Bundesrat fordert dazu auf, die Dienste zurückhaltend zu nutzen, wozu insbesondere datenintensive Dienste wie die Übertragung von Video-Dateien gehören. So bleiben genügend Ressourcen für die wichtigen Dienste frei.» Und weiter heisst es aus dem Departement von Bundespräsidentin Simonetta Sommarua: «Sollten gravierende Engpässe entstehen, habe der Bund die Möglichkeit, nicht versorgungsrelevante Dienste einzuschränken oder zu blockieren (Art 48 Abs.1 FMG)». Wie also schon bei den Corona-Massnahmen im realen Leben zählt die Landesregierung also auf die Solidarität der Bevölkerung. Mehr Internet-Kapazität stellt übrigens die Kabelnetzbetreiberin UPC zur Verfügung. So werden während der Zeit des Notstands Kunden mit langsamen Internet-Abos auf mindestens 100 Megabit/s upgegraded – und zwar kostenlos. Laut UPC profitieren rund 165‘000 Kunden von diesem Spezialangebot. Schreibt BLICK.

    Haben wir wirklich keine anderen Sorgen als die mögliche Abschaltung von Netflix? Die Welt würde ohne Netflix definitiv nicht untergehen. Sie würde aber vermutlich für die Menschen, die Home-Office betreiben, auch nicht wesentlich besser. Die Gruppe der Hardcore-Netflix-Konsumenten, die sich den (vorwiegenden) US-Schwachsinn selbst zu Tageszeiten ansehen müssen, dürfte überschaubar sein. Und dass UPC kostenlos ein Kapazitäts-Upgrade durchführt ist nicht mehr als ein billiger Werbegag. Kostet die UPC nichts und bringt den Kunden nichts. Denn niemand, aber auch wirklich niemand, erhält je von seinem Anbieter die versprochene Übertragungs-Kapazität. Steht ja nicht umsonst im Kleingedruckten der AGB aller Internetanbieter.

  • 17.3.2020 - Tag der Hamster

    Shoppen, Freizeit, Arbeiten... Das ist ab Dienstag noch erlaubt

    Der Bundesrat greift zu Notrecht, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. BLICK zeigt, was das für unser Leben bedeutet. Welche Läden haben noch offen? Lebensmittelläden, Take-away, Betriebskantinen, Lieferdienste, Apotheken und Drogerien bleiben geöffnet. Auch die Post, Tankstellen, Banken, Hotels, die öffentliche Verwaltung und soziale Einrichtungen können offen bleiben. Gibt es Einschränkungen beim Einkaufen? In jenen Läden, die noch geöffnet sind: nein. Der Bundesrat sieht in seiner Verordnung keine Einschränkungen für Einkäufe vor. Es gibt deshalb keinen Grund für Hamsterkäufe. Die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Waren des täglichen Lebens sei gesichert. «Es ist nicht nötig, Notvorräte anzulegen», sagt Bundesrat Alain Berset (47). Schreibt BLICK.

    Es wird etwas arg viel über «Hamsterkäufe» geschrieben. Wenn quasi von einer Minute zur andern am Freitag, dem Dreizehnten, sämtliche Schulen geschlossen werden und berufstätige Eltern sich in ihrem Alltag komplett neu organisieren müssen, ist es mehr als verständlich, dass man sich beim Samstags-Einkauf mit dem Notwendigsten eindeckt. Weil zu Hause vielleicht die Kinder auf Mama oder Papa warten, sind tägliche Einkäufe für viele berufstätige Eltern nicht mehr möglich. Dass man da am Wochenende zwei Packungen Salz kauft statt wie üblicherweise nur eine liegt auf der Hand und hat mit «Hamsterkäufen» rein gar nichts zu tun. Wenn einer, wie in den Boulevardmedien als Beweis für abartiges Hamster-Verhalten veröffentlicht, angeblich 48 Tuben Mayonnaise auf Vorrat kauft, ist dieser Jemand allerdings eher ein Leckerbissen für den Psychiater und verdient es nicht, mit den putzigen Hamstern verglichen zu werden. Und wenn dann am Samstag Nachmittag kurz vor Ladenschluss in Luzern bei COOP, ALDI und MIGROS als logische Folge die Salzregale leergefegt sind und sich am Montag darauf die gleichen Salzregale immer noch mit gähnender Leere den Kundinnen und Kunden präsentieren, hat das ebenfalls nichts mit Hamsterkäufen zu tun, sondern mit der Dummheit der Logistikabteilung der einzelnen Unternehmen. Das Wort «Hamsterkäufe» wird auch dem Hamster nicht gerecht, der pflanzliche Vorräte für den Winter anlegt und damit Vorsorge trifft für die möglicherweise von der Natur vorgegebene Notfallsituation. Ein Winter* kann ja durchaus mal etwas länger dauern. Da ist es für die Hamsterfamilie nicht schlecht, zum Überleben ein paar Vorräte im Bau zu haben. Klopapier und Mayonnaise gehören nicht dazu. Das täglich Salz hingegen schon.

    * Liebe Kinder: In Zeiten vor dem Klimawandel gab es früher (vor gar noch nicht so vielen Jahren) tatsächlich Jahr für Jahr Wintermonate, in denen die Landschaft – hinunter bis ins tiefste Flachland – mit hohen Schneedecken eingehüllt war, was es den Hamstern (und den Hamsterinnen, um politisch absolut korrekt zu sein) unmöglich machte, nach pflanzlicher Nahrung zu suchen. Der/die das Hamster*in wird also zu Unrecht als Synonym für eine schlechte Eigenschaft der menschlichen Spezies herbeigezogen. Der herzige Nager sorgt nur vor, um seine Familie durch die harten Winterzeiten zu bringen. Dass Winter nicht mehr stattfindet, ist in seiner DNA noch nicht angekommen. Spielt aber auch keine Rolle; etliche seiner Art werden sowieso in den nächsten Jahrzehnten aussterben. Nicht weil es ihnen so gut geht, sondern weil der Mensch alles daran setzt, dass sie sich in der freien Natur nicht mehr ernähren können. Who cares? It's just One of a Million. (Zynismus aus.)

  • 16.3.2020 - Tag der Gierigen

    Hotspot Ischgl: Gier und Versagen in Tirol

    In Österreich gab’s am Sonntag traumhaftes Wetter. Beinahe Kaiserwetter, würde man in Tirol sagen, wenn der Himmel strahlend blau ist und die Pisten perfekt präpariert sind. In den Bergen bot sich ein vertrauter Anblick: ungestörter Skibetrieb. Sessellifte und Gondeln schaukelten zu fröhlicher Zithermusik auf die Tiroler Berge, in Hochkössen, in Finkenberg und wie die Skigebiete alle heißen. Sogar in Teilen des wegen der Corona-Pandemie gesperrten Paznauntales, wo das Skiresort Ischgl liegt, konnte man Ski fahren. Ischgl, das ist der Hotspot der Corona-Infektionen in Österreich – gemäß einer bereits vor zehn Tagen erfolgten Warnung der isländischen Gesundheitsbehörden und jüngst auch nach Hinweisen des Robert-Koch-Instituts. Von einer Après-Ski-Bar im "Ballermann der Alpen" gingen vermutlich dutzende Infektionen internationaler Skiurlauber mit dem Virus aus. Täglich mehren sich in Dänemark, Schweden, und vor allem in Deutschland Berichte über neue positiv getestete Fälle von Personen, die eines gemeinsam haben: Sie kamen direkt vom Skiurlaub in Ischgl. Durch Sekundärinfektion nach der Rückkehr geht die Zahl in die Hunderte. Umso gespenstischer, ja verstörender war, dass die Tiroler Behörden den Skibetrieb nicht schon vor Tagen sofort eingestellt beziehungsweise die Gäste in Ischgl isoliert haben, sondern sie völlig ungeordnet ausreisen ließen. 300 buchten laut Tiroler Tageszeitung noch Freitag in Innsbrucker Hotels um. Tiroler Notärzte warnten seit Tagen, dass eine Katastrophe im Aufziehen sei. Aber die Landesregierung schlug die Warnungen in den Wind, sah offenbar keinen Grund, nach dem gesicherten Wissen über die Ansteckungen in Ischgl schon vor einer Woche die Notbremse zu ziehen. Ein Versehen? Die Gier hat die Verantwortung für die Gesundheit der Bürger und der Gäste besiegt. Man wollte diese letzte "starke Touristenwoche" noch "mitnehmen", auf dass die Kassen der Liftbetreiber und Hoteliers klingeln. Schreibt DER STANDARD.

    Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. Sprach Mahatma Gandhi. Dem ist nichts hinzuzufügen.

  • 15.3.2020 - Tag des Sommermärchens

    Eskalation am Fifa-Prozess: Das «Sommermärchen» wird zu Michael Laubers Albtraum

    Ein Verteidiger hat dem Bundesstrafgericht Verstoss gegen das Epidemiegesetz vorgeworfen. Jetzt liegen die Verhandlungen auf Eis. Die Verjährung rückt näher. Aufsehen erregte der Prozess am Bundesstrafgericht in Bellinzona TI schon seit Beginn. Im Schatten der Corona- Krise aber ist er nun völlig aus dem Ruder gelaufen: Die Verhandlungen gegen vier Angeklagte im Zusammenhang mit der Fussball-WM 2006 in Deutschland liegen auf Eis. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtete, befindet sich ein Beschuldigter, der ehemalige DFB-Boss Wolfgang Niersbach (69), wegen Verdacht auf Corona-Infektion in seinem privaten Umfeld in Quarantäne. Der Stopp wurde am Donnerstag beschlossen; für die Ankläger muss der Entscheid ein Schlag in die Magengrube gewesen sein. Denn die Schweizerische Bundesanwaltschaft muss vor dem 27. April ein Urteil erreichen, sonst ist das Delikt verjährt – der lang ersehnte erste Fifa-Prozess von Bundesanwalt Michael Lauber (54) würde als Fiasko enden. Gerichtspräsidentin Sylvia Frei (62) begründete den Schritt mit Eingaben der Verteidigung, die geprüft werden müssten. Unter welch enormem Druck das Tribunal steht, offenbart der Antrag, den der Anwalt von Horst R. Schmidt (78) am Donnerstag eingereicht hatte. Ex-Fifa-Funktionär Schmidt war 2006 Mitorganisator des «deutschen Sommermärchens» und wird von der Bundesanwaltschaft des Betrugs beschuldigt. In dem Schreiben, das SonntagsBlick vorliegt, erhebt Schmidt-Verteidiger Nathan Landshut heftigste Vorwürfe gegen das Gericht: Er wirft diesem vor, mit der Hauptverhandlung gegen das Epidemiegesetz und die Notverordnung der Tessiner Regierung zu verstossen. «Die Teilnahme an den Hauptverhandlungen ist für meinen Klienten lebensbedrohlich und unter den gegebenen Umständen nicht zumutbar.» Tatsächlich ist der Südkanton zum Notstandsgebiet erklärt worden, und der Angeklagte Schmidt gehört aufgrund seines Alters zur Risikogruppe. Landshut doppelt nach: «Wenn Sie meinen alten und schwer kranken Klienten zwingen, sich für mehrere Wochen in ein Notstandsgebiet zu begeben, verstossen Sie nicht nur gegen das Epidemiegesetz, sondern auch (...) gegen den Grundsatz der Menschenwürde und gegen den Grundsatz des rechtsstaatlichen Strafverfahrens.» Schreibt der SonntagsBlick.

    Frei nach dem Album des Reggaemusikers Peter Tosh oder dem US-Amerikanischen «Equal Rights Amendment»: Equal Rights for All (People). Das gilt auch für den Angeschuldigten, den ehemaligen deutschen Fussballboss Wolfgang Niersbach. Keine Frage! Unverständlich in Zeiten der Digitalisierung ist allerdings, warum die Befragung eines Angeklagten nicht via Internet durchgeführt werden kann. Niersbach liegt ja nicht auf dem Sterbebett, sondern geniesst vermutlich seine Sommermärchen-Millionen.

  • 14.3.2020 - Tag der Bullshit-Leitartikel

    Leitartikel von Ringier-CEO Marc Walder: Notrecht und Solidarität

    Am Freitag verkündete der Bundesrat die Verschärfung der Corona-Massnahmen. Hier schreibt der CEO von Ringier, Marc Walder, auf was es jetzt ankommt. Unser aller Leben verändert sich. Für viele von uns radikal. Während mehreren Wochen, vielleicht gar Monaten. Wir sind konfrontiert mit einer Situation, die wir uns bis vor kurzem nicht hätten vorstellen können. Vielleicht noch nicht einmal am Anfang dieser Woche. Und jetzt, auf einmal, ist es Realität: Die Schweiz befindet sich in einer Ausnahmesituation. Die Länder um uns herum ebenso. Kein Unterricht an den Schulen. Strengste Einreisebeschränkungen. Sport- und Kulturwelt stehen still. Wir arbeiten von zu Hause aus, zumindest jene, denen dies möglich ist. Weltweit haben sich bisher 128 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Und – auch wenn ein grosser, grosser Teil sich dabei fühlt wie bei einer Grippe: Mehr als 4700 Menschen mussten ihr Leben lassen. So tragisch dies ist: Grund zur Panik besteht nicht. Hamsterkäufe sind nicht notwendig. Kritische Infrastruktur wird aufrechterhalten in der Schweiz: Lebensmittelläden, medizinische Einrichtungen, Apotheken, Banken, der öffentliche Verkehr. Wir dürfen in der Aufregung nicht vergessen, warum die Regierungen vieler Länder Notrecht ergreifen: Es ist ein drastischer Akt, der am Ende Solidarität bedeutet. Solidarität mit jenen Menschen, denen das Coronavirus gefährlich werden kann. Nur durch radikale Massnahmen kann die Ausbreitung verzögert werden, damit nicht zu viele Menschen aufs Mal erkranken. Damit unsere medizinischen Einrichtungen, unsere Spitäler nicht kollabieren. Damit es keine Todesfälle gibt, die hätten verhindert werden können. Nur durch radikale Massnahmen kann eine Situation wie in Italien verhindert werden, wo nicht mehr alle Kranken so behandelt werden können, wie es medizinisch erforderlich wäre. Schreibt Ringier-CEO Marc Walder im BLIGG.

    Nun, fairerweise sei festgehalten: Niemand wird mit vorgehaltener Pistole gezwungen, sämtliche Corona-Artikel zu lesen, die sich in einer beinahe unerträglichen Hyperinflation sondergleichen in den Medien präsentieren. Trotzdem sei die Frage erlaubt, ob denn wirklich jeder und jede nach dem Prinzip JEKAMI seinen / ihren vermeintlichen Hirnschmalz vor Publikum entblössen und damit selbstverständliche Alltäglichkeiten, Kalendersprüche und Lebensweisheiten absondern muss, auf die niemand gewartet hat? Die, seien wir doch mal ehrlich, nur der reinen Klickgeilheit und Selbstbeweihräucherung dienen und – mit Verlaub – der Kategorie «Bullshit» zuzuordnen sind.

  • 13.3.2020 - Right Day

    Luca Hänni und Michèle haben sich getrennt

    Am Donnerstagabend posteten Luca Hänni und Michèle Affolter zeitgleich dasselbe gemeinsame Selfie. Mit lieben Worten füreinander verkünden die beiden ihre Trennung. Diese Woche spekulierten Fans und Medien, ob sich bei Luca Hänni (25) und Michèle Affolter (27) eine Trennung anbahnt – und ob Lucas «Let's Dance»-Tanzpartnerin Christina Luft (30) etwas damit zu tun haben könnte. Eine entsprechende Anfrage liess Michèle unbeantwortet und Luca wollte sich nicht zum Thema äussern. Am Donnerstagabend um etwa 17 Uhr haben nun beide einen Instagram-Post mit demselben gemeinsamen Selfie abgesetzt – aber mit sehr unterschiedlichen Captions. Luca schreibt: «Das hier ist eine Wahnsinns-Frau und hat nur das Beste verdient. Es tut mir leid, dass ich mich erst mal selber finden muss und mich auf mich konzentriere.» Klingt durchaus nach Trennung, right? Schreibt 20Minuten.

    Right! Das ist doch mal eine Meldung vom Pendlermagazin an Tagen wie diesen, in denen ein Virus die hyperventilierenden News von 20Minuten im Übermass bis zur totalen Overdose beherrscht. Als ob die ganze Redaktion im Coronafieber liegen würde. Right? Ich habe geweint, als ich die Schlagzeile las. Und ich schäme mich nicht meiner Tränen. Christina Luft hat sich einfach in Luft aufgelöst? Right?

  • 12.3.2020 - Tag der Gummisusis

    Verkäufer von Sex-Toy-Händler Amorana haben gut lachen: Darum beflügelt Coronavirus das Sexleben

    Seit die Leute wegen dem Coronavirus mehr zu Hause sind, erlebt der grösste Schweiz Sex-Toy-Händler Amorana ein deutliches Umsatzplus. Die starke Nachfrage zeigt sich nicht nur beim Spielzeug. Auch die Bestellungen von Kondomen haben sich verdoppelt. Die Folgen des Coronavirus haben beim grössten Schweizer Sex-Toy- und Wellness-Händler Amorana zu einem unerwarteten Bestellungsandrang geführt. «Seit dem 1. März verzeichnen wir 53 Prozent mehr Umsatz als im letzten Jahr um diese Zeit», sagt Amorana-Co-Geschäftsführer und -Mitgründer Alan Frei (37) dem BLICK. Allein die Verkäufe von Vibratoren, Dildos und Masturbatoren hätten sich verdoppelt. Frei weiss aus der Datenanalyse: Weil viele Schweizerinnen und Schweizer das Haus nicht mehr verlassen, kann der Online-Händler derzeit doppelt profitieren. «Wenn die Leute zu Hause sind, haben sie mehr Zeit für sich und den Partner oder die Partnerin. Zudem können sie bei uns bestellen, ohne das Haus zu verlassen», erklärt Frei. Dass sich auch der Absatz von Kondomen verdoppelt hat, begründet er damit, dass die Leute sich grundsätzlich wieder mehr um Hygiene kümmerten und sich schützen wollten. Auch ein Nebeneffekt der Corona-Epidemie. Schreibt BLICK.

    Des einen Freud ist des andern Leid. Was aber bei aller Euphorie für Sextoys nicht vergessen werden sollte: Auch die Gummisusis, Vibratoren und Dildos sind Made in China. Ni Hao.

  • 11.3.2020 - Tag der üppigen Hosenanzüge

    Bundeskanzlerin Merkel zu Coronavirus: «60 bis 70 Prozent in Deutschland werden sich infizieren»

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet damit, dass sich zwei von drei Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infizieren könnten. Bei der bisherigen Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent würde das eine Opferzahl von gegen zwei Millionen bedeuten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (65) rechnet damit, dass sich zwei von drei Menschen der deutschen Bevölkerung mit dem Covid-19-Virus anstecken könnten. «60 bis 70 Prozent der Menschen in Deutschland werden sich mit dem Coronavirus infizieren», sagte die deutsche Regierungschefin (CDU) laut der «Bild» in der Fraktionssitzung am Dienstag. Nach Merkels Worten habe im Saal Stille geherrscht. Doch Merkel sprach abseits der Mikrofone, hinter verschlossenen Türen. Die Hauptlast, so Merkel bei der Sitzung, liege bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39), der derzeit jedoch noch nicht viel von Verboten hält. Während das Corona-Epizentrum Europas, Italien, die Totalabschottung beschlossen hat, agiert Spahn noch vergleichsweise entspannt. Der Minister empfiehlt, auf Grossveranstaltungen von mehr als 1000 Menschen zu verzichten. Merkel habe jedoch «darauf hingewiesen», dass noch mehr Veranstaltungen abgesagt werden müssten, um die Verbreitung des Virus zu einzudämmen. Spahn habe die Einschätzung von Merkel offenbar bestätigt. Mit 60 bis 70 Prozent Infizierten müsse gerechnet werden - wenn es nicht vorab gelinge, einen Impfstoff zu entwickeln und grossflächig zum Einsatz zu bringen. Derzeit sind in Deutschland 1457 Corona-Infektionen bestätigt. Zwei Menschen starben, 18 haben sich vom Virus erholt. Schreibt BLICK.

    Merkel spricht viel wenn der Tag lang ist. So sagte sie 2015 «Wir schaffen das» und lag völlig daneben mit ihrer optimistischen Prognose. Bleibt zu hoffen, dass auch die apokalyptische Prophezeiung bezüglich Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus in den üppigen Hosenanzug geht.

    Die Raute des Grauens
  • 10.3.2020 - Tag der Leerbestände und Geistersiedlungen

    Wertkorrekturen und mehr Leerstände: So trifft die Corona-Krise Schweizer Immobilien-Besitzer

    Auf dem Immobilienmarkt sind wegen des Coronavirus Preisrückgänge zu erwarten. Betroffen sind unterschiedliche Arten von Immobilien. Das zeigt eine Studie der UBS. Die Auswirkungen des Coronavirus dürften auch an der Schweizer Wirtschaft und auf dem heimischen Immobilienmarkt nicht spurlos vorüber gehen. Die Ökonomen der UBS erwarten, dass es bei einer ähnlich schweren Rezession wie 2009 teils zu substantiellen Wertkorrekturen bei Immobilien kommen dürfte. «Im Falle einer Rezession wären sowohl im Luxussegment als auch bei Renditeliegenschaften grössere Wertverluste wahrscheinlich», so Matthias Holzhey, UBS-Ökonom und Leiter Swiss Real Estate. Schreibt BLICK.

    Das arme Coronavirus! Es muss aber auch wirklich für alles herhalten. Die Immobilien-Leerstände und Geistersiedlungen waren schon Tatsache, als das Coronavirus noch weit weg und Jahre von uns entfernt in irgendwelchen asiatischen Fressalien vor sich hin schlummerte. Und dass Wertverluste bei den Immobilien irgendwann kommen werden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Hat aber mit Corona recht wenig zu tun. Sonst müsste man ja im Umkehrschluss die Immobilien-Haie unter Quarantäne stecken, um die Gesellschaft vor ihnen zu schützen. Was, mit Verlaub gesagt, vermutlich nicht mal das Dümmste wäre.

    IGD Grüter AG - Überbauung Nüeltsche Wohlenschwil
  • 9.3.2020 - Tag der Milliardärs-Spuhlen

    Köppel geht auf Peter Spuhler los: «Milliardär, der seine Schäfchen im Trockenen hat»

    Peter Spuhler, ehemaliger SVP-Nationalrat und Chef von Stadler Rail, warnte in einem Interview mit CH Media vor der Begrenzungsinitiative der SVP. Diese würde, sofern mit der Europäischen Union kein Deal zustande kommt, innert 12 Monaten zur Kündigung der Personenfreizügigkeit führen. Dazu sagt Spuhler: «Die Initiative ist ein Frontalangriff nicht nur auf die Personenfreizügigkeit, sondern auf die Bilateralen insgesamt.» Zur Frage, wie wichtig für Stadler Rail die Personenfreizügigkeit sei, was das Besetzen von offenen Stellen angehe, führt Spuhler aus: «Sie ist wichtig, aber lassen Sie mich zuerst etwas Grundsätzliches sagen: Wir müssen die Befürchtungen der Globalisierungsverlierer ernst nehmen. Es ist nicht nachhaltig, wenn die Schweizer Bevölkerung jedes Jahr durch Zuwanderung um 1 Prozent oder 80'000 Personen wächst. Das müssen wir lösen.» Gemäss Peter Spuhler seien mit dem Wegfall der Freizügigkeit die ganzen Bilateralen I in Gefahr, deshalb erachte er die Begrenzungsinitiative der SVP als extrem. Sie sei gefährlich für den Wirtschaftsstandort Schweiz, es sei für ihn zudem nicht nachvollziehbar, warum die SVP auf diese Initiative setze. Als Unternehmer müsse und werde er sich dagegen wehren. Das Problem der übermässigen Zuwanderung müsse gelöst werden, aber «bitte nicht auf extreme Art». Nun greift der Zürcher SVP-Nationalrat Roger Köppel Spuhler frontal an. Auf Twitter schreibt der Weltwoche-Chef: «Eigeninteresse vor Landesinteresse. Für den Milliardär, der seine Schäfchen im Trockenen hat, sind alle, die eine masslose Zuwanderung begrenzen wollen, ‹Globalisierungsverlierer›. Könnte es sein, dass sie einfach nur vernünftig sind?» Schreibt Watson.

    PS: Zum ganzen Interview mit Spuhler geht's hier

    Passiert auch nicht alle Tage, dass man dem rhetorischen Maschinengewehr Roger Köppel zustimmen muss.

  • 8.3.2020 - Schwallertag

    Die Post-Spitze lässt sich die Zukunft etwas kosten: 25'325 Fr für externe Berater – pro Tag!

    Die Post-Spitze um Präsident Urs Schwaller und CEO Roberto Cirillo setzen auf McKinsey & Co., um die Zukunft des gelben Riesen zu planen. Ein teurer Spass. Die jüngsten Erfahrungen der Post mit externen Dienstleistern waren durchzogen bis desolat: Der KPMG fielen jahrelang fiktive Postauto-Buchungen nicht auf. Und die Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard, die den Skandal aufklären sollte, liess in ihrem Untersuchungsbericht ein entscheidendes Protokoll unerwähnt. Trotz allem – oder gerade deshalb – ist der Post-Spitze um Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller (67) und CEO Roberto Cirillo (48) die Lust auf externe Unterstützung nicht vergangen. Im Gegenteil: Der gelbe Riese holt laufend neue Ratgeber ins Haus – und lässt sich das auch etwas kosten. Schreibt SonntagsBlick.

    Der Name Urs Schwaller ist und war schon immer Programm für widerliches Parteiengemauschel. Der lässt aber auch seine Freunde von McKinsey & Co. nicht im Stich. Wer etwas anderes von diesem Herrn erwartet hat, gibt sich naiven Illusionen hin. So läuft das nun mal, wenn Chefpositionen in Staatsbetrieben nicht nach Fähigkeit einer Person besetzt werden, sondern mit abgehalfterten Polit-Rentnern. Schwaller, Villiger & Konsorten lassen grüssen. Kein Wunder, fällt die Wahlbeteiligung tiefer und tiefer, bis eines Tages nur noch die Parlamentarier*innen zur Urne gehen.

  • 7.3.2020 - Tag der ungeouteten FDP-Politiker

    Schwinger Orlik outet sich als homosexuell: «Ich tue das auch für meinen Sohn»

    Curdin Orlik hat einen vierjährigen Sohn. Das Resultat aus mehreren Beziehungen mit Frauen. Jahrelang rang der Schwinger mit sich selbst. Curdin Orlik wagt das Coming-Out. Als erster männlicher noch aktiver Spitzensportler. Einer der Gründe für den mutigen Schritt: sein vierjähriger Sohn. «Ich tue das auch für meinen Sohn. Ihn will ich auf gar keinen Fall anlügen», sagt er gegenüber dem «Tagesanzeiger-Magazin». «Ich hätte mir gewünscht, bereits als Kind zu erfahren, dass es viele verschiedene Lebensformen gibt und dass jede in Ordnung ist. Aber so war es nicht.» Schreibt BLICK.

    An Curdin Orlik könnte sich ein Luzerner FDP-Politiker ein Beispiel nehmen. Wär's nicht besser, sich mit Stil selber zu outen, bevor es irgendein Boulevardblättli macht? Seiner Glaubwürdigkeit, die ohnehin längst im Keller gelandet ist, würde es sicherlich nicht schaden. Die Story, die gar keine Story ist, bruzzelt längst in der Pfanne einer Boulevard-Garküche. Und ewig kann sich auch der Liebling aller Luzerner Schwiegermütter die Geschichte nicht von seinem Astralkörper fernhalten. Trotz Protektion von ganz weit Oben.

  • 6.3.2020 - Tag des Sultans

    Beschämende Koalitionen in der Flüchtlingskrise

    Recep Tayyip Erdogan ist das perfekte Feindbild. Der türkische Präsident regiert sein Land autoritär bis brutal, trägt mit seiner Intervention zur Eskalation in Syrien bei und greift auch in der aktuellen Krise zu verwerflichen Strategien. Sein Satz von den "geöffneten Toren" hat tausende Flüchtlinge in falscher Hoffnung an die türkisch-griechische Grenze gelotst, obwohl dort kein Weiterkommen in die EU ist. Österreichs Regierung hat nicht gezögert, auf den Sündenbock einzuprügeln – und Applaus vom Boulevard geerntet. PR-technisch hat Sebastian Kurz mit den Grünen als Beiwagerl alles richtig gemacht. Wie ein Staatsmann verhalten hat er sich nicht. Doch von einem Revival von 2015, als unkontrolliert über die Grenze strömende Asylwerber so vielen Bürgern Angst machten, ist ja auch keine Rede. Es geht darum, einer begrenzten Zahl besonders notleidender Menschen zu helfen – etwa, wie Bundespräsident Alexander Van der Bellen vorschlägt, unbegleiteten Kindern, die in manchem griechischen Lager um ihre Gesundheit und sogar ihr Leben fürchten müssen. Wenn schon ein nationaler Schulterschluss, dann für diesen humanitären Akt – selbst wenn die faire Aufteilung von Flüchtlingen auf alle EU-Staaten wieder nicht zustande kommt. Das kann, das muss sich eines der reichsten Länder der Erde leisten. Schreibt DER STANDARD.

    Wirklich stimmig ist dieser (sehr kurze) Artikel von Gerald John nicht, weil er gewichtige Fakten weglässt. In der Tat ist es eine kaum auszuhaltende Tragödie rund um die Kinder in den griechischen Flüchtlingslagern. Doch Kanzler Kurz hat sich mit einem ernüchternden Statement dazu geäussert, dem man nicht viel entgegenhalten kann: Wer diese Kinder aufnimmt ist verpflichtet, auch deren Angehörige anschliessend aufzunehmen. Man darf sich jetzt wirklich fragen, warum hat die hehre Wertegemeinschaft der EU nicht längst dafür gesorgt, dass wenigstens die Kinder in Griechenland menschenwürdig untergebracht werden? Die Kinderbilder der Unmenschlichkeit gingen um die Welt, als der Sultan noch Monate davon entfernt war, die Schleusen zu öffnen. Die Politik hätte genügend Zeit gehabt, das Problem vernünftig zu lösen. Das hätte sie allerdings etwas gekostet. Geld, das die von den Medien und Erdogan getriebenen Politiker*innen nun an den Bosporus überweisen müssen.

  • 5.3.2020 - Tag der Schuldzuweisungen an COVID19

    Das Corona-Virus gefährdet die Zukunft des Genfer Autosalons: Ein Experte sieht traditionelle Motorshow in Gefahr

    Am Donnerstag hätte der Autosalon beginnen sollen. Die Absage wegen des Corona-Virus könnte gemäss dem Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer das Ende für die Motorshow bedeuten. Auto Schweiz und der grösste Schweizer Autoimporteur widersprechen. Ferdinand Dudenhöffer: Die Gefahr ist gross, dass die kurzfristige Absage den seidenen Faden gekappt hat, an dem der Autosalon sowieso schon hing. Wir schätzen, dass die anwesenden Automarken zusammen mehr als 100 Millionen Euro verloren haben für Standaufbau, -mieten, Hotels usw.. Das wird die Entscheidung der Autohersteller, ob sie im nächsten Jahr wieder kommen, erheblich belasten. Die Zukunft von Genf steht auf dem Spiel. Besucherschwund, weniger teilnehmende Autobauer, weniger Werbewirkung, weniger Berichterstattung in den Medien. Der Auftritt ist für die Autobauer aber sehr teuer, das zahlt sich immer weniger aus. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Die mediale Hysterie um das Coronavirus kennt keine Grenzen mehr: Von Inkontinenz über Mundgeruch bis hin zu eingewachsenen Zehennägeln wird COVID19 die Schuld in den Virus geschoben. Das künftige Ende der Autosalons hat aber wirklich rein gar nichts mit dem Coronavirus zu tun, ausser der temporär der drohenden Epidemie geschuldetenAbsage 2020. Langfristig sind derartige Autoshows so oder so ein Auslaufmodell. Sie entsprechen nicht mehr dem Zeitgeist. Zeiten wandeln sich und bei der jungen Generation hat das Auto längst nicht mehr den Stellenwert von Mobilität und Freiheit, den es bei den älteren Semestern noch immer geniesst. Hinzu kommt die Digitalisierung mit ihrer grenzenlosen Onlinevermarktung. Autohersteller können ihre neuen Produkte via Internet und Livestreams ebenso werbewirksam und mit viel grösserer Reichweite als auf einem Autosalon präsentieren. Mit dem Verzicht auf diese reinen Prestigeveranstaltungen sparen sie zudem noch Millionen und haben als willkommenen Nebeneffekt keine Fridays-for-Future-Demos mit brennenden Autos (der letztjährige Autosalon in Frankfurt lässt grüssen!*) vor der Halle.

    * Es gibt ja gute Gründe, weshalb der deutsche Automobilsalon von Frankfurt nach München verlagert wurde. Das Coronavirus gehört definitiv nicht dazu. Brennende Autos vor der Frankfurter Messehalle aber schon.

  • 4.3.2020 - Tag von Baby Hitler

    Flüchtlinge: Realismus und Empathie: Europa lebt am Rande einer Krisenregion, die sich selbst zerfleischt

    Gerald Knaus ist ein österreichischer Politikberater, der auf dem Gebiet des Flüchtlingswesens Expertise, Realismus und Empathie vereint. Seinem Rat sind die deutsche Regierung und die EU gefolgt, das EU-Erdogan-Abkommen ist seine Konzeption. In Österreich wird er von der Regierung nicht zurate gezogen, weil sich seine differenzierten Analysen und Lösungsvorschläge nicht mit dem schlichten heimischen "Kein Durchwinken mehr / Illegale Migration stoppen"-Psalmodieren vertragen. Dienstagabend war Knaus in der "ZiB 2" und sprach in zweierlei Richtung Klartext: Erstens wird die EU weiter der Türkei und Griechenland dabei helfen müssen, die enormen Lasten der Fluchtwelle aus Syrien und anderswoher zu tragen. Zweitens: Ein gewisses Maß an kontrollierter Verteilung von Flüchtlingen in Europa wird es geben müssen. Das heißt nicht, dass sich ein 2015 wiederholen soll/darf. Nur etwa ein Drittel der damaligen Flüchtlinge waren Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Die anderen waren Afghanen, Nordafrikaner, die sich anschlossen. Auch denen geht es nicht gut, auch sie haben Fluchtgründe, aber viele kamen, weil sie sich in Europa Besseres erhofften. Aktuell an der türkisch/griechischen Grenze gestrandet sind hauptsächlich Afghanen, Pakistaner und Bangladescher. Die Realität ist, dass Europa nicht die immensen Probleme einer ganzen Weltgegend, etwa den hundertjährigen innerislamischen Krieg, schultern kann. In einem hat die "Grenzen dicht"-Truppe rund um Sebastian Kurz ja recht: Ein undifferenziertes Hereinnehmen wie 2015 geht nicht (mehr). Europa muss auch entscheiden können, wer ein Recht auf humanitäre Hilfe hat, wer eine wertvolle Arbeitskraft ist, und wer nicht. Schreibt DER STANDARD.

    Autor Hans Rauscher bringt es auf den Punkt: Aktuell an der türkisch/griechischen Grenze gestrandet sind hauptsächlich Afghanen, Pakistaner und Bangladescher. Wenigstens auf Sebastian Kurz, der nach seiner ersten Wahl zum österreichischen Bundeskanzler von der europäischen Presse als «Baby Hitler» beschimpft wurde, ist noch Verlass. Der smarte Populist Sebastian weiss eben, mit welchen Argumenten er die Wahlen fulminant gewonnen hat. Und – ungewohnt bei einem Politiker: er hält sein Wort! Würde er es brechen, wäre er sehr schnell wieder weg vom Fenster und würde damit nur Österreichs «braune Pest» stärken. Dann doch noch lieber den türkisen «Baby Hitler» als die ekelhaft braune Sauce rund um Hofer und Kickl, obschon Blochers rhetorisches Maschinengewehr und bekennender FPÖ- und HC Strache-Fan Roger Köppel dem wohl entschieden widersprechen würde.

  • 3.3.2020 - Tag der westlichen Wertegemeinschaft

    Thüringen: AfD stellt den Faschisten Höcke für Ministerpräsidentenwahl auf

    Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) im ostdeutschen Bundesland Thüringen schickt ihren Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke in die Ministerpräsidentenwahl am 4. März. Das teilte die AfD-Fraktion am Montag in Erfurt mit. Höcke tritt damit gegen den Linke-Politiker und ehemaligen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow an. Sämtliche Angebote der AfD "für eine Zusammenarbeit der bestehenden bürgerlichen Mehrheit" im Thüringer Landtag und für eine Beendigung von Rot-Rot-Grün seien von CDU und FDP ausgeschlagen worden, erklärte Torben Braga, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion. "Sollte Bodo Ramelow am kommenden Mittwoch mehr als die 42 Stimmen des rot-rot-grünen Lagers erhalten und als Ministerpräsident gewählt werden, soll für jeden Betrachter klar sein, dass diese Stimmen nicht von der AfD kamen." CDU und FDP hätten dann ihr Versprechen gebrochen, Ramelow nicht zu wählen und ein Fortbestehen von Rot-Rot-Grün nicht zu ermöglichen, erklärte Braga. Schreibt DER STANDARD.

    Sollte sich die «Völkerwanderung von 2015» (Anm. Originalzitat von AfD-Chef Meuthen) dank Erdogans raffinierter Erpressungsstrategie wiederholen, was beim derzeitigen Gesülze der verantwortlichen Politiker*innen der «westlichen Wertegemeinschaft» anzunehmen ist, wird der unsägliche Faschist Höcke schon bald nicht mehr als Ministerpräsident eines kleinen deutschen Bundeslandes kandidieren, sondern als nächster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Ohne die Flüchtlingskrise 2015 gäbe es die AfD längst nicht mehr. Das Flüchtlingsthema ist Honig für alle Populisten dieser Welt. Auch Salvini wird sich in Italien die Hände reiben. Und in Moskau lächelt sich der einzige Stratege der «Weltenlenker*Innen» mit Weitblick (copyright by den Immobilien-Mogulen) vermutlich ins Fäustchen.

  • 2.3.2020 - Tag von König Artus

    Bedrohte Datenschutz-Anerkennung: Schon wieder eine Retourkutsche der EU?

    Braut sich in Brüssel neues Ungemach für die Schweiz zusammen? Die Europäische Union könnte einen weiteren politisch motivierten Nadelstich setzen, um Bundesbern zu einer Unterzeichnung des institutionellen Rahmenabkommens zu bewegen. Erneut würde damit der Zugang für Schweizer Unternehmen zum EU-Binnenmarkt erheblich erschwert. Diesmal geht es um den Datenschutz: Spätestens am 25. Mai muss die EU-Kommission entscheiden, ob sie die Schweiz weiterhin als Drittstaat anerkennt, der Personendaten ausreichend schützt. Grosse Teile der Wirtschaft sind auf diese Einstufung angewiesen. Verliert die Schweiz diese Anerkennung, können einheimische Unternehmen mit solchen aus der EU nicht mehr einfach Daten austauschen. Ihr bürokratischer Aufwand stiege markant. Kundenadressen aus einem EU-Land etwa dürften nur mit Auflagen in die Schweiz übermittelt werden. Und will eine Schweizer Firma weiterhin mit Firmen aus dem EU-Markt ins Geschäft kommen, muss sie vor jedem Vertragsabschluss garantieren, dass sie die Datenschutzstandards der Union einhält. Es droht ein juristischer Papierkrieg. Fakt ist: Das geltende Datenschutzgesetz stammt aus einer Zeit, als «Internet» noch ein Fremdwort war. Sein Schutzniveau ist nicht mehr gleichwertig mit jenem der EU, die ihre Gesetze schon 2018 verschärft hat. Kein Wunder, drängten die Schweizer Wirtschaftsverbände darauf, die Behandlung des neuen Gesetzes im Parlament rasch vorwärtszutreiben. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    The Empire strikes back. Wie oft haben wir uns schon über The Donald, den grössten «Dealmaker» aller Zeiten und seine «Deals» lustig gemacht. Doch das derzeitige Verhältnis EU / Schweiz bewegt sich ebenfalls in diesem Modus: Come on, let's make a Deal. Und wie schon König Artus zu den Rittern der Tafelrunde gesprochen haben soll, «wird der Starke immer den Schwachen besiegen». Ziemlich schlechte Karten also für die Schweiz.

  • 1.3.2020 - Start in den Frühling 2020

    Weil er Homöopathie gegen das Coronavirus empfiehlt: Sturm der Entrüstung gegen Nationalrat Portmann

    Ein homöopathisches Mittel hilft «eine Corona-Infektion abschwächen», twitterte Hans-Peter Portmann. Und erntet heftigste Kritik. Der FDP-Nationalrat kontert: Mehr Abwehrkräfte würden sicherlich nicht schaden. Aussenpolitiker Hans-Peter Portmann (57) begibt sich auf heikles medizinisches Eis. Am Freitagabend, am Tag, an dem der Bund aufgrund des Coronavirus die Notlage ausrief und alle Grossveranstaltungen verbot, twitterte der FDP-Nationalrat die Empfehlung, man solle doch mit Kügeli Symptome des gefährlichen Virus bekämpfen. Der Zürcher empfiehlt das Mittelchen des französischen Herstellers Boiron – einer Firma mit einem jährlichen Umsatz von rund 600 Millionen Euro und fast 4000 Angestellten. Und bittet die Twitter-Gemeinde, seine Information breit zu streuen. Dies passiert zwar – aber nicht so, wie es sich der Nationalrat wohl gewünscht hat. Portmann erntet einen Shitstorm! Über 150 Personen kritisierten seinen Tweet in teils scharfen Voten. «Ihnen fehlt Bildung, wenn Sie die Gesellschaft mit solch gefährlichen Behauptungen in die Irre führen», echauffiert sich ein User. Und ein weiterer meint: «Eigentlich wäre jetzt eher der Zeitpunkt, klipp und klar darauf hinzuweisen, dass von homöopathischen Mitteln & Co keine Hilfe zu erwarten ist.» Beda Stadler (69), emeritierter Professor für Immunologie, sagt auf BLICK-Anfrage, dass es bei jeder gesundheitlichen Krise Homöopathen gebe, welche versuchen, aus der Lage Profit zu schlagen. Das seien Abzocker, die alles noch viel schlimmer machen würden. «Wer heute immer noch glaubt, dass Homöopathie mehr bewirkt als ein Placebo-Effekt, hat einen Dachschaden», so Stadler. Schreibt BLICK.

    Könnte es sein, dass FDP-Nationalrat Portmann Homöopathie mit Homopathie verwechselt? Sowas kann sehr schnell passieren. Dieses vernetflixte «ö» hat's in sich. Der reinste Zungenbrecher*In. Einem FDP-Politiker quasi einen Dachschaden vorzuwerfen geht ja noch. Aber Abzocker? Das ist eindeutig zu viel des Guten. Ein FDP-Politiker kann niemals ein Abzocker sein. Das müsste auch dieser emeritierte Professor wissen.

  • 29.2.2020 - Tag des Schaltjahres

    Bund erwägt Spezialspitäler nur für Corona-Patienten

    In einem Brief an die Schweizer Ärzte kündigt das Bundesamt für Gesundheit neue Massnahmen an. Für den Fall, dass sich die Situation stark verschlimmere, «würden wir drastischere Massnahmen ins Auge fassen», hält Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG, im Schreiben fest. «Zum Beispiel einzelne Spitäler nur für Coronavirus-Fälle reservieren.» Noch seien die Massnahmen nicht angebracht. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Wir sparen in der Regel nicht mit Kritik an unserer Regierung. Das ist auch gut so. Doch für die Massnahmen im Umgang mit dem Coronavirus für den Schutz der Bevölkerung muss man sie loben. Eine Basler Fasnacht zu verbieten braucht Mut. Und diesen Mut, eine sicherlich für viele Fasnachtsfans harte Entscheidung zu fällen, zeigt der Bundesrat.

  • 28.2.2020 - Säbelrasseln

    Türkei fordert Nato-Beistand nach Tod von Soldaten in Syrien

    Nach einem Luftangriff auf türkische Soldaten mit zahlreichen Toten in der nordsyrischen Provinz Idlib hat die Türkei Beistand von Nato und der internationalen Gemeinschaft gefordert. Als Vergeltung griff die Türkei in der Nacht zu Freitag Stellungen der syrischen Regierungstruppen an, wie der türkische Kommunikationsdirektor, Fahrettin Altun, mitteilte. „Wir rufen die gesamte internationale Gesellschaft dazu auf, ihre Pflichten zu erfüllen“, hieß es darin.

    Der Sprecher der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, Ömer Celik, forderte, die Nato müsse an der Seite der Türkei stehen. Gleichzeitig drohte er kaum verhohlen damit, syrischen Flüchtlingen im Land die Grenzen in Richtung Europa zu öffnen: „Unsere Flüchtlingspolitik bleibt dieselbe, aber hier haben wir eine Situation. Wir können die Flüchtlinge nicht mehr halten“, sagte er. Schreibt die FAZ.

    Säbelrasseln bei der hehren Wertegemeinschaft des westlichen Verteidigungsbündnis NATO. Diesmal durch die Türkei. Hochschaukeln bis es kracht? Vergleichen heisst nicht gleichsetzen. Wohlverstanden! Doch ein kurzer Blick in die Vergangenheit lohnt sich immer.

  • 27.2.2020 - Tag der Globalisierung

    Wie das Coronavirus dem Autoboom in China ein Ende setzt und Peugeot der Misere sogar etwas Gutes abgewinnen kann

    In der Konzernzentrale von Peugeot (PSA) im Pariser Vorort Rueil-Malmaison fürchtet man das Virus. Wer zur Bilanzpressekonferenz möchte, muss am Empfang eine Erklärung unterschreiben, dass er in letzter Zeit nicht in einer der Weltregionen war, die vom Coronavirus besonders betroffen sind. Nur kein Risiko beim Einlass. Auf der Bühne aber ist von Furcht dann nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Carlos Tavares, der Obmann des französischen Opel-Mutterkonzerns, kann der Krise sogar etwas Gutes abgewinnen. Der PSA-Chef hält die Welt der Wirtschaft für zutiefst darwinistisch, und die Virusplage, die gerade viele Menschen und die Weltkonjunktur erfasst, passt gut zu dieser Anschauung: "Wenn diese Turbulenzen anhalten, dann wird Peugeot in einer deutlich robusteren Verfassung sein als unsere Wettbewerber", sagt Tavares. Markige Worte für einen Konzernchef, der wegen des Coronavirus seit Wochen Fabriken in China geschlossen halten muss, eine davon in Wuhan, dem Ausgangspunkt der Epidemie. Tavares' Prognose, Peugeot komme damit besser zurecht als die Konkurrenz, darf man als Anspielung verstehen, die nicht zuletzt dem deutschen Rivalen Volkswagen gilt. Für den ist der Totalausfall Chinas ein heftiges Problem. Die aufreizende Gelassenheit, mit der Tavares am Mittwoch die Geschäftsrisiken aus dem Virus kommentiert, wirkt da schon fast wie kalkulierte Provokation. Um 92 Prozent ist der chinesische Automarkt seit dem Beginn der Krise eingebrochen. Noch eindrucksvoller ist es, sich das Schlamassel in absoluten Zahlen anzusehen: 4909. Genau so wenige Wagen wurden laut chinesischem Automobilverband in den ersten 16 Februartagen in der Volksrepublik verkauft. 4909 Fahrzeuge im eigentlich größten Automarkt der Welt. Das macht 307 Stück in 24 Stunden. Statistisch werden 307 Wagen in China sonst alle siebeneinhalb Minuten verkauft. "In der ersten Februarwoche war kaum jemand bei Autohändlern, da die meisten Menschen zu Hause blieben", sagt Cui Dongshu, der Generalsekretär der China Passenger Car Association. Daran wird sich wohl nicht allzu viel ändern. Die meisten Geschäfte haben in Chinas Metropolen noch immer geschlossen. Auf Bürgersteigen sind kaum Fußgänger und wenn, mit Mundschutz. Jetzt sind die Franzosen im Vorteil: Sie verkaufen weit weniger Autos in China: Peugeot gehörte zu den ersten westlichen Unternehmen, die im Januar ihre Produktion in China unterbrachen und entsandte Mitarbeiter in die Heimat zurückholten. Zwei Werke bleiben bis mindestens 11. März geschlossen. "Es liegt nicht in unserer Hand, wann wir wieder aufmachen. Das entscheiden die chinesischen Behörden", sagt Tavares. "Aber wir haben alles unter Kontrolle". Alle Mitarbeiter in den betroffenen Region seien sicher und gesund, der Konzern habe Vorkehrungen zum "Cash Management" getroffen. Soll heißen: Das Geld, das durch den Produktionsstopp in den Kassen der chinesischen PSA-Firmen fehlt, wird der Mutterkonzern nachschießen. Dass Tavares jetzt leicht reden hat, hängt vor allem daran, dass PSA mit seinen Hauptmarken Peugeot und Citroën in China verglichen mit VW kaum Bedeutung hat. 2019 fiel der Absatz im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 55 Prozent - auf fast vernachlässigbare 117 000 verkaufte Fahrzeuge. Es ist ein Draufzahlgeschäft, das jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag kostet. In der Coronavirus-Krise aber erweist sich die geringe Abhängigkeit vom chinesischen Markt als ein enormer Vorteil. "Wir sind robuster als unsere Wettbewerber", sagt PSA-Chef Tavares. Und er bezieht das auch auf den Absatz, der allen anderen Kopfzerbrechen bereitet: Selbst wenn die Verkäufe in aller Welt einbrechen sollten, hält er sich dank satter Gewinne im vergangenen Jahr für gut gerüstet. Ihm reiche schon die Hälfte des gegenwärtigen Absatzes von 3,5 Millionen Fahrzeugen, um Gewinn zu erzielen. "Das macht uns für Investoren attraktiv", sagt Tavares. Am Mittwoch, als an den Weltbörsen weiter die Angst vor dem Coronavirus umgeht, notiert die Aktie des Krisengewinnlers Peugeot kräftig im Plus. Schreibt die Süddeutsche Zeitung.

    Des einen Leid ist des anderen Freud'. Oder die Kehrseite der Globalisierung, die von den berühmten Think tanks noch nie veröffentlicht wurde. Vielleicht haben sie auch gar nie darüber nachgedacht.

  • 26.2.2020 - Aschermittwoch

    US-Serie lief im Nationalratssaal: SP-Badran wundert sich über «Friends» im Bundeshaus

    Wo sonst die Abstimmungsresultate des Nationalrats angezeigt werden, lief auf einmal eine US-Serie. Zum Erstaunen von SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Für die Freunde amerikanischen Comedy-Serien hätte sich gestern ein Besuch im Bundeshaus gelohnt. Auf den Bildschirmen im Nationalratssaal, wo normalerweise die beratenen Geschäfte aufgeführt und die Abstimmungsresultate angezeigt werden, wurde für einmal eine US-Sitcom übertragen. SP-Nationalrätin Jacqueline Badran (58, ZH) nahm an einer Sitzung der nationalrätlichen Wirtschaftskommission teil und wurde Zeugin des überraschenden Einspielers. Worauf sie flugs twitterte: «Premiere im Nationalratssaal: Übertragung der Serie ‹Friends›. Preisfrage: wie kommts?» Badrans Preisfrage beantwortet Mark Stucki von den Parlamentsdiensten: «Im Rahmen von Tests an den technischen Installationen in den Ratssälen wird auch die Einspielung von Videosignalen auf die Bildschirme überprüft. Es handelte sich um einen solchen Test», erklärt er. Die Tests fanden und finden während dieser Tage laufend durch eine externe Firma statt. «Auch, um die Operators zu schulen.» Trotzdem: Warum lief im Nationalratssaal eine US-Serie über den Bildschirm? «Reiner Zufall!», so Stucki. «Bei den Tests wurde irgendein Sender eingespielt.» Da sei halt gerade «Man with a Plan» gelaufen. Schmunzelnd schiebt er nach: «Tiefere Beweggründe liegen keine dahinter.» Schreibt BLICK.

    Defätismus am Aschermittwoch geht gar nicht. Deshalb: Ein bisschen Abwechslung sei auch unseren Parlamentariern und *Innen (Genderstern, gällid) gegönnt, arbeiten sie doch im Schweisse ihres Angesichts von frühmorgens, wenn der Hahn auf der Henne kräht, bis spätabends zum Wohle der Bevölkerung und stetig tieferen Krankenkassenprämien.

  • 25.2.2020 - Güdisdienstag

    Gefährliches Virus nahe an unserer Grenze: SVP nutzt Corona-Angst für ihre Initiative

    Das Coronavirus ist bedrohlich nahe an der Schweizer Grenze, im Tessin herrscht wegen den vielen Grenzgängern Alarmbereitschaft. Doch mittlerweile schwappt die Angst vor dem Coronavirus auf die ganze Schweiz über. Eine Angst, welche die SVP nun für politische Zwecke nutzt. Sie weibelt gegen die Personenfreizügigkeit. So fordert SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi (41) via Twitter, «endlich systematische Grenzkontrollen einzuführen». Die EU versage auch hier, schreibt er. Und wirbt für ein Ja zur Begrenzungs-Initiative der SVP, die am 17. Mai vors Volk kommt. Das kommt bei Gewerkschaftsboss und SP-Nationalrat Pierre-Yves Maillard (51, VD) schlecht an. Er wirft der SVP vor, mit dem Coronavirus Stimmung zu machen. «Es gibt eine zusätzliche Gefahr neben dem Virus selbst, das ist die Panikmache und politische Instrumentalisierung», sagt der Präsident des Gewerkschaftsbund zu BLICK. Die SVP instrumentalisiere eine «ernste Situation», da müssten auch die politischen Akteure ernst und glaubwürdig bleiben, so Maillard. «Eine Kampagne kann nicht mit solchen Argumenten geführt werden.» Wenn nötig, könne der Bund jederzeit Grenzkontrollen organisieren –«unabhängig von der SVP-Initiative». Panikmache zur politischen Zwecke? SVP-Nationalrat Thomas Aeschi wehrt sich gegen diesen Vorwurf. «Auf keinen Fall!», sagt er zu BLICK. Die Situation dürfe man nicht missbrauchen, sagt er. Doch die Lage sei hochdramatisch, da müsse der Bund reagieren. «Der Bund muss dringend Grenzkontrollen einführen. Wir müssen wissen, wann welche Personen reinkommen.» Und sobald es einen Fall in der Schweiz gebe, müsse die Grenze sofort geschlossen werden. Schreibt BLICK.

    Was ist denn da so falsch an Aeschis Aussage bzw. Forderung? «Wir müssen wissen, wann welche Personen reinkommen.» Dieses Wissen betrifft nicht nur das Coronavirus. Es wäre auch gut informiert zu sein, welche Leute zum Beispiel nach einer Verurteilung durch die Staatsanwaltschaft mit Abschiebung und einem 5-jährigem Einreiseverbot in die Schweiz zwei Wochen später dennoch wieder im Alpenland anzutreffen sind. Rumänien, Osteuropa und der Balkan lassen dank offenen Grenzen grüssen. Fragen Sie doch mal einen Vertreter der Luzerner Polizei und Sie werden feststellen, dass dieses «Einreiseverbot» die reinste Lachnummer ist, die nicht nur Frust bei den Polizisten erzeugt, sondern den Bürgerinnen und Bürgern ein Stück Lebensqualität raubt und die Justiz ad absurdum führt.

  • 24.2.2020 - Güdismontag

    Bund pfeift Krankenkasse zurück: Sympany lockte mit illegalen Rabatten

    Die Krankenkasse Sympany hat es beim Kundenfang übertrieben. Sie legte rund 8000 Kunden rein, die ihre Grundversicherung letztes Jahr gekündigt hatten. Und bot ihnen bis zu 500 Franken an, wenn sie blieben. Doch das Bundesamt für Gesundheit intervenierte. Die Krankenkassen buhlen nicht nur mit Gutscheinen um neue Kunden. Sie machen abtrünnigen Versicherten auch mit Geschenken den Hof. Eine neue Masche hat sich die Krankenkasse Sympany einfallen lassen. Mit illegalen Spezialtarifen wollte sie Kunden in der Grundversicherung zurückgewinnen, die bereits gekündigt hatten. Der Versicherte Thomas Rose* (48) kündigte den Sympany-Vertrag seiner Familie letzten Herbst. Er hatte schon ein Angebot einer günstigeren Krankenkasse auf dem Pult liegen. Darauf rief ihn ein Sympany-Mitarbeiter an. «Er fragte mich, ob meine Familie bereit wäre zu bleiben, wenn Sympany den Differenzbetrag begleicht», sagt der Kunde. Rose war einverstanden, nachdem ihm Sympany schriftlich eine Gutschrift von 1600 Franken per Februar 2020 bestätigt hatte. Doch die Gutschrift blieb aus. Stattdessen erhielt Rose einen Brief von Sympany. Dieser liegt BLICK vor. Darin zieht Sympany das Gutschriftversprechen zurück. Der Grund: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat festgestellt, dass das Rückkehrangebot in der Grundversicherung rechtswidrig war. Schreibt BLICK.

    Und? Wundert sich da noch jemand? KK-Business as usual. Lassen wir uns vom längst alltäglich gewordenen Ärger mit den Krankenkassen nicht den Wochenstart vermiesen. Feiern wir den Güdismontag!

  • 23.2.2020 Tag der Ü70-jährigen Jungbrunnen

    Bernie Sanders straft bei der Vorwahl in Nevada die Konkurrenz ab

    Der Spitzenkandidat des linken Flügels hat seine Führungsposition im Feld der demokratischen Präsidentschaftsbewerber durch seinen deutlichen Sieg in Nevada weiter konsolidiert. Die Unruhe steigt unter den Gemässigten, die weiter gegeneinander im Wettbewerb liegen. Der selbst erklärte «demokratische Sozialist» Bernie Sanders hat seinen Vorsprung in den ersten Vorwahlen für die Präsidentschaft mit einem klaren Sieg in Nevada ausgebaut. Bereits am Samstagnachmittag (Ortszeit) erklärte die Nachrichtenagentur AP Sanders auf der Basis der vorläufigen Resultate zum Sieger. Er hatte am Abend rund doppelt so viel Zuspruch wie der nächstfolgende Bewerber, der frühere Vizepräsident Joe Biden. Dahinter folgten nochmals deutlich abgeschlagen Pete Buttigieg, Elizabeth Warren sowie Tom Steyer, der ausserordentlich viel Geld in diese Vorwahl investiert hatte. Schreibt die NZZ.

    Sieht richtig gut aus für the stable Genius*. Ein 78-jähriger Herausforderer? Dagegen ist ja Trump mit seinen 73 Jahren der reinste Jungbrunnen. Wozu sollte denn The Donald noch den russischen Geheimdienst brauchen, den die US-Medien und die transatlantische Durchlauferhitzerpresse, die von den US-Agenturen jeden Blödsinn übernimmt, in ihrer Paranoia auf der Jagd nach Schlagzeilen als Bösewicht herbei schreiben? Ganz so, als ob nicht die USA selber genügend fragwürdige Geheimdienstklitschen hätte, denen man so ziemlich alles zutrauen darf. Ohne jetzt Verschwörungstheorie zu lancieren, darf man getrost davon ausgehen, dass bei den letzten Präsidentschaftswahlen in den USA irgendeiner der amerikanischen Geheimdienste in irgendeiner Form ebenfalls mitgewirkt hat. Man darf sicherlich auch fragen, weshalb sich das FBI so kurz vor der Wahl die unsägliche Hillary vorgeknöpft hat.

    * Es wird Zeit, dass auch einmal erklärt wird, was The Donald eigentlich mit seinem Tweet «I am a very stable Genius» wirklich meinte. Fälschlicherweise interpretierten alle westlichen und unwestlichen (neue Wortschöpfung, copyright by LUZART) Medien diese Äusserung als grossgekotzte Angeberei von einem intellektuell etwas minderbemittelten US-Präsidenten, der sich selber als Genie bezeichnet. In Tat und Wahrheit aber ist «THE STABLE GENIUS ACT» ein vom US-Abgeordneten Brendan Boyle verfasster Gesetzentwurf, wonach Präsidentschaftskandidaten eine ärztliche Untersuchung ablegen und die Ergebnisse vor den allgemeinen Wahlen öffentlich bekannt geben müssen. Nachlesbar auf Wikipedia (Englisch).

  • 22.2.2020 - Tag der legalen Korruption

    Abtretender UBS-Chef warnt vor Abstieg des Schweizer Finanzplatzes

    Der abtretende UBS-Chef Sergio Ermotti hat in einem Zeitungsinterview vor einem Abstieg des Schweizer Finanzplatzes wegen des Brexits gewarnt. Mehrere Länder würden die Regulierung nutzen, um die eigenen Bankinstitute im internationalen Wettbewerb zu bevorzugen. «Nach dem Brexit werden die Briten mit aller Kraft versuchen, den Finanzplatz zu stärken. Durch eine strenge, aber pragmatische Regulierung», sagte Ermotti in einem Interview mit den «CH Media"-Zeitungen vom Samstag. «In der Schweiz fehlt dieser Pragmatismus manchmal.» Die Schweiz sei zwar aus politischer und regulatorischer Sicht weiterhin ein Standortvorteil für eine Grossbank, sagte der 59-jährige Tessiner. Die Schweiz müsse aber aufpassen, dass sie nicht ins Hintertreffen gerate. «Unser Referenzpunkt muss der Finanzplatz London sein.» «Nach dem Brexit werden die Briten mit aller Kraft versuchen, den Finanzplatz zu stärken. Durch eine strenge, aber pragmatische Regulierung», sagte Ermotti in einem Interview mit den «CH Media"-Zeitungen vom Samstag. «In der Schweiz fehlt dieser Pragmatismus manchmal.» Die Schweiz sei zwar aus politischer und regulatorischer Sicht weiterhin ein Standortvorteil für eine Grossbank, sagte der 59-jährige Tessiner. Die Schweiz müsse aber aufpassen, dass sie nicht ins Hintertreffen gerate. «Unser Referenzpunkt muss der Finanzplatz London sein.» Schreibt BLICK.

    Der Alarmismus, den Er, der Motti vom Dienst, in diesem Interview absondert, darf der Rubrik «Realsatire» zugeordnet werden. Für den Abstieg des Schweizer Finanzplatzes haben die Bankster bis jetzt noch immer selbst gesorgt. Es war ja nicht «die Schweiz», die die UBS bei der letzten Finanzkrise in den Bankrott getrieben hat, sondern der glorreiche Oberbankster Marcel Ospel. «Die Schweiz» hat die UBS (und die Aktionäre) damals dank «Systemrelevanz» vor dem Untergang gerettet. Nicht der Ospel vom Herrliberg. Der tauchte ab, stieg in seinen Aston Martin und rieb sich ob der millionenschweren Abgangsentschädigung die schmutzigen Hände beim Golfspiel frei nach dem Motto «Verluste sozialisieren und Gewinne privatisieren». Bei der Verkäuferin von ALDI, die ein paar Bananen klaute, flatterte die fristlose Kündigung in die Einzimmerwohnung und die Staatsanwaltschaft marschierte auf. So viel zum Verhältnisblödsinn und dem Justizversagen auf höchster Ebene. Oder die wunderbare Geschichte von der Krähe, die der anderen Krähe niemals ein Auge aushackt. Aldous Huxleys schöne neue Welt mit der Droge des hemmungslosen Neoliberalismus, die bei Huxley noch «Soma» heisst? Wer das Buch gelesen hat, weiss, dass hinterfragen in der «Brave New World» verboten ist! Aldous Huxley war seiner Zeit weit voraus.

    Wie viele Strafmilliarden musste denn «die beste Bank der Schweiz» unter Ermotti allein an die USA bezahlen? Gegen diese Summe, mit der – nur so als Beispiel – die AHV auf Jahrzehnte hätte saniert werden können, sind ja selbst die Boni der UBS-Bankster Almosen. Und bezüglich Regulierung und Vorschriften der Schweizer Banken durch die Regierung braucht sich Ermotti nun wirklich keine Sorgen zu machen. Die unzähligen Bank-Lobbyisten*innen* aus dem Parlament geben sich im Hohen Haus in Bern hurtigen Schenkels die Türklinken in die Hand, wenn am Zürcher Paradeplatz auch nur gehüstelt wird.

    * Ein Blick auf Lobbywatch gibt Auskunft. Sie werden staunen, wen Sie da so antreffen. Mit einer Trefferquote von 99 Prozent finden Sie auch die von Ihnen persönlich gewählten Politker*innen im Handbuch der legalen Selbstbereicherung. Man könnte dies ohne rot zu werden auch legale Korruption nennen. Bitte nicht weitersagen!

    The Bankster
  • 21.2.2020 - Tag der unappetitlichen Parteien

    Nach Morden in Hanau: Klingbeil fordert Beobachtung der AfD durch Verfassungsschutz

    SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat nach dem mutmasslich rassistisch motivierten Anschlag von Hanau eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz gefordert. Man müsse das klar benennen: «Da hat einer geschossen in Hanau, danach sieht es aus, aber es waren viele, die ihn munitioniert haben und da gehört die AfD definitiv mit dazu.» Die Partei habe das gesellschaftliche Klima in den letzten Monaten und Jahren vergiftet, sagte Klingbeil. «Es ist doch völlig klar, dass die AfD eine Partei ist, die beobachtet werden muss vom Verfassungsschutz.» Er sei dafür, dass das sehr schnell in den Sicherheitsorganen entschieden werde und dass es dazu komme. Schreibt die FAZ.

    Die AfD ist eine unappetitliche Partei mit Protagonisten, die man ungestraft gemäss einem Gerichtsurteil «Faschisten» und «Nazis» nennen darf. Doch Klingbeils Instrumentalisierung eines furchtbaren Verbrechens für parteipolitische Zwecke ist nicht weniger unappetitlich und wird nicht nur den ermordeten Opfern nicht gerecht, sondern dürfte der AfD einmal mehr genau die Opferrolle bescheren, die sie wie keine andere Partei in Wählerstimmen umzusetzen vermag. Es gibt Gründe, weshalb sich diese widerlichen Parteien vom Schlage einer AfD in ganz Europa etablieren und in die Parlamente einziehen konnten. Diese Gründe sind bei den Altparteien und den verkommenen und abgehobenen Politeliten mit der unsäglichen Spreizwürde der Etablierten zu suchen. Trump, Orban, Strache, Le Pen, Johnson, Höcke und wie sie alle heissen sind nicht vom Himmel gefallen. Darüber müsste Klingbeil zwingend nachdenken, bevor seine Partei in die völlige Bedeutungslosigkeit versinkt.

  • 20.2.2020 - Tag der Grossspenden

    Ibiza-Ermittlungen: Ermittler decken Grossspenden an FPÖ-Vereine auf

    Schon wieder eine Grossspende: Am 8. Mai 2018 war der blaue Nationalratsabgeordnete Markus Tschank wohl bester Stimmung. "Patria Austria hat €100 k erhalten!", schrieb er seinem damaligen Klubobmann Johann Gudenus per Whatsapp. "Top", antwortete dieser. Das ist nur einer von vielen Chats, die zeigen, wie intensiv sich FPÖ-Politiker mit einem Netzwerk an Vereinen beschäftigten, deren eigentlicher Zweck nach wie vor unklar ist. Ihre Existenz war nach dem berüchtigten Ibiza-Video publik geworden, in dem der damalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache davon sprach, dass man Spenden "vorbei am Rechnungshof" schleusen, also vor der Öffentlichkeit verstecken kann. Ermittler versuchen seit dem Erscheinen des Videos im Mai 2019, derartige Vereine zu finden, übrigens nicht nur bei der FPÖ. Dort wurde man aber rasch fündig: Mindestens vier verdächtige Vereine wurden identifiziert. Vorstandspositionen werden von demselben Kreis an Personen belegt, darunter auch von Markus Braun, Schwager der "blauen Glücksfee" Peter Sidlo, dessen Bestellung zum Casinos-Vorstand Politik und Justiz beschäftigt. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung. Im Zentrum des Netzwerks dürfte der Verein Austria in Motion stehen. Markus Braun ist dort Obmann, die Rechtsanwälte Tschank, Peter Skolek und Alexander Landbauer waren hintereinander Kassier. Laut einem von Braun beauftragten Wirtschaftsprüfer hatte der Verein im Mai 2019 rund 340.000 Euro zur Verfügung. Spenden dafür haben laut Ermittlern beispielsweise Gudenus und Strache gekeilt. Laut Zeugen gab Gudenus an, der Verein unterstütze "Personen, denen es schlecht gehe", sowie "österreichische Traditionen und Werte". Die Ermittler sehen das anders. Sie denken, dass Austria in Motion genau wie Patria Austria, "Wirtschaft für Österreich" und das "Institut für Sicherheitspolitik" (ISP) in "Absprache mit Heinz-Christian Strache bzw. Johann Gudenus" mit dem Vorsatz gegründet wurden, "finanzielle Zuwendungen für die FPÖ respektive Heinz-Christian Strache zu lukrieren". Schreibt DER STANDARD.

    Das tönt nach einem grossen Skandal. Ist es aber nicht. Business as usual im österreichischen Parteiensumpf. Halt! Auf keinen Fall jetzt mit dem Zeigefinger auf Österreich zeigen: Läuft in der Schweiz in etwa ähnlich ab, allerdings etwas cleverer. Oder in Anlehnung an Forrest Gump: «Dumm ist, wer sich erwischen lässt.»

  • 19.2.2020 - Tag der perfekten Politiker

    Wie sich der Genfer Fast-Bundesrat Pierre Maudet gegen die Publikation eines Interviews wehrt

    Auch eineinhalb Jahre nach Bekanntwerden der Affäre um Pierre Maudet, ist der Genfer Magistrat noch im Amt und kämpft mit allen Mitteln um seine politische Zukunft. Dazu gehört auch, ein ihm unliebsames Interview zu verhindern, das CH Media mit ihm geführt hat. Das ist die Geschichte. Der Magistrat empfängt die beiden schreibenden Journalisten – die Politikchefin und den Romandie-Korrespondenten – in seinem grosszügigen Büro in der Genfer Altstadt, an einem Mittwoch. Er ist gut vorbereitet, hat sich Antworten notiert. Zwei Tage nach dem Interviewtermin, an einem Freitag, wird bekannt, dass Maudets politischer Verbündeter, FDP-Mitglied Simon Brandt, von der Polizei verhaftet wurde. Die Frage steht im Raum, ob Brandt Maudet vertrauliche Informationen weitergab. Am selben Tag erhält Maudet den Interviewtext zum Gegenlesen und er verspricht, bis am Montagmorgen seine Korrekturen zu schicken. Schreibt die AZ in einem hervorragenden Artikel.

    Es lohnt sich, die ganze Geschichte um das Interview der AZ mit Maudet zu lesen. Ein Sittengemälde par excellence. In einem Satz des nicht veröffentlichten Interviews betont der wendige FDP-Fast-Bundesrat, nicht die Medien sollen über ihn richten und dass es keine perfekten Politiker gebe. Da muss man dem unersättlichen Gierhals aus Genf tatsächlich zustimmen. Die perfekten Politiker gibt es nicht. Kann es auch gar nicht geben. Das ist und war schon immer eine Utopie. Zu unterschiedlich sind die Ansprüche und Erwartungen einer heterogenen Gesellschaft. Den perfekten Politiker verlangt aber auch niemand. Doch ein Minimum von Moral, Ethik und Anstand würde den hohen Damen und Herren aus der Politik nicht schaden. Diese drei tragenden Grundpfeiler jeder Demokratie sucht man speziell bei den jüngeren FDP-Politikerinnen und Politikern jedoch vergebens. Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb FDP-Politiker vom Schlage eines Maudets jedwelches Unrechtsbewusstsein verloren haben. Der Fairness halber sei erwähnt, dass es die schwarzen Schafe vom Kaliber Maudets in jeder Partei gibt. Auch ein Christoph Mörgeli von der SVP schämte sich nicht, einerseits täglich über das Schweizer Parlament und den Staat als solches zu lamentieren und sich andererseits hemmungslos bei genau diesem Staat als Angestellter eines staatlichen Museums und Mitglied des Nationalrates finanziell zu bedienen und damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch der Mörgelis gibt es viele im ach so hohen Haus von Bern. Allerdings fällt auf, dass beinahe immer einer oder mehrere FDP-Granden an vorderster Front in Vorgänge verstrickt sind, die zum Himmel stinken. Siehe die neueste Affäre um die Krypto AG in Zug. Doch um an Hölderlin anzuknüpfen: «Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch». Es braucht nur eine Krise und schon werden Gesellschaft und System durchgerüttelt. Niemand wünscht sich das. Aber Krisen können auch heilende Wirkungen entfalten. Die Wahlbeteiligung nimmt zu und Parteien werden marginalisiert. Siehe Finanzkrise 2010. 2013 flog die deutsche FDP, das neoliberale Pendant zur Schweizer FDP, aus dem deutschen Parlament, weil sie die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreichte. Diesen Weg in Richtung Marginalisierung wird auch die FDP aus dem Lande Wilhelm Tells eines Tages gehen müssen. Ist nur eine Frage der Zeit. Und das ist gut so. Wozu braucht denn die Schweiz mit CVP und FDP zwei Neolippen-Parteien, die sich gegenseitig mit den krassesten Argumenten des Neoliberalismus konkurrenzieren? Ein Neoliberalismus notabene, der mit den Thesen von Pierre-Étienne Flandin und Friedrich August von Hayek nichts mehr zu tun hat, dafür aber umso mehr mit den Chicago Boys und dem totalitären Marktradikalismus / Marktfaschismus.

  • 18.2.2020 - Tag der Politfloskeln

    Pass ab Geburt, weniger Arbeiten, Erbschaftssteuer: So wollen Wermuth und Meyer die Schweiz umkrempeln

    Am Montag haben die SP-Papabili Cédric Wermuth und Mattea Meyer ihr Programm vorgestellt. Und das hat es in sich. Am Mittwoch endet die Bewerbungsfrist für die Nachfolge von SP-Boss Christian Levrat (48). Dass sich noch jemand meldet, ist eher unwahrscheinlich. Das heisst: Am 5. April wird es zum Duell zwischen den beiden Tandems Cedric Wermuth (33)/Mattea Meyer (32) und Priska Seiler Graf (51)/Mathias Reynard (32) kommen. Und so langsam schälen sich die Unterschiede der Duos heraus. Während Seiler Graf und Reynard ihre Stärke in der persönlichen Breite des Tickets sehen (Unterwalliser und Zürcherin, junger Mann und ältere Frau, linker Gewerkschafter und moderate Exekutivpolitikerin), hat das Duo Meyer/Wermuth am Montag ein eigentliches Programm veröffentlicht. Unter dem Titel «Linker Aufbruch» kündigen sie an, wie sie die SP – und die Schweiz – verändern wollen.

    Bürgerrecht: Den Schweizerpass soll es ab der Geburt geben. Wer hier geboren ist, soll automatisch Schweizer werden. So wie das in Frankreich der Fall ist. Wermuth und Meyer kündigen an, sich für das sogenannte «ius solis» einzusetzen, denn: «Wer hier lebt, gehört dazu.» Das wäre eine Abkehr von den traditionellen Einbürgerungsverfahren, zumindest für Secondos und Secondas.

    Arbeit: Selbstverständlich kämpfen Meyer und Wermuth mit den Gewerkschaften für Mindestlöhne und eine 13. AHV-Rente. Und sie wollen die Digitalisierung nutzen, um «die Lohnarbeit sinnhafter zu machen». So wollen sie das Recht auf Bildung stärken. Aber – das eine alte Juso-Forderung – die Lohnarbeitszeit reduzieren.

    Wohnen: Tiefere Mieten sollen über einen gesetzlichen Renditedeckel erreicht werden.

    Gesundheitskosten: Wermuth und Meyer wollen die unter Levrat aufgegleiste Prämien-Initiative weiterverfolgen. Diese verlangt, dass ein Haushalt nur noch 10 Prozent seines Einkommens für Krankenkassenprämien ausgeben soll. Der Rest würde via Steuern finanziert.

    Kinderbetreuung: Auch über Steuern sollen mehr Krippenplätze finanziert werden.

    Steuern: Für Wermuth und Meyer ist klar: Arbeit und auch die Renten sollen steuerlich entlastet werden. Dafür wollen sie das Kapital stärker belasten. Das versucht derzeit die Juso mit ihrer 99-Prozent-Initiative, die verlangt, dass Dividenden und Zinserträge eineinhalbmal so stark besteuert werden wie Löhne. Zudem wollen sich Wermuth und Meyer für einen schweizweiten Mindeststeuersatz für Firmen einsetzen – und so den Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen eindämmen.

    Klima: Bereits vor ein paar Wochen hat Meyer in einem Interview in der «Republik» den Masterplan für die Finanzierung der Klimapolitik vorgelegt: Klimapolitische Massnahmen sollen finanziert werden, indem man eine Erbschaftssteuer für Super-Reiche einführt. Schreibt BLICK.

    Ob diese doch ziemlich unverbindlichen und etwas altbacken wirkenden Zukunftsvisionen mit den üblichen Politfloskeln reichen, einen neuen und glaubwürdigen Markenkern für die SP zu schaffen, ist mehr als fragwürdig. Das Thema «Digitalisierung», mit dem in der Zukunft so ziemlich alles in unserer Gesellschaft zusammenhängen wird, kommt nicht einmal vor. Zumal die SP ihre früher gefürchtete Kampagnenfähigkeit niemals zurückgewinnen wird, solange sie in der Regierung vertreten ist. So ist das nun mal lieber Cédric: Den Fünfer und das Weggli gibt es nicht. Glaubwürdige Erneuerung der guten alten Tante SP kann nur in der Opposition stattfinden. Die ätzende Postenschieberei der SP-Granden müsste sowieso längst ein Ende haben. Sonst wird das nix.

  • 17.2.2020 - Tag des Kanalius Analius

    Ab sofort gibts mehr Liebe, Sex und Dating

    Der neue Kanal OneLove ist live: 20 Minuten bringt täglich Storys zu allen Themen rund um Liebe, Sex und Dating. Mehr Liebe, mehr Klartext: Ab dem 17. Februar 2020 thematisiert 20 Minuten online und im Print jeden Tag Themen rund um Beziehungen und Bauchkribbeln, LGBTQ+ und Body Positivity, Verhütung und sexuelle Gesundheit, Übergriffe und Sicherheit. Dazu wurde ein neues Ressort und der neue Kanal OneLove geschaffen. 20 Minuten kann dabei auf Experten zählen, die Wissenswertes zu Liebe, Sex und Dating vermitteln. Schreibt 20Minuten.

    Wir wollen doch die neue Woche mit einer positiven Schlagzeile beginnen. Was BLIGG kann, kann unser aller Pendlermagazin schon lange. 20Minuten lanciert ab heute, worauf die Welt bisher vergeblich gewartet hat. Frei nach Verona Feldbusch: Hier werden Sie geholfen. Von Impotenz über Inkontinenz bis hin zur richtigen Stellung, offenen Hämorrhoiden und eingewachsenen Zehennägeln – unser aller Pendlermagazin hat die richtigen Antworten auf Ihre Probleme im neuen Kanal Anal.

    Coole SUVA-Präsenz
  • 16.2.2020 - Tag des Boulevards

    Erster digitaler Sender der Schweiz: Morgen legen wir los mit Blick TV

    Blick TV läuft täglich von 6 Uhr bis 23 Uhr auf Blick.ch und in der Blick-App. Der Fokus liegt auf Breaking News, Sport und Unterhaltung. Blick TV läuft täglich von 6 Uhr bis 23 Uhr auf Blick.ch und in der Blick-App. Der Fokus liegt auf Breaking News, Sport und Unterhaltung. Blick TV sendet aus den zwei neuen, topmodernen Studios im Ringier Pressehaus in Zürich. Aktuell besteht das Kernteam von Blick TV aus 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. «Ringier hat den Mut, das Fernsehen zu erobern und fürs Internet neu zu erfinden. Ich freue mich riesig auf die Arbeit mit meinem kompetenten, kreativen und schlagkräftigen Team», sagt Jonas Projer, Chefredaktor von Blick TV. Im Viertelstunden-Rhythmus sendet das digitale TV Informationen zu Politik, Wirtschaft, Sport und Unterhaltung. Zu sehen ist das neue Angebot auf Blick.ch und in der Blick-App. Die mobile Version von Blick TV kann dank eines neuartigen Players sowohl im Hoch- als auch im Querformat geschaut werden. Alle Beiträge werden untertitelt, was die Smartphone-Nutzung unterwegs und den barrierefreien Zugang ermöglicht. Darüber hinaus werden die Userinnen und User auf Blick.ch deutlich mehr On-Demand Videos finden. Schreibt BLICK.

    Qualitativ ist logischerweise vom Zürcher Dufourstrasse-Boulvard in Sachen TV rein gar nichts zu erwarten. Der übliche Sex-, Crime- und Unterhaltungsmüll aus den unteren Schubladen. Dennoch muss man vor dem Zofinger Medien-Pionier Michael Ringier einmal mehr den Hut ziehen: Er schafft es immer wieder, das Ringier-Imperium auch in Zeiten der digitalen Herausforderungen richtig zu positionieren. Ringier weiss, wonach seine Klientel verlangt. Und genau das liefert er. Die Welt besteht nun mal nicht nur aus Nobelpreisträgern. Für diese gibt's ja immer noch die NZZ. Chapeau Michael Ringier!

  • 15.2.2020 - Tag der charakterlosen Gier- und Wendehälse

    Entscheid zur Crypto-PUK muss warten: Plötzlich zaudert die FDP

    FDP-Präsidentin Petra Gössi brachte als eine der ersten eine Crypto-PUK ins Spiel. Doch nun zögern ausgerechnet die Freisinnigen, ob sie eine Parlamentarische Untersuchungskommission überhaupt wollen. Sie war eine der ersten Politikerinnen, die sich nach der Aufdeckung der Crypto-Affäre zu Wort meldete. FDP-Präsidentin Petra Gössi (44) forderte umgehend eine politische Reaktion: «Wir müssen uns ernsthaft überlegen, ob eine PUK nötig ist», erklärte sie im «Tagesanzeiger». Die FDP prüfe gar, ob sie in der Frühlingssession selbst einen Antrag auf eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) stelle, so Gössi. «Das habe ich mit Fraktionschef Beat Walti und ­Vizepräsident Andrea Caroni so abgesprochen.» Es gehe nicht an, dass man erst im Sommer wisse, was Sache ist. Nur zwei Tage später scheint die FDP den Fuss wieder vom Gaspedal genommen zu haben. Gestern wollte das Büro des Nationalrates darüber entscheiden, ob eine PUK eingesetzt werden soll, um die Affäre um die Zuger Crypto AG zu beleuchten. Doch der Entscheid wurde auf Anfang März vertagt. «Das Büro will zuerst den Präsidenten der Geschäftsprüfungsdelegation anhören und auch dem Bundesrat sein Recht auf Anhörung gewähren», so Nationalratspräsidentin Isabelle Moret (49, FDP). Dies sehe das Parlamentsgesetz so vor. Schreibt BLICK.

    FDP-Politiker wollen lückenlose Aufklärung - oder doch nicht?

    Die Empörung ist allenthalben gross. SP, Grüne, aber auch SVP-Doyen Christoph Blocher fordern eine PUK, eine Parlamentarische Untersuchungs-Kommission. FDP-Nationalrat Thierry Burkart forderte auf Twitter als einer der Ersten Konsequenzen. Der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller pochte in der «Rundschau» auf eine «lückenlose Aufarbeitung» – der Bundesrat, speziell das VBS, sei gefragt. Der Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Ständerats sagt: «Wir können diese Berichte nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben.» Man müsse «Tempo Teufel Klarheit schaffen». FDP-Parteichefin Petra Gössi verkündete deshalb bereits am Dienstagabend gegenüber der TX Group, dass eine PUK eine «ernsthafte Option» sei. Womöglich reichen die Freisinnigen den Antrag in der Frühlingssession im März gleich selbst ein. Doch für den Freisinn verspricht die Untersuchung der Vorfälle um die Crypto-Affäre unangenehm zu werden, gibt SP-Generalsekretär Michael Sorg zu bedenken. Denn bei genauerem Hinsehen offenbart sich: die Protagonisten sind fast alle Mitglieder der FDP. Etwa der ehemalige FDP-Bundesrat Kaspar Villiger, erst Verteidigungs-, später Finanzminister. Er soll gewusst haben, dass die Zuger Firma von ausländischen Geheimdiensten kontrolliert wurde, habe aber geschwiegen. «Handlangerdienste für Drittstaaten, die den Ruf der Schweiz als verlässlich neutrales Land beschädigen können, hätte ich niemals gedeckt», dementiert dieser. Oder Georg Stucky, alt FDP-Nationalrat, ehemaliger Zuger Regierungsrat und Verwaltungsratsmitglied der Crypto AG. Gemäss CIA-Papier ist er vom CEO der Firma über die Spionage-Operationen informiert gewesen. Heute kann er sich daran jedoch nicht mehr erinnern, wie er sagt. Oder Peter Regli, damaliger Chef des militärischen Nachrichtendienstes und FDP-Mitglied. Er sagt nichts zu den Vorwürfen, seine Behörde sei informiert gewesen über die Vorgänge zwischen US- und deutschen Geheimdiensten in der Crypto AG. Oder der ehemalige Chef des Nachrichtendienstes, FDP-Mitglied Markus Seiler. Er ist heute Generalsekretär im Aussendepartement von FDP-Bundesrat Ignazio Cassis. Oder Rolf Schweiger, Zuger FDP-Ständerat zwischen 1999 und 2011 und kurzzeitig Präsident der FDP Schweiz. Auch er sass im Verwaltungsrat der Crypto AG. CH Media schreibt heute: «Die Crypto-Affäre könnte sich zu einer FDP-Affäre auswachsen.» Im Verwaltungsrat der Crypto AG seien zahlreiche Zuger Persönlichkeiten gesessen: «Anwälte an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik, tief verankert in der FDP und dotiert mit zahlreichen Mandaten.» FDP-Chefin Gössi will die Crypto-Affäre gegenüber der «TX Group» nicht auf eine bestimmte Partei reduzieren. Die Verantwortung sei jeweils bei verschiedenen Bundesräten aus unterschiedlichen Parteien und Departementen gelegen. Ob die Beteuerungen der FDP-Verantwortungsträger stimmen, wird die Untersuchung zeigen. Der ehemalige deutsche Geheimdienstberater Bernd Schmidbauer ist in der «Rundschau» wenig überzeugt: «Ich hatte ja direkten Kontakt zur Spitze Schweizer Dienste und nehme an, dass sie nicht uninformiert waren.» Schreibt NAU.

    Man kann wirklich nur noch staunen, was aus dieser ehemals staatstragenden und für die Schweiz so wichtigen Partei des Freisinns geworden ist. Wäre diese charakterlose Elite der Schweizer FDP in Italien unterwegs, würde man ohne Wimpernzucken von mafiösen Zuständen sprechen. In der Schweiz nennt man die «Mafia» und Korruption* jedoch «Connections». Tönt etwas unverbindlicher, kommt aber aufs Gleiche raus. Die gierigen Wendehälse der FDP-Neolippen, insbesondere die jüngeren Semester, die frei von jeglicher Moral und Ethik sind und sich schamlos dank ihren politischen Ämtern privat beim Staat bedienen, siehe Ständerat Damian «ich bin nicht schwul» Müller, betätigen sich - frei nach Emmanuel Todd – als «Totengräber der Demokratie». Kein Wunder, sinkt die Wahlbeteiligung der Wählerinnen und Wähler ins Bodenlose.

    * Korruption (von lateinisch corruptio‚ Verderbnis, Verdorbenheit) bezeichnet Bestechlichkeit, Bestechung, Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung. Im juristischen Sinn steht Korruption für den Missbrauch einer Vertrauensstellung in einer Funktion in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Politik oder auch in nichtwirtschaftlichen Vereinigungen oder Organisationen (zum Beispiel Stiftungen oder NGOs), um für sich oder Dritte einen materiellen oder immateriellen Vorteil zu erlangen, auf den kein rechtmässiger Anspruch besteht.

    Damian Müller - feinsinniger Pöstchen-Jäger
  • 14.2.2020 - Valentinstag

    Thiams letzter Auftritt: «Ich gehe mit reinem Gewissen»

    Die Credit Suisse präsentierte an einer Medienkonferenz ihre Zahlen. Zugleich war es der letzte Auftritt des scheidenden Chefs Tidjane Thiam. Was bleibt, wenn der Vorhang fällt? Eine Credit Suisse, die nach dem Beschattungsskandal ihre Glaubwürdigkeit verloren hat – nicht bei den Investoren, aber in der öffentlichen Wahrnehmung. Was bleibt, ist ein geschasster Chef Tidjane Thiam (57), der an der gestrigen Medienkonferenz abermals betonte, dass die Bank, der er knapp fünf Jahre lang vorstand, fast alles richtig gemacht habe. Und ein neuer Chef, Thomas Gottstein (55), der den «Wachstumskurs» des Finanzinstituts weiter führen will und sich artig bei seinem Vorgänger, seinem «Freund», bedankte. Was bleibt, sind auch die nackten Fakten: Die Papiere der CS haben in der Ära Thiam gut 40 Prozent an Wert eingebüsst. Anderen europäischen Banken erging es indes nicht besser. Was bleibt, ist der von Thiam forcierte Ausbau der Vermögensverwaltung zulasten des Investmentbankings. Die anfänglich viel zu hoch gesteckten Ziele musste er nach unten anpassen. Das versprochene Wachstum kam nur in Ansätzen. Doch die Bank hat die Kosten gesenkt und steht kapitalmässig wieder solide da. Und so geizte Thiam nicht mit Eigenlob: «Ich bin unheimlich stolz darauf, was die Credit Suisse während meiner Zeit bei der Bank erreicht hat.» Nämlich: Kosten gesenkt, Gewinn gesteigert, Kapitalbasis gestärkt, neue Gelder angezogen und Geld den Aktionären ausgeschüttet. Besonders stolz ist Thiam, dass die verwalteten Vermögen auf rund 1,5 Billionen Franken gestiegen sind. Schreibt BLICK.

    Das ist doch endlich mal eine positive Nachricht. Wie gemacht für den Valentinsday. Ein Bankster geht mit reinem Gewissen. Und einem prall gefüllten Portemonnaie. Kann nicht jeder von sich behaupten.

  • 13.2.2020 - Tag des feinsinnigen Freisinns

    Neue Dokumente belasten ehemaliges FDP-Spitzenpersonal: Was wusste Alt-Bundesrat Kaspar Villiger?

    Die Affäre um die Crypto AG weitet sich aus: Wer wusste was über die Spionageoperation? Alt-Bundesrat Kaspar Villiger wehrt sich gegen Vorwürfe. Es ist ein Schlüsselsatz. Im Jahr 1994 erklärte ein ehemaliger Kadermann der Crypto AG in der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens: «Ich weiss, dass deutsche und amerikanische Geheimdienste Crypto-Geräte so manipulierten, dass sie für diese Dienste abhörbar wurden.» 26 Jahre ist es her, seit P. F. diesen Satz in aller Öffentlichkeit sagte. In einem Land, das die Neutralität zu seinen wichtigsten Werten zählt, blieb er ohne Konsequenzen. Weshalb? P. F. äusserte sich nur anonym, er hatte Angst. «Es wäre lebensgefährlich», sagte er zu Frank Garbely, dem Autor des damaligen Fernsehbeitrages. Ebenso fehlte das Interesse an einer Aufklärung seitens der Behörden. 1977 hatte die Crypto den Ingenieur P. F. entlassen. Der amerikanische Geheimdienst NSA hatte sich beim Crypto-Chef Heinz Wagner beschwert, dass diplomatische Depeschen aus Syrien nicht mehr lesbar waren. P. F. war zuvor mehrmals nach Damaskus gereist, um die Schwächen der syrischen Kryptogeräte zu beheben. In den Papieren der CIA heisst es: «P. F. hatte das Rubikon-Geheimnis herausgefunden, und es war bei ihm nicht sicher.» P. F. lebt noch, will sich aber nicht äussern. Garbely hat mehrere Gespräche mit ihm geführt. Der Journalist sagt dieser Zeitung: «P. F. war ein hoher Offizier beim Nachrichtendienst. Er war der Chiffrierexperte.» Nach seinem Weggang meldete er seinen Verdacht dem Verteidigungsdepartement (damals EMD) und einem befreundeten Offizier. Dieser schaltete die Bundesanwaltschaft ein, P. F. wurde mehrfach angehört, doch die Übung wurde später abgebrochen. Der zuständige Ermittler der Bundesanwaltschaft liess P. F. wissen: «Mein Chef hat mich zurückgepfiffen.» 1994 kam es zu einer zweiten Untersuchung durch die Bundesanwaltschaft, auch diese wurde eingestellt. Gemäss dem CIA-Bericht, aus dem die «Rundschau» zitiert, halfen Mitwisser des Schweizer Nachrichtendienstes aktiv mit, die Untersuchungen gegen die Crypto AG abzuwenden.

    Garbely sagt, P. F. habe immer gehofft, dass die Wahrheit ans Licht komme, zum Beispiel im Zuge der Fichenaffäre. Doch: «Die Fichen von P. F. waren gesäubert, kein Wort über die Crypto AG.» Zudem seien wenigstens zwei Schlüsseldossiers der Bundesanwaltschaft zur Crypto verschwunden: «Man kennt die Signaturen, doch die Dossiers sind unauffindbar», sagt Crypto-Kenner Garbely. Nach seinen Informationen hätten mindestens ein halbes Dutzend Offiziere des Nachrichtendiensts gewusst, dass die Crypto AG Chiffriergeräte manipulierte und die Neutralität der Schweiz massiv verletzte. Die blockfreien Staaten kauften ihr Material nämlich deshalb in Zug ein, weil sie der neutralen Schweiz vertraut hatten. Für Garbely ist offensichtlich, dass die Schweizer Behörden inklusive dem Bundesrat über die Verbindungen zwischen der Crypto AG und dem amerikanischen und deutschen Nachrichtendienst Bescheid gewusst hatten. Zu diesem Schluss kommen auch die nun publik gewordenen Recherchen. Besonders pikant: Nach Informationen der «Rundschau» hatte der damalige Verteidigungsminister Kaspar Villiger (FDP) Kenntnisse darüber, dass die Crypto den beiden Geheimdiensten gehörte. Ebenso über die Operation Rubikon. Trotz moralischer Bedenken habe der FDP-Bundesrat die Sache unter den Tisch gewischt: «Villiger wusste, wem das Unternehmen gehörte und fühlte sich moralisch verpflichtet, dies offenzulegen», heisst es im CIA-Papier. Doch Villiger habe nichts unternommen: «Offensichtlich hat Villiger den Mund gehalten.» Die Crypto-Affäre könnte sich zu einer FDP-Affäre auswachsen. Im Verwaltungsrat der Crypto AG sassen Zuger Persönlichkeiten ähnlichen Zuschnitts: Anwälte an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik, tief verankert in der FDP und dotiert mit zahlreichen Mandaten. Besonders hervorgetan hat sich Georg Stucky, eine wirkungsmächtige Figur im Kanton. Schreibt die AZ.

    Die Crypto-Affäre und ihr freisinniger Anstrich. Ob Sex mit kleinen Buben in Thailand oder sonstige Mauscheleien, bei denen es Bares zu holen gibt: Die «liberale» Partei des hässlichen Neoliberalismus ist immer irgendwie mit einem ihrer honorigen Granden verstrickt, wenn's zu stinken anfängt. Wen wundert's, dass diese feinen Damen und Herren der «Mitte», wie die FDP ihre politische Heimat mit einem Anflug von Humor zu bezeichnen wagt, auffallend oft aus dem Kanton Zug stammen? Wobei der Luzerner Ständerat Damian «ich bin nicht schwul»* Müller alles dafür tut, das Kantone-Ranking zu Gunsten Luzerns zu verschieben.

    * Müllers Paradesatz in beinahe jedem seiner Interviews im Wahlkampf vom Herbst 2019. Weil es ihm anscheinend so wichtig war, dies wie ein Mantra vor sich herzutragen, hält sich auch LUZART an das gebetsmühlenartig geäusserte Statement des feinsinnigen, im dezenten FDP-Dresscode gewandeten Politikers des Freisinns. Damit leistet LUZART einen wesentlichen Beitrag für die positive Imagepflege des Lieblings aller Schwiegermütter, das durch böse Gerüchte ins Wanken kam. Wobei die Frage sich nach der Wahl vom letzten Sonntag doch irgendwie aufdrängt, was denn am Schwulsein böse ist? Oder um es mit Zarah Leander zu sagen: «Kann denn Liebe Sünde sein?»

    Damian Müller - feinsinniger Pöstchen-Jäger
  • 12.2.2020 - Tag der Sippenhaft

    Syrer (15) attackiert schwulen FDP-Banker – Hans-Peter Portmann will ganze Familie ausschaffen und fordert «Sippenhaftung»

    Ein 15-jähriger Syrer soll im Zürcher Niederdorf Schwule mit einem Messer angegriffen haben. FDP-Nationalrat Portmann fordert die Ausschaffung der ganzen Familie des Syrers, sollte diese ihr Gastrecht missbraucht und Integrationspflichten nicht erfüllt haben. Am Wochenende kam es im Zürcher Niederdorf zu einem Messerangriff auf Schwule. Die Polizei verhaftete einen tatverdächtigen 15-jährigen Flüchtling aus Syrien. Der schwule Banker und FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann (56) stellte am Dienstag auf Twitter eine umstrittene «Null-Toleranz bei Hate-Crime»-Forderung. Der Zürcher Nationalrat will, dass die ganze Familie des jungen Syrers ausgeschafft wird, sollte diese ihre Integrationspflichten verletzt haben. Schreibt BLICK.

    Die FDP und ihre verklemmten Parteischwestern*, ob geoutet oder ungeoutet: So richtig liberal scheinen sie gegenüber bösen Buben nur in Thailand zu sein, wo sie es getreu der liberalen Marktwirtschaft ja anscheinend gerne so richtig krachen lassen. In der Schweiz hingegen predigen sie stramme Law & Order-Floskeln.

    * Das Wort dürfte (noch) nicht auf dem Index sein, oder?

  • 11.2.2020 - Tag der Phrasendrescher

    Wieder Mauschelei bei Green Cross: Martin Bäumle schliesst heimlichen Deal mit beschuldigter Ex-Chefin

    Green-Cross-Präsident Martin Bäumle machte die Ex-Direktorin für das Finanzdebakel der Organisation verantwortlich. Doch nun hat er heimlich die Strafanzeige gegen Nathalie Gysi zurückgezogen. Bereits 2018 hat er Finanzprobleme über Monate verschwiegen. Die Vorwürfe, die Green-Cross-Schweiz-Präsident Martin Bäumle (55) gegen seine Ex-Geschäftsführerin Nathalie Gysi (49) erhoben hatte, waren massiv. Sie habe die Bilanz und Erfolgsrechnung gefälscht, sagte der Zürcher GLP-Nationalrat, als er letzten April erstmals über die prekäre Finanzlage der Umweltorganisation informierte. Er musste eingestehen, dass er erst im August 2018 realisierte, dass die Liquidität der Stiftung weitaus geringer war, als von Gysi kommuniziert. Dies obwohl sich die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin bereits seit dem Vorjahr immer mehr verschlechtert hätte. Darauf entliess er sie umgehend. Wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung reichte der Stiftungsrat Ende 2018 gegen Gysi eine Strafanzeige ein. Aber Bäumle verschwieg der Öffentlichkeit und den Spendern über Monate, dass Green Cross Schweiz vor dem Konkurs stand. Erst als BLICK und andere Medien Dokumente zugespielt erhielten und im letzten April über die finanzielle Schieflage berichteten, machte der Green-Cross-Chef die Finanzsituation transparent. Obwohl beim grossen Reinemachen keine 200'000 Franken mehr in der Kasse waren, sagte er damals, er wolle das Vertrauen der Spender wieder zurückzugewinnen, indem Green Cross Schweiz «alles transparent macht und den grossen Einsatz aufzeigt, um die Organisation zu retten». Nun entdeckte BLICK auf der Green-Cross-Webseite eine dürre Mitteilung, wonach Green Cross Schweiz und Gysi ihre Differenzen beigelegt hätten. Weiter: «In der Folge ist Green Cross Schweiz an der Fortführung eines Strafverfahrens wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung nicht mehr interessiert und hat eine Desinteresseerklärung abgegeben.» Schreibt BLICK.

    Wer von diesem unsäglichen Phrasendrescher Bäumle etwas anderes als Trickserei und Mauschelei erwartet hat, ist schlicht und einfach nur noch naiv. Politiker dieses Typus sind ein weiterer Grund für die Politikverdrossenheit, die letztendlich zu Wahlbeteiligungen von 40 Prozent (im besten Fall) führt. Es ist ja nicht so, dass man diesen unappetitlichen Hohepriestern der Mauschelei, die längst zu Totengräbern der Demokratie verkommen sind, nichts zutraut. Das verheerende Verdikt in der öffentlichen Wahrnehmung der grandiosen Eliten jenseits jeglicher Moral und Ethik offenbart das pure Gegenteil: Dass man ihnen eben alles zutraut.

  • 10.2.2020 - Tag der Arschlöcher

    Kein einig Volk von Mietern

    Stadt-Land-Graben bei der Mietwohnungs-Initiative – und ein «Rösti»-Graben beim Anti-Diskriminierungsgesetz. Klares Ja zum Anti-Diskriminierungsgesetz und eine deutliche Absage an die Mietwohnungsinitiative: Der erste Abstimmungssonntag des Jahres verlief ohne Überraschungen. Trotzdem entwickelte sich eine hitzige Diskussion. Zu reden gab vor allem die Mietwohnungs-Initiative. Denn diese, waren sich die Parteichefs einig, traf einen Nerv in der Bevölkerung. Zumindest in den grossen Städten. SP-Vizepräsident Beat Jans kritisierte die Bürgerlichen scharf. Diese ignorierten das wichtigste Problem des Mittelstandes, nämlich die exorbitanten Mieten in den Städten. «Das Problem ist gewaltig. Es brennt.» Schreibt SRF.

    Tja, so kommt's dann halt wie von Doktor LUZART an dieser Stelle vor kurzer Zeit in seiner unendlichen Weisheit* und Prognosenfähigkeit* vorausgesagt, wenn 41 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung abstimmen und 59 Prozent der Wahlurne fernbleiben. Amerikanische Verhältnisse. Oder wie die Amis zu sagen pflegen: «40 Prozent der US-Bevölkerung wählen den amerikanischen Präsidenten und 60 Prozent wundern sich nachher darüber, welches Arschloch gewählt wurde». (Anmerkung: Gemäss Schätzungen lag die Wahlbeteiligung bei der Wahl des Präsidenten Donald Trump am 8. November 2016 bei 60,2 Prozent.) Nicht zu vergessen ist beim Wahlresultat der Mitwohnungs-Initiative die unrühmliche Rolle der SP und deren halbherzige Unterstützung der Forderung nach preisgünstigen Mietwohnungen. Dafür lenkte sie ihre ganze Kraft auf das Anti-Diskriminierungsgesetz. Da braucht sich die SP nicht zu wundern, wenn ihr die Parteigenossinnen und Parteigenossen in Scharen davonlaufen. Wer seinen Markenkern derart ohne Not aufgibt und nur noch Minderheiten-Themen besetzt, hat's nicht besser verdient.

    * Kleiner Maoistischer Scherz in traurigen Zeiten sei erlaubt. Denn für diese Voraussage brauchte es keine herausgehobene Weisheit, sondern nur gesunden Menschenverstand.

  • 9.2.2020 - Tag der Faschisten

    Braune Machtspiele in Erfurt: Schachmatt

    Von der Finte der Thüringer AfD wollen CDU und FDP überrascht gewesen sein. Dabei sagt die AfD, ihr sei geholfen worden. Und dann war Thomas Kemmerich plötzlich Ministerpräsident von Thüringen. Wirklich so plötzlich? „Kemmerich stand im Schach“, sagt einer von der AfD im Rückblick. Tatsächlich hatten die Fraktionen diesen Wahltag vorher durchgespielt. Es ging um Züge des Gegners und darum, was die Verfassung als Konter zulässt. Eigentlich aber ging es um die Macht. Auch die CDU machte einen Plan. Zunächst in der Fraktion, die traf sich am Montag. Am Dienstag saß sie dann mit dem Landesvorstand zusammen. Es lag Spannung in der Luft. Denn die Fraktion war sich keineswegs einig darüber, wie sie zur AfD stand. Zwar gab es einen Beschluss der Bundespartei. Der lautete: keine Zusammenarbeit. Das konnte man allerdings so oder so auslegen. Die strengste Auslegung: in keiner Weise am gleichen Strang ziehen. Die lockerste: keine Koalition. Für einige Thüringer CDU-Leute war klar, dass sie sich an die strenge Auslegung halten wollten. Andere bevorzugten die lockere. Im Herbst war der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Michael Heym, sogar noch weiter vorgeprescht. Er hatte mit Blick auf das Wahlergebnis der AfD gesagt: „Man tut der Demokratie keinen Gefallen, wenn man ein Viertel der Wählerschaft verprellt.“ Sollte heißen: AfD einbeziehen. Kurz darauf kursierte ein Brief, in dem 17 CDU-Politiker aus Thüringen „ergebnisoffene“ Gespräche auch mit der AfD forderten. Auch ein weiterer Landtagsabgeordneter zählte zu den Unterzeichnern. Schreibt die FAZ.

    Spannender Artikel der FAZ. Einmal mehr bewahrheitet sich Otto von Bismarcks Zitat «Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd». Erschreckend ist die Tatsache, wie die «bürgerlichen» PolitikerInnen für den eigenen Machterhalt sogar mit Faschisten paktieren. Viele Menschen fragen sich nun, ob mit der AFD und dem Faschisten* Bernd Björn Höcke ER, der GRÖFAZ, wieder da ist? Nein! Er war gar nie weg. Zumindest nicht in den Köpfen sehr vieler «bürgerlicher» Menschen. Die AfD ist kein Produkt von ein paar rechtsextremen Spinnern. Sie kommt aus der vielzitierten «Mitte der Gesellschaft». Wer das nicht akzeptieren will, soll sich mal die Liste der AfD-Bundestagsabgeordneten und deren Berufe und akademischen Titel zu Gemüte führen. Ebenso lohnt sich für alle Zweifler eine Recherche, wie viele AfD-Mitglieder denn von der FDP und CDU/CSU zur Faschistenpartei übergelaufen sind. Wohlwissend, dass sie mit einem Wolf im Schafspelz paktieren.

    *Das Verwaltungsgericht Meiningen hat in einem Eilverfahren entschieden, dass der thüringische AfD-Chef Björn Höcke als Faschist bezeichnet werden darf.

  • 8.2.2020 - Tag der Rache

    Rache nach dem Freispruch: Trump feuert zwei wichtige Impeachment-Zeugen

    Das Amtsenthebungsverfahren ist gelaufen – doch Donald Trump scheint noch Rechnungen offen zu haben. Mit Gordon Sondland und Alexander Vindman entliess er zwei Zeugen, die ihn schwer belastet hatten. Donald Trumps erste Stellungnahme nach dem Freispruch im Impeachment-Verfahren war eine Abrechnung mit dem politischen Gegner und den wenigen Kritikern in den eigenen Reihen gewesen. Den harten Worten lässt der US-Präsident nun Taten folgen. Zwei Schlüsselzeugen, die während der Impeachment-Ermittlungen gegen ihn ausgesagt hatten, wurden am Freitag (Ortszeit) von ihren Aufgaben entbunden. Er verbannte den Oberstleutnant und Ukraine-Experten Alexander Vindman aus dem Weissen Haus, wo dieser als Berater des Nationalen Sicherheitsrates tätig war. Kurz darauf sagte der US-Botschafter bei der EU, Gordon Sondland, mehreren US-Medien, ihm sei mitgeteilt worden, dass der Präsident ihn mit sofortiger Wirkung als Botschafter abberufen wolle. Schreibt DER SPIEGEL.

    Diese Reaktion von The Donald war zu erwarten. Sie erinnert irgendwie an den triebgesteuerten Psychopathen aus dem legendären Film «M - eine Stadt sucht einen Mörder» von Fritz Lang aus dem Jahre 1931, der während einer Filmsequenz, in der er seine psychischen Störungen erklärt, vor sich hin brabbelt: «Kann nicht. Muss!»

  • 7.2.2020 - Tag der Druckereischliessungen

    Limmatdruck AG steht vor Schliessung wegen «schlechter Performance» – 150 Mitarbeiter betroffen

    Die Meldung, welche die Redaktion am Donnerstagmorgen erreichte, war in perfektem Manager-Deutsch verfasst: «Um den Anforderungen des Marktes an höchste Effizienz und Exzellenz in einem hochkompetitiven Umfeld gerecht zu werden, hinterfragt die AR Packaging kontinuierlich die operative Ausrichtung der Unternehmensgruppe.» Oft lassen solcherlei Sätze nichts Gutes erahnen. Das ist vorliegend nicht anders. Denn wenig später heisst es: «Die Performance am Standort Spreitenbach ist seit einiger Zeit hinter den Erwartungen zurück geblieben, daher ist die Option, einen substanziellen Teil der Produktion von der Limmatdruck/ Zeiler AG zu verlagern, ernsthaft in Betracht zu ziehen.» Das mögliche Aus der Limmatdruck/Zeiler AG wäre gleichbedeutend mit dem Ende einer 43-jährigen Spreitenbacher Firmengeschichte. Die Limmatdruck AG hat ihre Wurzeln in der Druckereiabteilung des Migros-Genossenschafts-Bundes und wurde 1945 als Genossenschaft zur Limmat gegründet. Gleichzeitig mit der Umbenennung in Limmatdruck AG bezog die Druckerei 1977 in Spreitenbach einen Neubau . Wichtigster Auftrag war damals der Druck der Wochenzeitung «Wir Brückenbauer» (heute Migros-Magazin). Im Jahre 2000 wurde die bernische Zeiler AG, ein Familienunternehmen, übernommen, das erfolgreich in den Bereichen Verpackungen und Verpackungstechnik tätig war, und man konzentrierte sich fortan auf das Geschäft mit hochwertigen Verpackungen. 2011 übernahm die deutsche RLC Packaging Group das Unternehmen und konzentrierte die Firma auf die beiden Standorte Spreitenbach und Köniz BE. 2018 wurde der Standort in Köniz geschlossen. Im November 2019 wieder­um übernahm die schwedische AR Packaging Holding die deutsche RLC Packaging (und somit auch die Limmatdruck AG) sowie die K+D AG mit Sitz in St. Gallen. Insgesamt umfasste die Akquisition neun Werke, die zusammen einen Umsatz von knapp 300 Millionen Franken erwirtschafteten. Nur zwei Monate später steht nun also fest, dass die Limmatdruck/Zeiler AG in Spreitenbach mit grosser Wahrscheinlichkeit geschlossen wird. Dazu heisst es in der Medienmitteilung: «Erste Analysen im Rahmen der Integration der neuen Unternehmen haben einen klaren Handlungsbedarf im Hinblick auf die Situation in der Schweiz aufgezeigt; ein denkbares Szenario wäre der Ausbau und die Fokussierung der Produktion auf den Standort von K+D in St. Gallen.» Harald Schulz, CEO von AR Packaging, schreibt dazu: «Wir sind überzeugt, dass es möglich ist, auch in Hochkostenländern wie der Schweiz erfolgreich zu produzieren, sofern eine höchst effiziente Infrastruktur vorhanden ist.» Doch genau das sei leider in Spreitenbach nicht der Fall. «Die Performance am Standort Spreitenbach ist seit einiger Zeit hinter den Erwartungen zurück geblieben, daher ist die Option, einen substanziellen Teil der Produktion von der Limmatdruck/Zeiler AG zur K+D AG zu verlagern, ernsthaft in Betracht zu ziehen.» Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Die «veraltete Infrastruktur» - sprich Maschinenpark – ist ein vorgeschobener Grund. Eine Infrastruktur kann man mit entsprechenden Investitionen erneuern. Dazu muss aber das Marktumfeld stimmen. Hier liegt der Hase begraben. Die grossen Druckaufträge wie Zeitungen, Prospekte und Kataloge fehlen im Zeitalter der Digitalisierung schlicht und einfach. Das musste selbst Michael Ringier schmerzhaft erfahren, als er für die ehemals «modernste Druckerei Europas» den Stecker zog: «Ringier Adligenswil» mit 172 Mitarbeitern wurde im November 2017 binnen Tagen geschlossen. Das tut weh, ist aber als Folge des veränderten Umfeldes nicht aufzuhalten. Die Digitalisierung steht erst am Anfang und wird noch viele Betriebe schlucken.

  • 6.2.2020 - Humbelday

    Rentenreform: Ruth Humbel greift Arbeitgeberverband an

    Neue Präsidentin der Sozialkommission gibt Kompromiss von Gewerkschaften und Arbeitgebern geringe Chancen. Eine zügige Reform der zweiten Säule der Altersvorsorge wird immer unwahrscheinlicher. Die neue Präsidentin der nationalrätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) bezeichnet die Erfolgsaussichten des in der Vernehmlassung stehenden Kompromissvorschlags der Sozialpartner als gering. «Wenn am Ende nur die Gewerkschaften, die linken Parteien und die Spitze des Arbeitgeberverbandes dahinter stehen, hat der Vorschlag keine Chance», sagt die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Der Arbeitgeberverband habe im vergangenen Sommer offenbar einer Lösung zugestimmt, die von den eigenen Mitgliederverbänden nicht mitgetragen werde. «Detailhandel, Baumeister, Banken, die Pharma – alle haben sich abgewendet und schlagen ein eigenes Modell vor. Wer steht eigentlich noch hinter dem Kompromiss?» Humbel ist nicht gut zu sprechen auf den Arbeitgeberverband. Sie sagt, dieselben Verbandsexponenten, die bei der Volksabstimmung zur Altersvorsorge 2020 vor drei Jahren eine Erhöhung der AHV-Rente um monatlich 70 Franken «mit unglaublicher Vehemenz» bekämpft hätten, forderten nun im Rahmen des sozialpartnerschaftlichen Kompromisses einen umlagefinanzierten 200-Franken-Zuschlag in der zweiten Säule. Das sei «unglaubwürdig und irritierend». Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Ruth Humbel? Ist das nicht die furchtbare Neolippe von der CVP Aargau, die bei den Wahlen 2019 mit ihren Worten «Man verdient sich keine goldene Nase mit Mandaten im Gesundheitsbereich» für eines der dümmsten Zitate des Jahrhunderts sorgte? Es darf angenommen werden, dass sich die gute Frau aus dem Aargau mit Lobby-Mandaten aus Wirtschaft und Industrie eine zumindest silberne Nase verdient. Wenn nicht, würde sie etwas falsch machen und bräuchte dringend Nachhilfe beim Luzerner Ständerat Damian «ich bin nicht schwul» Müller.

  • 5.2.2020 - Tag der Immobilien-Haifische

    Massenkündigung wegen «Totalsanierung» in Kriens LU: Pensionskasse wirft 97 Mieter raus!

    In Kriens LU stellt eine Pensionskasse ihre Mieter auf die Strasse. 97 Parteien sind von der Massenkündigung betroffen. Im Treppenhaus fliessen die Tränen. Einige Mieter sind schon ihr halbes Leben hier, andere zogen erst gerade ein. Die Bewohner der Liegenschaft Brunnmattstrasse 18-18b / 20-20a in Kriens stehen vor einem Scherbenhaufen. Die Pöstlerin klingelt am letzten Donnerstag bei jeder der insgesamt 97 Wohnungen und bringt die eingeschriebene Kündigung. Es fliessen Tränen im Treppenhaus. Der Grund für die Massenkündigung: Die 40 Jahre alten Wohnblöcke werden total saniert. Alle Mieter müssen bis Ende Juni raus. Die Hiobsbotschaft kommt ohne Vorwarnung. «Die Gebäude sind gut instand», sagt Anwohner Josef Portmann (73) zu BLICK. Seine Frau Agathe (77) und er gehören zu den Erstmietern. Seit sie 1979 einzogen sind, wurde viel gemacht. Die Aufzüge im Treppenhaus sind erst vier Jahre alt. Fassade, Fenster, Isolation und Balkone wurden 2008 modernisiert. Rentner Portmann nimmt kein Blatt vor den Mund: «Hier ist nichts baufällig. Doch seit zwei Jahren gehören die Gebäude der Pensionskasse Previs. Die wollen teurere Wohnungen bauen.» Er ist wütend: «Denen geht es doch nur um die Rendite!» Für ihre 4½-Zimmer-Wohnung zahlen die Portmanns 1263 Franken. Für den Rentner ist klar: «Zu diesem Preis finden wir nichts Vergleichbares.» Er ist sich sicher: «Das gibt Sozialfälle.» Andere im Haus seien finanziell schlimmer dran. Besonders hart betroffen von den Umbauplänen der Pensionskasse sind die Rentner. Auch Frieda Zemp (82) gehört zu den Erstmietern. Sie lebt in einer 3½-Zimmer-Wohnung. «Letztes Jahr war die Hausverwaltung bei mir», erinnert sie sich. «Sie machten überall Fotos. Ich dachte schon, jetzt gibt es eine neue Küche.» Was sie nicht ahnte: Es ging wohl um die Sanierung. Schreibt BLICK.

    Für viele der betroffenen Mieterinnen und Mieter ist das ein trauriges Schicksal. Ein Grund mehr, am Sonntag für die Initiative des Mieterverbandes mit Ja zu stimmen.

  • 4.2.2020 - Tag der Kaufhäuser

    Milliarden-Deal jetzt offiziell: Benko und Thai Central kaufen Globus für über eine Milliarde

    Die Migros verkauft Globus und verschiedene Immobilien an die thailändische Central Group und deren österreichischen Partner Signa-Gruppe. Diese kauften das Unternehmen zu gleichen Teilen, wie die Central Group aus Bangkok am Dienstag mitteilte. Der Kaufpreis betrage mehr als eine Milliarde Franken. Schreibt BLICK.

    Und wer kauft den Maus-Buben nun MANOR ab?

  • 3.2.2020 - Tag der Personenfreizügigkeit

    Ein Dorf wehrt sich: Kanton Bern will Transitplatz für Fahrende bauen – Widerstand ist gross

    Schweizweit fehlen Plätze für Jenische, Sinti und Roma. Wie schwierig die Suche nach Standorten ist, zeigt sich gerade im Kanton Bern. Es gibt weder Post noch Laden in Wileroltigen. Dafür grosse Bauernhäuser, viel Platz, viel Grün, und vor allem: viel Ruhe. Ein Stück heile Welt, sagt Armin Mürner, «aber leider nur noch auf der einen Seite des Dorfes». Auf der anderen Seite ist die Welt für ihn nicht mehr in Ordnung. Denn dort soll ein Transitplatz für ausländische Fahrende entstehen. Die Berner Regierung hat das 370-Einwohner-Dorf Wileroltigen nach langer Suche ausgewählt; am Sonntag stimmt der Kanton Bern darüber ab. Der Transitplatz soll bei einem Rastplatz an der Autobahn Bern – Murten entstehen, ein Kilometer vom Dorf entfernt. Armin Mürner, gelernter Metzger und ehemaliger Seemann, kämpft an vorderster Front dagegen. Der parteilose 72-Jährige erzählt von den schlechten Erfahrungen, die das Dorf schon gemacht hat. Im Sommer 2017 hatten rund 500 ausländische Fahrende während Wochen neben dem Rastplatz Halt gemacht – und landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Armin Mürner betont, er sei nicht gegen Fahrende. Er sagt es präventiv, noch bevor eine Frage in diese Richtung zielt. «Es geht um die Gleichstellung», sagt er. «Wenn Fahrende Farbe einfach das Loch runterlassen, zahlt der Kanton nachher das Auspumpen. Wenn ein hiesiger Maler dasselbe macht, wird er gebüsst», ärgert er sich. Die Behörden trauten sich nicht, bei den Fahrenden durchzugreifen, weil es sich um eine Minderheit handelt, glaubt er. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Ohne bestehende Vorurteile zu unterstützen oder gar neue aufzubauen: Man kann den Widerstand begreifen. Ein Blick in die täglichen «Blaulicht»-Meldungen über Diebstähle und Trickbetrügereien der Schweizer Polizei zeigt ein erschreckendes Bild aus der obgenannten Gruppe der Jenischen, Sintis und Romas, die durch die Schweiz ziehen. Meistens, und das lässt sich einfach nicht wegdiskutieren, sind Menschen aus dieser Gruppe, vorwiegend aus Rumänien, in diese Alltagskriminalität verwickelt. Das kostet jedes Mal ein Stückchen Lebensqualität, vor allem für die älteren Bürgerinnen und Bürger der Schweiz, die in der Regel von diesen Trickbetrügereien und Diebstählen betroffen sind. Hinzu kommt die Lachnummer in beinahe jeder Medienmitteilung der zuständigen Kantonspolizei, dass der / die Festgenommene mit einer Landesverweisung und einer Einreisesperre von fünf Jahren ausgewiesen worden sei. Dass die gleichen Leute zwei oder drei Wochen später wieder in der Schweiz auftauchen, wird Ihnen jeder Polizist bestätigen. Mit dieser zügellosen Personenfreizügigkeit wurde ein Monster geschaffen, das nicht mehr beherrschbar ist und auch bei den Polizisten nur noch Frust hervorruft.

  • 2.2.2020 - Tag der 10-Millionen-Schweiz

    Immer mehr Menschen zieht es ins Ausland – das hat auch politische Folgen: Schweizer wandern in Scharen aus

    Die Schweizer zieht es weg: nach Frankreich, Deutschland und in die USA. Aber auch nach Australien oder Thailand. In den letzten Jahren hat die Anzahl Schweizer, die ihre Heimat verlassen, deutlich zugenommen. Gleichzeitig sind weniger Auslandschweizer zurückgekehrt. Das Resultat: Auf 24'000 Rück­kehrer kamen 2017 und 2018 rund 32'000 Auswanderer (für 2019 sind noch keine Zahlen erhältlich). Unter dem Strich zählt das Land damit 8000 Schweizer weniger. Schlüsselt man die Zahlen auf, so zeigt sich: 36 Prozent aller Auswanderer sind zwischen 20 und 35 Jahren alt. Damit sind es überdurchschnittlich oft Junge, die ihre Koffer packen. Bei ihnen stehen laut Michael Siegenthaler, Arbeitsmarktexperte bei der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF), die Aufnahme eines Studiums oder der Antritt einer Stelle im Vordergrund. Bei einer zweiten Gruppe handelt es sich um frühere Einwanderer, die nun als Doppelbürger in ihre Heimat zurückkehren: Italiener oder Portugiesen etwa. Die dritte Gruppe machen die Älteren aus, insbesondere die 64- und 65-Jährigen – also die Rentner. Schreibt SonntagsBlick.

    Macht Euch keine Sorgen, Ihr Unseligen! Gehet hin in Frieden und sündigt weiter. Es kommt wie's kommen muss: Wir werden die 10-Millionen-Hürde schaffen. Vermutlich schneller als uns lieb ist. Der Sultan vom Bosporus braucht nur die Schleusen zu öffnen und schon ist es passiert. With a little Help from the Neolipizianern (formerly known as Avenir Suisse), den Immobilien-Mogulen und den unverbesserlichen Wachstums-Apologeten. Ob das gut oder schlecht ist? Darüber scheiden sich die Geister. Samuel Krähenbühl von der SVP sieht jedenfalls einen hohen Preis, den die Schweiz dafür bezahlen wird. Ob er mit seinen Gedanken richtig liegt sei dahingestellt. Seine Bedenken per se als falsch zu deklarieren, nur weil sie von einem SVP-ler stammen, wäre töricht. Immerhin hat der Mann eine Universität von innen gesehen, was nicht alle unserer Parlamentarierinnen und Parlamentarier von sich behaupten können. Bildung hat noch nie jemandem geschadet.

  • 1.2.2020 - Tag des SVP-Präsidenten

    Harzige Suche nach neuem SVP-Präsidenten: Franz Grüter steht nur als Vize bereit

    Die SVP Luzern sieht ihren Nationalrat Franz Grüter an der Spitze der SVP Schweiz – und hat ihn bei der Findungskommission nominiert. Dieser will jedoch maximal Vizepräsident werden. Auch eine weitere Frau sagt ab. Am Dienstag hatte die Zürcher SVP-Parteileitung Nationalrat Alfred Heer (58) als Bewerber auf das Amt des SVP-Präsidenten bei der Findungskommission angemeldet. Heer habe die SVP des Kantons Zürich während sieben Jahren sehr erfolgreich geführt. Sein Leistungsausweis lasse sich sehen, während Heers Präsidium sei die Kantonalpartei bestens aufgestellt gewesen. Nun zieht die SVP Luzern nach: Sie schlägt Nationalrat Franz Grüter (56) offiziell als Nachfolger von Noch-Präsident Albert Rösti (52) vor. Grüter selber aber stellt erneut klar, dass er aus beruflichen Gründen nicht als Präsident zur Verfügung stehe. «Das geht einfach nicht.» Schreibt BLICK.

    Schade, kann man da nur sagen. Grüter wäre genau der Mann, der mit seiner ruhigen, bedachten und dennoch bestimmten Art und seinen unbestrittenen Kenntnissen und Kontakten aus dem IT-Bereich die SVP – und mit ihr die Schweiz – in die digitale Zukunft führen könnte. Aber man wünscht sich ja bei der SVP einen Polterer, egal ob's dann ein Dummschwätzer aus der geistig intellektuellen Ödnis eines Glarner Zigerkrapfens ist. Da verstehen einige alte Granden aus der Parteispitze längst nicht mehr, um was es geht. Nämlich um die Zukunft der Schweiz im Wandel der Zeit, bei dem die SVP eine wichtige Rolle spielen könnte. Und so verwundert einen die meistgehörte Antwort auf die Frage «was halten Sie von Franz Grüter?» auch nicht sonderlich: «Franz Grüter? Ein guter Mann, aber in der falschen Partei.» Welch unüberlegtes Statement! Ein guter Mann kann in jeder Partei etwas bewegen. Bewegung würde der good old Bauernpartei und den verkrusteten Ansichten der Partei-Oldtimer gewiss nicht schaden. Aber so ist es halt, wenn man die Alten nicht ins Stöckli schicken kann, weil sie noch immer die Kampagnen bezahlen. Wie sagt der Volksmund so schön? Wer bezahlt befiehlt. Der Preis ist allerdings sehr hoch für die SVP. Möglicherweise höher als die Kampagnenkosten, die auf dem Herrliberg aus der Portokasse bezahlt werden. Sie läuft Gefahr, die jungen Menschen bis auf wenige unverbesserliche Randgruppen für immer zu verlieren.

  • 31.1.2020 - Tag der Widerwärtigen

    Ex-GLP-Politiker Eric von Schulthess (60) verkauft Safari-Reisen mit Abschussgarantie: Ein toter Leopard kostet 5000 Euro extra

    Bis Sonntag findet in Deutschland die grösste Jagdmesse Europas statt. Anbieter aus aller Welt verkaufen Dienstleistungen und Produkte – darunter auch Jagdreisen. Tierschützer sind empört. Einer der Anbieter kommt aus der Schweiz und berichtet offen über seine Safaris. In Dortmund findet derzeit die grösste Jagdmesse Europas statt – die «Jagd und Hund». Zu finden gibt es alles, was das Jägerherz begehrt. Bekleidung, Waffen, Zubehör. Dazu Angebote für sogenannte Trophäenreisen – samt Preislisten. Der Abschuss eines Löwen kostet rund 36'400 Euro, ein Elefant ist für 27'300 Euro zu haben. Über 100 Veranstalter buhlen um die schiesswütige Kundschaft. Zu einem Reporter der «Bild»-Zeitung sagt einer der Anbieter: «Du musst halt schiessen können und bezahlen. Wir fahren bei Leoparden auf 30 Meter ran, schiessen dem Tier erst in die Beine, du kannst es dann erlegen.» Unter den Anbietern findet sich auch eine Firma aus der Schweiz: Capra Adventures aus Grenchen SO. Inhaber: Eric von Schulthess (60), Ex-Präsident der GLP Grenchen. Er weiss, dass die Jagdreisen polarisieren. Trotzdem sieht er nichts Falsches darin. Solche Reisen seien sehr streng reglementiert. «Unseriöse Anbieter haben in diesem Geschäft keine Chance», sagt er zu BLICK. Und: «Der Erlös solcher Lizenzen kommt auch dem Artenschutz zugute. Auch regionale Schulen und Spitäler profitieren davon finanziell sowie vom Fleisch.»

    Da fehlen einem die Worte. Das Feigenblatt «Artenschutz» als Rechtfertigung zu verwenden, zeigt wessen Geistes Kind ausgerechnet der GLP-Politiker von Schulthess ist. Allerdings braucht es immer zwei «to Tango»: Einen Anbieter und einen Konsumenten. Widerwärtig sind beide.

  • 30.1.2020 - Tag der leeren Kirchen und vollen Schlauchbooten

    Die Schweizer Kirchen zahlen für die Rettung von Migranten im Mittelmeer

    Die deutschen Protestanten machten es vor, nun ziehen die hiesigen Kirchen nach: Sie unterstützen das Bündnis «United4Rescue», das Rettungsschiffe ins Mittelmeer schickt. Das Engagement hat heikle Aspekte. Über tausend Migranten ertranken letztes Jahr im Mittelmeer beim Versuch, in Europa eine bessere Zukunft zu finden. Ein unerträglicher Zustand, finden viele humanitäre Organisationen. Aktiv geworden ist auch die Evangelische Kirche in Deutschland: Sie ist massgeblich am Bündnis «United4Rescue» beteiligt. Dieses ist derzeit auf der Suche nach einem Schiff, das vor der afrikanischen Küste Flüchtlinge aus Seenot retten soll. Betreiben würde das Schiff die Organisation Sea-Watch, für die auch die bekannte und umstrittene Kapitänin Carola Rackete tätig ist. Verhandlungen laufen derzeit über einen Kauf des Forschungsschiffs «Poseidon» aus Kiel, das rund eine Million Euro kosten würde. Nun wird klar, dass «United4Rescue» auch Geld von den Schweizer Reformierten bekommt. Gottfried Locher, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), sagt auf Anfrage, die Unterstützung betrage «einige tausend Franken». Als Grund für das Engagement gibt er an, es sei nicht akzeptabel, dass vor unseren Augen ständig Menschen ertränken. Die Kirchenvertreter wüssten, dass es keine einfachen Antworten auf das Flüchtlingselend und die gefährlichen Überquerungen Richtung Europa gebe, betont der höchste Protestant des Landes. Aber wenn die staatliche Seenotrettung nicht genüge, brauche es von anderer Stelle Hilfe im Kampf gegen das tägliche Sterben im Mittelmeer. «Das sagen wir ohne ein Gefühl der moralischen Überlegenheit, sondern im Wissen darum, dass jede Lösung neue Probleme mit sich bringt.» Natürlich kennt auch Gottfried Locher die Anschuldigungen, mit denen sich die humanitären Organisationen konfrontiert sehen. Kritiker sagen, die Retter würden den Migrationsstrom noch verstärken, quasi einen «Sog» erzeugen. Fabrice Leggeri, der Direktor der EU-Grenzwache Frontex, wirft den Seenotrettern sogar vor, dass sie ungewollt Kriminellen hülfen. Laut Leggeri packen Schlepper marode Boote in Libyen mit Migranten voll – und wenn die Route feststehe, informierten die Schlepper ein Rettungsschiff, damit es das Boot aufgreifen könne. Schreibt die NZZ.

    In der Schweiz wie auch anderswo sind etliche katholische und reformierte Kirchen zur Umnutzung oder gar zum Verkauf ausgeschrieben. Google hilft Ihnen weiter, falls Sie ein passendes Kirchengebäude erwerben möchten. «In den letzten 25 Jahren wurden schweizweit über 200 Kirchen, Kapellen und Klöster teilweise aufgegeben, abgerissen oder umfunktioniert. In den ehemals heiligen Räumen finden Technopartys statt, werden Ausstellung gezeigt, Casinos betrieben oder es wohnen Leute darin» war in einer Doku von SRF zu vernehmen. Und warum passiert das? Weil die christlichen Kirchen leer sind. Da lohnt es sich für die kirchlichen Organisationen, die Rettung von Migranten in Seenot zu unterstützen, denn die Schlauchboote sind vollgepfercht mit Menschen. Die könnten die leeren Gotteshäuser wieder füllen und mit Leben erwecken. Nur dumm, dass es sich bei den meisten Migranten, die übers Mittelmeer den Weg nach Europa suchen, um Muslime handelt. Und die werden wohl kaum eine christliche Kirche besuchen. Strategisch und langfristig nicht unbedingt das aussichtsreichste Investment, das die Schweizer Kirchen mit der Seenotrettung unterstützen.

    PS: Die nicht beabsichtigten Folgen der Seenotrettung von Migranten

  • 29.2.2020 - Tag der Obszönität

    So hoch ist die Busse, die Roger Federer für seine Obszönität erhält

    Roger Federer muss für seine verbale Entgleisung in den Viertelfinals der Australian Open eine Busse über 3000 australische Dollar entrichten. Es war eine der vielen kleinen und grossen Dramen in den Viertelfinals der Australian Open: Roger Federer, der – frustriert von Schmerzen in der Leistengegend – flucht und von Schiedsrichterin Marijana Velijovic eine Verwarnung wegen «Obszönität» erhält und die Linienrichterin, die verbale Entgleisung gemeldet hatte, zur Rede stellt. Als hart empfand der Schweizer die Verwarnung. Welche Worte er gewählt habe, ist nicht abschliessend geklärt. Federer sagte: «Ein Mix zwischen Englisch und Schweizerdeutsch.» Seis drum: Er könne die Verwarnung akzeptieren. Wie auch die Busse, die er dafür erhält und die sich auf 3000 australische Dollar beläuft, was knapp 2000 Schweizer Franken entspricht. Sein Sieg in den Viertelfinals der Australian Open, bei dem er gleich sieben Matchbälle abwehrte, bringt Federer 1 Million australische Dollar (zirka 660'000 Franken) ein. Federer hat in seiner Karriere knapp 130 Millionen Dollar Preisgeld erspielt. Den Grossteil seines Einkommens erwirtschaftet Federer indes neben dem Tennisplatz. Gemäss Wirtschaftsmagazin «Forbes» verdiente er im letzten Jahr 93,4 Millionen US-Dollar. Schreibt die Aargauer Zeitung.

    RF's Schlachtruf «Chom jetz» kann natürlich in Zeiten der Weinsteins und Hashtags wirklich als Obszönität gewertet werden. Wobei sich schon die Frage stellt, was denn an einer Aufforderung zum Orgasmus obszön sein soll. Sei's drum: Federer wird die Busse verkraften. Wenn nicht, können wir immer noch eine Sammelaktion für ihn starten, damit er wenigstens zu einer warmen Suppe kommt.

  • 28.1.2020 - Tag der Milliardäre

    Im Tennis zählt vor allem eines: das Geld

    Beim Laver-Cup gibt es für die Tennisstars Antrittsgagen in Millionenhöhe. Nun will der Fussballer Gérard Piqué ein neues Tennis-Turnier lancieren. Der Clou daran: Der Gewinner erhält 10 Millionen Euro. Tennis Australia ist nicht nur der Organisator des Australian Open, sondern zusammen mit der ATP auch der Initiator des neuen ATP-Cups sowie Stakeholder an Roger Federers Laver-Cup. Der ATP-Cup zielt direkt auf den reformierten Davis-Cup und damit die Haupteinnahmequelle des internationalen Verbandes ITF. Der Laver-Cup ist eine Exhibition, von der ein paar wenige privilegierte Spieler profitieren und die einen der attraktivsten Termine im Kalender belegt. Dass ausgerechnet einer der wichtigsten Mitgliedverbände die Interessen der ITF hintertreibt und den Schulterschluss mit der Konkurrenz sucht, weckt innerhalb der Tennisszene Unmut. Die ITF ist deshalb wild entschlossen, die Machtprobe mit dem Laver-Cup zu suchen. Schon 2021 will sie mit dem Davis-Cup vom unattraktiven November-Termin in den September vorrücken. Entsprechende Gespräche zwischen der ITF und der ATP sind angelaufen. Zu diesen eingeladen wurden auch Roger Federer und sein Agent Tony Godsick. Doch der Amerikaner zeigt sich nicht verhandlungsbereit. Gegenüber der ITF signalisierte er: «Wir bleiben, wo wir sind.» Godsicks Argument ist das Geld. Der Laver-Cup offeriert den Topspielern Antrittsgagen in siebenstelliger Höhe. Gemessen daran ist das Preisgeld von 250'000 Dollar für jeden des Siegerteams schon fast ein Sackgeld. Angesichts des sportlichen Werts ist das aber nicht mehr als konsequent. Der Laver-Cup ist einer der letzten sportlichen Wettbewerbe, die sich am Gedankengut Pierre de Coubertins orientieren. Der Gründer der modernen Olympischen Spiele hat den Satz geprägt: «Teilnehmen ist wichtiger als siegen.» Mit dem kleinen, aber nicht unerheblichen Unterschied, dass die Spieler am Laver-Cup im Gegensatz zu den Olympiateilnehmern der ersten Stunde nicht für Ruhm und Ehre antreten, sondern vor allem für Dollars. Schreibt NZZ.

    Unglaublich. Im Tennis geht's nur ums Geld? Wer hätte das gedacht? Das ist doch mal eine überraschende Neuigkeit. Derweil streiten sich die Experten, ob Roger Federer in diesem Jahr Milliardär wird oder erst im nächsten Jahr. Nur gut, dass es wenigstens noch ein paar Sportarten gibt, bei denen es nicht ums Geld geht. Wie zum Beispiel Veloweitsprung mit Anhänger.

  • 27.1.2020

    «Olga» vermietet auf Airbnb Ferienchalet in Zermatt VS – dabei gehört es ihr gar nicht: Das ist ja der Gipfel!

    Silvia J.* (55) wurde Opfer einer fiesen Betrugsmasche. Eine Person namens «Olga» hat auf Airbnb ein Chalet in Zermatt VS zur Vermietung angeboten, das gar nicht ihr gehört. Der richtige Vermieter kann es nicht fassen: «So etwas habe ich noch nie erlebt.» Nicht nur am WEF in Davos GR gibt es Puff um nicht bezahlte Zimmer – oder Doppelbuchungen in Hotels. Auch in Zermatt VS spielte ein Betrügerin ein böses Spiel. Silvia J.* (55) aus Cham ZG suchte Mitte Januar im Internet eine Unterkunft. Ihr Plan: Weihnachten und Neujahr mit der Familie im Wallis. Auf der Plattform Airbnb stösst sie auf ein Angebot: Das Viersternechalet Schwalbennest mit direktem Blick aufs Matterhorn. Kosten: 4446 Franken für zwei Wochen. «Ich war schon mehrmals in Zermatt und kenne mich mit den Preisen aus. Als ich dieses Angebot sah, dachte ich: Wow, das ist sehr günstig. Deshalb habe ich sofort gebucht und mit meiner Kreditkarte bezahlt», sagt sie. Schreibt BLICK.

    Tja, liebe Schnäppchenjägerinnen und Schnäppchenjäger. So läuft das nun mal in der schönen neuen Welt von Airnb im Internet. Da lohnt es sich, vor dem Zücken der Kreditkarte die innere Gier zu besiegen und das Hirn einzuschalten. Vor allem, wenn sich die Anbieterin des Schnäppchens «Olga» nennt. Auf der Lauchernalp wäre Silvia das nicht passiert. Dort heisst der Anbieter ja auch Beat und nicht Olga.

    Bitschhorn im Lötschental - Foto www.ferien-lauchernalp.ch
  • 26.1.2020 - Tag der grenzenlosen Gier des Damian Müllers

    Damian Müller sichert sich Lobby-Mandate: Freisinniger Pöstchen-Jäger

    Damian Müller sitzt erst seit Kurzem in der Gesundheitskommission. Jetzt hat er bereits drei neue Lobby-Mandate aus dem Gesundheitssektor. Ihm kann es nicht schnell genug gehen. Erst seit Dezember sitzt FDP-Ständerat Damian Müller (35) in der einflussreichen Gesundheitskommission des Ständerates. Nun hat sich der Luzerner bereits drei neue Lobby-Mandate im Gesundheitssektor gesichert. Wie der «Tagesanzeiger» berichtet, sitzt Müller neu in der «Groupe de réfléxion» der Krankenkasse Groupe Mutuel, im «Sounding Board» des Ärzteverbandes FMH und im Beirat des Krankenkassenvergleichsdienstes Comparis. Die Mandate sind auch im Register der Interessenbindungen aufgeführt, das die Parlamentsdienste diese Woche publiziert haben. Von der Groupe Mutuel erhält der Gesundheitspolitiker 4000 Franken pro Jahr – für durchschnittlich vier Sitzungen. Auf bis zu 8000 Franken kommt der Freisinnige bei Comparis. Die halbtägigen Sitzungen werden gemäss dem Tagesanzeiger mit je 2000 Franken entschädigt. Und auch bei der FMH dürften ihm etwa 10'000 Franken winken. Insgesamt fliessen also rund 20'000 Franken in Müllers Portemonnaie. Schreibt BLICK.

    Damian «ich bin nicht schwul» Müller war sich nicht zu schade, im vergangenen Wahlkampf vom Herbst 2019 mit jedem, aber auch wirklich jedem Journalisten über seine etwas komplizierte oder – je nach Sichtweise – eigenartige Sexualität zu reden. Ungefragt, wohlverstanden! Man glaubt es kaum. In Müllers Verständnis scheinen nicht die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger an erster Stelle zu sein, sondern die eigenen Befindlichkeiten des Herrn Ständerats. In den Redaktionsstuben herrschte darüber ziemliche Verwirrung. Doch statt mit der pro aktiven Schadenbegrenzungsleier «ich bin nicht schwul» den Gerüchten über seine Schwulität vorzubeugen, hätte der ebenso wendige wie nimmersatte Gierhals und «Gesundheitspolitiker» der Luzerner FDP zum Thema Gesundheitspolitik, das im Klima-Wahlkampf so ganz nebenbei als Randnotiz immerhin auch noch stattfand, zum Beispiel ein Statement wie «ich bin nicht käuflich» abgeben können. Was auch nicht unbedingt der Wahrheit entsprochen, aber immerhin einen gewissen Unterhaltungswert geboten hätte. Und da wundern wir uns über Wahlverdrossenheit? Genau solch schmierige Politikertypen sind die Sargnägel unserer Demokratie und fördern mit ihrer fast schon kleptomanen Unverschämtheit die Erstarkung der Populisten. Trump, Strache, Orban, Salvini und wie sie alle heissen, sind nicht vom Himmel gefallen. «Die FDP ist der Krebs der Schweiz» schreibt Albert Meier aus Flums als Kommentar zum Blick-Artikel. Wie wahr! Und der Krebserreger für die einst staatstragende und für die Schweiz so wichtige Partei hat einen Namen: Unverhohlener, schäbiger und grenzenloser Lobbyismus, gepaart mit übelstem Opportunismus.

    Die von BLICK genannten Zahlen der Beiträge, die Müller in seinen Sack stecken darf, entlarven das Wahlkampf-Statement der Aargauer CVP-Politkerin Ruth Humbel «Man verdient sich keine goldene Nase mit Mandaten im Gesundheitsbereich» nicht nur als unverschämte Unwahrheit, sondern als pure Wählertäuschung. Es sei denn, CVP-Frau Humbel, die Müller in Sachen fragwürdigem Lobbyismus nur wenig nachsteht, ist dermassen abgehoben, dass sie längst nicht mehr weiss, wie lange ein normaler «Büezer» in der Schweiz für 20'000 Franken arbeiten muss, wofür Damian «ich bin nicht schwul» Müller ein paar wenige Stunden – wenn überhaupt – Lobbyismus betreibt.

    Einige Kommentare der BLICK-Leser zum Artikel:

    Tritt er in die Fussstapfen von Philipp Müller PFEFFERSCHARF? Alles versprechen und nichts halten. Das Wandern ist des Müllers Lust und für den Bürger nur Verlust? (Steiner Norbert, Eschikon)

    Ein weiterer Politiker als sog. Saubermann. Sie schauen nur auf IHRE Geldsäcke und nennen sich immer wieder Volksvertreter. (Hansruedi Mathys, Herrliberg)

    Viele (Politiker, Anm.) wissen sehr schnell nicht mehr, dass sie vom Volk und nicht von der Pharma- oder Gesundheitsindustrie gewählt wurden. Kurz vor den nächsten Wahlen tauchen die dann wieder aus den Sümpfen auf um wiedergewählt zu werden. Und die dummen Lemminge wählen solche Leute ja immer wieder, erbärmlich! Der Lobbyismus gehört verboten, basta! (Heiri Meier, Kloten)

    Die FDP ist der Krebs der Schweiz. Man braucht diese Partei genau so wenig wie eine grosse Warze auf der Nase. (Albert Meier, Flums)

  • 25.1.2020 - Tag der freien Marktwirtschaft

    Kongos Delegation prellt am WEF die Zeche in Arosa – abgezockte Hoteliers stinksauer: «Fette Klunker, aber kein Geld»

    Anlässlich des WEF in Davos hat ein Teil der kongolesischen Delegation in Arosa logiert – und in gleich zwei Hotels die Zeche geprellt. Insgesamt 10'000 Franken sind ausstehend. Im BLICK packen die beiden Bündner Hotelbetreiber jetzt aus. Die Mächtigen aus Wirtschaft und Politik waren dieser Tage am Weltwirtschaftsforum in Davos GR anzutreffen. Unter ihnen auch der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi (56). Begleitet wurde er von einer Heerschar an Delegierten. Doch weil der Platz knapp war und die Preise während des WEF in Davos exorbitant sind, mussten rund 20 kongolesische Delegierte auf Arosa GR ausweichen. Dort haben sie im Hotel Chamanna Bed & Breakfast des Bündner Hoteliers Marco Bühler (34) logiert. «Sie sind mit Limousinen vorgefahren, trugen Rolex-Uhren, Diamanten und Louis-Vuitton-Taschen», sagt Bühler zu BLICK. Sie buchten 20 Zimmer für 20 Personen während zwei Nächten. Kostenpunkt: 6868 Franken. Scheinbar zu viel für die kongolesische Delegation. Sie prellte die Zeche! «Fette Klunker tragen, aber kein Geld haben», prangert Bühler an. BLICK liegen entsprechende Dokumente vor. Und Recherchen zeigen: Bühler ist nicht der Einzige, dem es so erging. Auch im Hotel Bellevue in Arosa wurden Zimmer für die Entourage des kongolesischen Präsidenten gebucht, aber nicht bezahlt. Konkret: Zehn Zimmer für fünf Nächte. Der Preis: 7300 Franken. Schreibt BLICK.

    Na ja, das Desaster hält sich ja noch in Grenzen. So funktioniert nun mal die freie Marktwirtschaft, die bekannterweise alles regelt. Nicht nur bei der FDP Schweiz, sondern auch in Afrika. Es gibt Gewinner und es gibt Verlierer. Stellt Euch vor, die ganze Delegation hätte Asyl in der Schweiz beantragt. Was das erst kosten würde! Ganz abgesehen davon, welche Traumvorlage das für die SVP wäre. Gehen wir doch mit einem Smile ins Wochenende. Oder wie die Amis zu sagen pflegen: Think positive. So great. Amazing.

  • 24.1.2020 - Tag der Facebook-Viren

    Vorsicht, Facebook-Virus! Claude Longchamp (62) heimtückisch gehackt

    Ein Klick und der Computer ist infiziert. Politologe Claude Longchamp wurde Opfer von Internet-Kriminellen – und leitete den Virus gleich an die Politiker weiter. «Uii, da wurde mein Konto offensichtlich aus dem Umfeld des Schweizer Parlaments wohl unbeabsichtigt gehackt», warnt Politologe Claude Longchamp (62) seine 3325 Facebook-Freunde. «Und ich habe ganz offensichtlich solche von ParlamentarierInnen gehackt, ebenso unbeabsichtigt.» Über die App «Messenger» hat Longchamp ein Video erhalten, das ihn betreffe. Von einem Ständerat. Den Namen nennt er nicht. «Fälschlicherweise habe ich das angeklickt, dann aber nicht angesehen, weil ich skeptisch wurde», sagt Longchamp zu BLICK. «Offenbar habe ich dabei aber schon zu viel gemacht und das Video weitergeleitet.» Er sei erst seit einem halben Jahr auf Facebook «und habe den Fall noch nicht erlebt». Schreibt BLICK.

    Ein Hauch von Jeff Bozos schwebt über dem Fliegenmann. Irgendwie - und ich stehe dazu - herrscht eine klammheimliche Freude. Wie kann man nur so dämlich sein? Diese Frage richtet sich an alle Social Media-Apologeten. Sie sind einfach zu weltfremd, zu abgehoben, um sich mit den Risiken ihrer geliebten Durchlauferhitzer wie Facebook, Instagram, Twitter und Messenger auseinanderzusetzen, geschweige denn sie zu verstehen.

  • 23.1.2020 - Tag der Klimaflüchtlinge

    «Historischer» Uno-Entscheid gibt zu reden: Bleiberecht für Klimaflüchtlinge

    Die Rede ist von einem «wegweisenden Urteil»: Der Uno-Menschenrechtsausschuss in Genf hat erstmals festgehalten, dass auch Klimaflüchtlinge ein Recht auf Schutz haben. Was bedeutet dieser Entscheid für die Schweiz? Ioane Teitiota hat verloren. Endgültig. Durch sämtliche Instanzen hat sich der dreifache Familienvater aus dem Pazifik-Inselstaat Kiribati gekämpft – bis nach Genf. Doch auch vor dem Uno-Menschenrechtsausschuss, der in der Schweiz seinen Hauptsitz hat, ist Teitiota abgeblitzt. Für Menschenrechtsorganisationen ist das Urteil des Uno-Gremiums, das jetzt bekannt geworden ist, trotzdem ein Erfolg – und was für einer! Von einem «historischen Fall» ist die Rede. Von einem «wegweisenden Urteil». Denn im Entscheid heisst es, dass Klimaflüchtlinge ein Recht auf Schutz haben. Das bedeutet, dass sie nicht in ihre Heimat zurückgeschickt werden dürfen, wenn ihr Leben dort wegen des Klimawandels in Gefahr ist. Es ist das erste Mal, dass ein internationales Organ den Schutz festhält. Schreibt BLICK.

    Wenn eine Lawine rollt, ist sie nicht mehr aufzuhalten. Da kommen ja gute Zeiten auf die SVP zu, die laut Bundesrat Ueli Maurer die Wahlen mit den Themen EU und Asylanten gewinnt. Wie gut sie für die Bürgerinnen und Bürger werden, wenn dieses Fass ohne Boden, die Büchse der Pandora, erst aufgemacht ist, wird die Zukunft zeigen. Warum fällt mir jetzt ausgerechnet folgendes Zitat vom grossartigen Peter Scholl-Latour (1924 - 2014) ein? «Wer halb Kalkutta aufnimmt hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta!»

  • 22.1.2020 - Tag der FuhrhalterInnen

    SVP-Präsident Glarner: «Wir haben die Themen AHV und Krankenversicherung verschlafen»

    Als neuer Präsident der SVP Aargau will Andreas Glarner die Volkspartei wieder auf «Blocher-Kurs» bringen. Spaltet er damit die SVP noch mehr oder bringt er sie tatsächlich zurück auf die Erfolgsspur? Der umstrittene Asylchef der SVP Schweiz und neue Präsident der SVP Aargau Andreas Glarner ist Gast im TalkTäglich. «Die klassischen SVP-Themen sind im Moment bei den Leuten einfach nicht zuoberst», konstatiert Cavalli. Glarner gibt sich selbstkritisch: «Wir haben ein paar Themen verschlafen, zum Beispiel die AHV oder die Krankenversicherung.» Beim Thema Lobbyismus geht Glarner mit seinen Parteigenossen hart ins Gericht: «Wir waren hier keinen Dreck besser als andere Parteien. Auch wir hatten 'Fuhrhalter', die plötzlich bei Krankenkassen im Vorstand sassen», teilt er gegen Ulrich Giezendanner aus - bekanntermassen sind die beiden keine dicken Freunde. Lobbyisten müssten aus der Gesundheitskommission ausgeschlossen werden, fordert Glarner. Er habe sich bereits früher mit diesem Anliegen an die Parteileitung gewandt. Schreibt die AZ.

    Das sind ja schon mal gute Ansätze und klare Analysen von Glarner. Die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann hat beispielsweise ihren Wahlkampf im Herbst 2019 für den Einzug in den Nationalrat genau mit den von Glarner beschriebenen Themen geführt und gewonnen. Ohne Facebook-, Twitter- und Instagram-Account notabene. Für seine «Mission Impossible» beim Kampf gegen die «Fuhrhalter» (Anmerkung: ... und «Fuhrhalterinnen», denn im Bereich Krankenkassen-Lobbyismus stimmt für einmal die Frauenquote) kann man ihm nur Glück und Durchhaltevermögen wünschen, sofern er seine Ansagen wirklich ernst meint. Die Hoffnung stirbt ja bekannterweise zuletzt. Und so wie Saulus zu Paulus mutierte, könnte auch aus einem «Dummschwätzer» ein veritabler Politiker werden. Wenn sich Glarner jetzt noch das «System Blocher» verinnerlicht, könnte aus ihm ein herausragender Aargauer SVP-Präsident werden, was im Rückblick auf die Vergangenheit des Aargauer Präsidiums nicht unbedingt schwierig ist. Seine Vorgänger glänzten ja nicht wirklich mit brillanten Ideen und Durchsetzungskraft im Aargauer Hühnerstall. Blocher mag ein Hardliner und Polterer gewesen sein, aber der gewiefte Politiker vom Herrliberg wusste stets, dass seine Partei mehrheitlich von den «kleinen Leuten» gewählt und getragen wird und wie weit er mit seinen Angriffen auf die klassischen Sozialwerke gehen konnte. Das war eines der Erfolgsgeheimnisse Blochers. Hoffentlich ist sich Glarner dessen bewusst, wenn er den «Blocher-Kurs» beschwört.

  • 21.1.2020 - Tag des Puderzuckers

    «Cassis ist der Bundesrat von Glencore und Nestle» – Regula Rytz im Interview

    Die Klima- und Verkehrswende müsse sozialverträglich über die Bühne gehen, sagt Grünen-Präsidentin Regula Rytz. Sie will deshalb Familien mit Kindern und Jugendlichen gezielt entlasten – beim öffentlichen Verkehr. Und äussert sich zu Bundesrat Cassis: «Er ist der Bundesrat der Konzerne wie Glencore oder Nestle. Er will die Einwicklungszusammenarbeit zu einem Hilfsdienst für private Wirtschaftsinteressen umbauen. Und er hat die Europapolitik mit dem Angriff auf den Lohnschutz in die Sackgasse geführt. Scheitert das Rahmenabkommen, dann ist auch Cassis auf der ganzen Linie gescheitert. Das muss Konsequenzen haben.» Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Dass sich Bundesrat Cassis vor allem als Wurmfortsatz von Glencore und Nestle auszeichnet, ist eigentlich eine altbekannte Tatsache und die logische Konsequenz im Verhalten eines Politikers dieser furchtbaren Neolippen-Partei - genannt FDP. Wer etwas anderes erwartet und ihn trotzdem gewählt hat, muss irgendwas geraucht, gesnifft oder geschluckt haben, was die Sinne total betäubt. Soll in diesen Kreisen ja öfters vorkommen, wie hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird. Was - im Umkehrschluss - die manchmal etwas arg blasssen Nasen gewisser ParlamentarierInnen erklären würde. Als Quelle aller buddhistischen Weisheiten von Konfuzius über Mao und Mama Lee bis zu Xi Jinping weist LUZART, die zärtlichste Versuchung seit es Schokolade gibt, darauf hin, dass für alle ParlamentarierInnen die Unschuldsvermutung gilt. Bei den weissen Nasen könnte es sich schlicht und einfach auch um Puderzucker handeln. Wie schnell steckt Mann/Frau seine Nase zu tief ins gepuderte Törtchen! Um all diesen boshaften Gerüchten ein Ende zu setzen, wäre es vielleicht wirklich sinnvoll, die Abwasser der Klos im Hohen Haus von und zu Bern auf verdächtige Rückstände zu untersuchen. Laut European Monitoring Centre for Drugs and Drugs Addiction liegt ja die Stadt Bern in Sachen Drogenrückständen gemäss Abwasser-Proben in den Top Ten der Europäischen Städte. Da könnte es doch durchaus sein, dass... Aber lassen wir das.

  • 20.1.2020 - Tag des Weitblicks

    «Der Flyer ist ein unsägliches Lügenpamphlet»: Gegner der Miet-Initiative hausieren mit alten Zahlen

    777 Millionen Franken habe der Bund schon mit der Förderung von günstigem Wohnraum verloren, behaupten die Gegner der Miet-Initiative. «Lüge», sagt Mit-Initiantin Jacqueline Badran. Drei Millionen Flyer landeten in den vergangenen Tagen in den Schweizer Haushalten. Darin warnen die vom Hauseigentümer-Verband angeführten Gegner der Miet-Initiative eindringlich vor einer «Verstaatlichung des Wohnungsmarkts». Als knackigstes Nein-Argument führen sie dabei «777 Millionen Franken Verluste des Bundes seit den 90er-Jahren mit Wohnbaudarlehen» an. Ein Argument, bei welchem SP-Nationalrätin Jacqueline Badran (58, ZH) an die Decke geht! «Der Flyer ist ein unsägliches Lügenpamphlet», wettert sie. «Die 777 Millionen haben mit dem heutigen Wohnraumförderungs-Gesetz und mit der Initiative null und nichts zu tun. Damit wird das Stimmvolk in die Irre geführt!» Auch Grünen-Nationalrat Michael Töngi (52, LU) ärgert sich: «Mit uralten Zahlen zu hausieren, ist reine Polemik», so das Vorstandsmitglied des Mieterverbands. HEV-Präsident Hans Egloff (60) wehrt sich gegen den Vorwurf der Irreführung: «Man weiss ja nie, was noch kommt. Bei den Bürgschaften für die Hochseeschifffahrt haben auch alle behauptet, das sei ein Supergeschäft. Jetzt zahlen wir Hunderte von Millionen.» Er räumt zwar ein, dass sich die 777 Millionen auf das alte Gesetz beziehen. Trotzdem sei deren Verwendung im aktuellen Abstimmungskampf gerechtfertigt. «Wir wollen damit zeigen, dass der Bund mit seinem Engagement in der Wohnbaupolitik schon einmal viel Geld verlocht hat», so der frühere SVP-Nationalrat. «Der Bund soll die Wohnbauförderung den Kantonen und Gemeinden überlassen. Die wissen besser, wo Bedarf besteht.» Auch für GLP-Nationalrat Martin Bäumle (55, ZH) ist klar: «Faktisch steht da nichts Falsches und die Quelle ist sauber deklariert», so der Co-Präsident des Nein-Komitees. Und: «Plakative Zuspitzungen gehören zu Abstimmungen.» Schreibt BLICK.

    Es war wie von LUZART, der zärtlichsten Versuchung seit es Schokolade gibt, in einer früheren «Daily Headline» vorausgesagt anzunehmen, dass die üblichen Verdächtigen aus dem Sumpf der Immobilienspekulanten vor der Abstimmung mit den ganz grossen Kanonen auffahren. Was erwarten wir denn anderes von Leuten wie HEV-Präsident Hans Egloff und dem notorischen Faktenverdreher GLP-Nationalrat Martin Bäumle, der in seiner Funktion als Green-Cross Präsident Schweiz mit dem Verschweigen von Fakten für einen unappetitlichen Skandal sorgte? Fake News gehören in der Immobilienbranche wie bei Politikern seit jeher zum Business as usual. Man schaue sich nur einmal die Prospekte der angebotenen Immobilien dieser Branche an. Da sich die Zunft der unseligen Beton-Hasardeure gegenseitig aus purer Dummheit (oder Unfähigkeit) auch noch die unsäglichen Claims abschreibt, preist sie ihre Objekte häufig mit der Superlative «Wohnen mit Weitsicht» an, obschon ein Blick vom Balkon der angebotenen Wohnung meistens das Gegenteil beweist, steht doch da in Zeiten des verdichteten Bauens nur 15 Meter entfernt (je nach gesetzlicher Auflage des Minimalabstandes) ausgerechnet der Nachbarsblock, der jegliche Weitsicht verhindert. Was von Bäumle vermutlich mit der Bemerkung gekontert würde, dass schliesslich auch 15 Meter Weitsicht sei. Womit der Green-Cross-Schweiz-Crasher nicht einmal ganz unrecht hat, kommt es doch einzig und allein auf den Blickwinkel an. Und der ist bei den Immobilienfritzen leicht verschoben.

    Le Sacala Büron
  • 19.1.2020 - Tag der Rentnerinnen

    Exklusive Rednerin: 9000 Franken für Doris Leuthard

    Doris Leuthard bleibt nach ihrem Rücktritt aus der Regierung eine gefragte Frau. Davon weiss sie zu profitieren. Wer die Ex-Magistratin für eine Rede buchen will, muss mit der Agentur Speakers verhandeln. «Die Höhe der Honorare ist Verhandlungssache und ist abhängig von der Art der Veranstaltung», sagt Speakers-Chefin Esther Girsberger auf Anfrage. Zu besagtem Honorar will sie sich nicht äussern. Doris Leuthard selbst argumentiert gegenüber SonntagsBlick, sie habe viele Anfragen und akzeptiere ein paar wenige pro Jahr, «teils pro bono, teils eben bezahlt». Es gebe viele spannende Themen, sie beschränke sich aber auf jene, mit denen sie sich auskenne. Schreibt SonntagsBlick.

    Von irgendwas muss ja die exklusive Rentnerin ihren Lebensunterhalt finanzieren, oder? Soll sie etwa auf dem Sozialamt vorsprechen? Mit der 220'000-Franken-Rente lässt sich ja nicht mal der Stromverbrauch Ihres Teslas finanzieren. Geschweige denn der Diesel für ihr BMW-Cabriolet. Augen-Makeup, Anti-Falten-Lotion und Designer-Klamotten für Seniorinnen sind auch nicht unbedingt billig. Also weg mit Euren Neidkeulen! Doris ist keine Hillary. Die nimmt nämlich 50'000 Dollares als Bares pro Auftritt. Und nicht lächerliche 9'000 Fränkli.

  • 18.12020 - Tag der Rebebllion

    Roger Hallam (53) ist der Anführer einer ultraradikalen Klimabewegung: «Wir wollen Millionen dazu bringen, Gesetze zu brechen»

    Er hat die radikalste Umweltschutzbewegung ins Leben gerufen. Nun will XR-Mitgründer Roger Hallam Millionen Menschen für seine Sache gewinnen – mit drastischen Mitteln. Das muss man erst mal schaffen: der eigenen radikalen Bewegung zu radikal zu sein. Der Klimaaktivist Roger Hallam (53) hat es geschafft. Nachdem der Mitgründer von Extinction Rebellion (dt. Rebellion gegen das Aussterben) in einem Interview mit der «Zeit» den Holocaust relativiert hatte, distanzierten sich die deutsche Ortsgruppe und Schweizer Aktivisten von dem Briten. Kritiker werfen ihm Panikmache vor. Auch am Worldwebforum in Zürich trat Hallam am Freitag wie ein Weltuntergangsprophet auf. Lob gibts nur für Greta Thunberg (17), die am selben Tag in Lausanne VD weilte. Dem Vielflieger-Publikum schleuderte er wütend entgegen: «Ihr werdet sterben!» Er will sie bekehren. «Ich mache hier gleich einen Workshop», erklärt er. Schreibt BLICK.

    Viel Lärm um stupide Schlagzeilen wie «ihr werdet sterben». Dass wir alle eines Tages sterben werden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das Weekend sollten wir uns von diesem etwas obskuren Bartli und seinen kruden Statements nicht verderben lassen.

  • 17.1.2020 - Tag der Auffälligkeiten

    «Unter Dauerverdacht»: Doping-Experte greift Nadal frontal an

    Doping-Wirbel vor den Australian Open. «Anabolika sind Klassiker im Tennis», sagt Professor Fritz Sörgel. Auch bei Weltstar Rafael Nadal? «Er zeigt Auffälligkeiten.» Professor Fritz Sörgel (70), ein Doping-Experte vom Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Nürnberg (De), sieht das anders. In einem Interview mit sport1.de sagt er: «Tennis ist in den Top vier, wenns um Doping geht.» Hinter Wintersport, Leichtathletik und Rad. Anlass dieser Aussage ist der kürzlich aufgedeckte Doping-Skandal um Nicolas Jarry und Robert Farah, zwei Tennis-Profis, die auf anabole Substanzen positiv getestet wurden. Bei welchem grossen Tennis-Spieler er einen Doping-Verdacht hege, wird Sörgel gefragt. Der Experte: «Rafael Nadal hat einige Auffälligkeiten gezeigt. Da habe ich einen Dauerverdacht. Bezüglich Regeneration und seiner gesamten Athletik. Hinzu kommt, dass er auch noch aus Spanien kommt, einem Land, das nicht gerade dafür bekannt ist, seine Helden besonders genau zu verfolgen.» Schreibt BLICK.

    Die Gerüchte um den spanischen Tennis-Superstar zirkulieren seit es den spanischen Doktor Fuentes gibt. Man nennt Nadal ja nicht umsonst die «wandelnde Apotheke». Des Volkes Mund würde dazu wohl sagen: Wo Rauch ist, ist auch Feuer.

  • 16.1.2020 - Tag der Leuchttürme

    Andreas Glarner ist neuer Parteipräsident: «Die SVP Aargau ist ein Sanierungsfall, sie soll ein Leuchtturm werden»

    Die Delegierten der SVP Aargau haben Andreas Glarner zum neuen Parteipräsidenten gewählt. Er überzeugte am Montagabend eine klare Mehrheit mit einer Brandrede. Er wird Nachfolger von Thomas Burgherr. Gegenkandidat Rolf Jäggi erreichte nur rund ein Drittel aller Stimmen. Im Vorfeld des gestrigen Parteitags in Lupfig galt parteiintern eher Rolf Jäggi als Favorit, weil Glarner als zu extrem galt, der eventuell SVP-Sympathisanten vertreiben könne. Doch es kam anders. Das zeichnete ab, je länger der Parteitag am Mittwochabend in Lupfig dauerte. Die Stimmung und die Voten im Saal kippten eindeutig zugunsten von Andreas Glarner. Andreas Glarner sprach nach Jäggi und versprach nicht zuviel mit seiner angekündigten «Brandrede». Glarner kam gleich zur Sache und mahnte seine Parteikollegen, dass es nicht so weiter gehen könne. «Die SVP ist ein Sanierungsfall», sagte Glarner. «Ja, wenn man jeden fünften Kunden verliert, also Wähler, ist man ein Sanierungsfall.» Glarner machte klar: Die nationalen Themen seien entscheidend, auch bei den Grossratswahlen. Es gebe kaum kantonale Themen, die im Sorgenbarometer der Schweizer wirklich wichtig seien. Glarner kritisierte Parteikollege Werner Laube, ohne dessen Namen zu nennen, der ihn in einem AZ-Artikel als «Imageproblem für die SVP» bezeichnet hatte. Glarner griff auch die Medien an: «Wir machen unseren Job nicht richtig, wenn die Medien uns plötzlich lieben würden.» Glarner nannte und kritisierte explizit auch die AZ. Im Gegensatz zu Jäggi nahm Glarner auf Vorbild Christoph Blocher Bezug. Nur dank ihm sei die SVP heute so stark. Glarner versprach, als Präsident die SVP Aargau zum «Leuchtturm für andere SVP-Sektionen in der Schweiz zu machen». Glarner Szenenapplaus. «Sie werden es keinen Tag bereuen, wenn Sie mir die Stimme geben.» Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Ein Parteipräsident, den man laut Gerichtsurteil ohne juristische Folgen einen «Dummschwätzer» nennen darf, frei übersetzt also sowas wie ein Leuchtturm der Dummheit*, ist tatsächlich ein Sanierungsfall. Da hat der grosse Social Media-Dummschwätzer recht. Jetzt muss Glarner nur noch den Hobel am richtigen Ort ansetzen, dann wird vielleicht doch noch was aus ihm. Nichts ist schon.

    *Da der «Dummschwätzer» vom Dienst gegen alles und jeden klagt, sei hier vorbeugend erwähnt, dass es sich bei dieser freien Übersetzung um reine Satire handelt.

    Andreas Glarner
  • 15.1.2020 - Tag der geschlossenen Hose

    Minnas G. (30) wurde bei den Lenzerheide Bergbahnen fristlos entlassen: «Ich habe doch nur Pornos geschaut!»

    Minnas G. (30) schaute im Pausenraum Pornos. Und wurde von der Lenzerheide Bergbahnen AG (LBB) dafür rausgeschmissen. Das findet er übertrieben. Denn: «Meine Hose war immer zu!» Die LBB ergänzt ihr Reglement nun mit einem Porno-Passus. Er arbeitete hart als Saisonnier und Betriebsangestellter bei den Lenzerheide Bergbahnen AG (LBB). Bis vor wenigen Tagen reichte Minnas G.* (30) den Gästen am Skilift Valbella den Bügel. Doch letzte Woche erhielt er die fristlose Kündigung. Der Vorwurf: Er soll bei der Arbeit Pornos geschaut haben – vor anderen Mitarbeitern. Gegenüber BLICK gibt der Entlassene unverhohlen zu: «Ja, ich habe im Pausenraum Pornos geschaut. Die fristlose Kündigung finde ich aber übertrieben.» Er relativiert den Vorfall: «Meine Hose war ja immer zu!» Und: «Es war auf meinem privaten Tablet morgens, bevor der Betrieb losging.» Schreibt BLIGG.

    Mit geöffneter Hose wär' das dem guten Minnas nicht passiert. Von ex-Stadtpräsident Geri Müller lernen heisst siegen lernen.

  • 14.1.2020 - Tag des Greta Modells

    Im Tunnel wirds unangenehm wegen undichter Klimaanlagen: Durchzug im neuen Stadler-Zug

    Der kupferfarbene Traverso ist das neue Zugpferd der SOB-Flotte. In Sachen Komfort macht er etwas her. Doch im Tunnel weht den Fahrgästen ein rauer Wind um die Nase. Erste Mängel müssen behoben werden. Derzeit fröstelt es Passagiere auf der Voralpenroute der Südostbahn (SOB) von St. Gallen nach Luzern. Genauer: im Rickentunnel. Während der vierminütigen Durchfahrt weht im neuen Stadler-Zug ein spürbarer Wind – im Innenraum bei den Fahrgästen! Ein Konstruktionsproblem. Eine Kinderkrankheit. Der Traverso, das neue Zugpferd der SOB, rollt erst seit letztem Juni über die Gleise. Und die ersten Monate zeigen: Es gibt ein Problem bei den Klimaanlagen. Dabei schwärmte Toni Häne (56), Leiter des SBB-Personenverkehrs, bei der Präsentation vor wenigen Monaten: «Alles hochwertig, eindeutig!» Schreibt unser aller BLIGG.

    BLIGG irrt sich wieder mal gewaltig. STADLER ist wie immer der Zeit voraus. Der bemängelte Durchzug ist beabsichtig, denn damit fährt der «Traverso» als erste Zugskomposition der Welt absolut CO2-frei und klimaneutral durch die Landschaft. Wie Peter Spuhler von STADLER Rail auf Anfrage von LUZART, der zärtlichsten Versuchung seit es Schokolade gibt, mitteilt, wird der «Traverso» auf Empfehlung seines Freundes und Stadler-Aktionärs Friedrich Merz ab sofort nur noch als Modell «Greta» verkauft. Smörebröd.

    STADLERS Greta-Train
  • 13.1.2020 - Tag der Imageprobleme

    Showdown ums Aargauer SVP-Präsidium: Parteikollege schiesst scharf gegen Glarner, Jäggi geht als Favorit ins Rennen

    Am Mittwoch wählt die SVP Aargau einen neuen Parteipräsidenten. Kandidat Andreas Glarner hat einen schweren Stand. Der langjährige Wahlkampfleiter Werner Laube warnt: Glarner sei ein Imageproblem für die SVP. Gegenkandidat Rolf Jäggi geht als Favorit ins Rennen, auch bei ihm gibt es aber Fragezeichen. Nicht alle in der SVP waren erfreut, als vor Wochenfrist die Namen der zwei Nominierten für das Parteipräsidium bekannt wurden. Andreas Glarner zu extrem, Rolf Jäggi zu farblos, fanden einige SVP-Politiker. Ein ehemaliger Parlamentarier bat die Parteileitung sogar, nochmals über die Bücher zu gehen und die Wahl im Zweifelsfall zu Gunsten einer erweiterten Auswahl zu verschieben. Glarner versucht es nicht zum ersten Mal mit dem Sprung an die Parteispitze. Bereits 2005 trat er an, unterlag damals aber Thomas Lüpold. 2012 brachte sich Glarner wieder als Parteipräsident ins Spiel, verzichtete dann aber zu Gunsten von Thomas Burgherr auf eine Kandidatur. Jetzt versucht es Glarner nochmals. Trotz Aufstieg in den Nationalrat und landesweiter Bekanntheit hat Glarner bei seinen Aargauer Parteikollegen aber einen schweren Stand. Wer sich umhört, stösst immer wieder auf Bedenken gegenüber Glarner als möglichen Parteichef.

    «Andy Glarner ist ein Imageproblem für die SVP»

    Offen und ungeschminkt sagt dies Werner Laube, der langjährige Wahlkampfleiter der SVP Aargau. Laube traut Glarner zwar durchaus zu, «das Amt als Präsident der SVP Aargau problemlos bewältigen zu können» und attestiert ihm, «mutig für seine Überzeugung hinzustehen» und «im rechten Spektrum der Partei Wähler mobilisieren zu können». Aber für Laube überwiegen die Negativpunkte: «Seine provokative, manchmal unbedachte und oft auf die Person zielende Art wirkt auch für viele Wähler und Sympathisanten der SVP unsympathisch.» Vor allem Frauen und Junge, glaubt Laube, könnten sich nicht mit Glarner identifizieren. «Andy Glarner ist keine Identitätsfigur für die SVP Aargau; gemässigte Parteimitglieder und Sympathisanten könnten sich von der SVP abwenden.» Laubes Fazit: «Andy Glarner ist aus meiner Sicht ein Imageproblem für die SVP und keine Identifikationsfigur für die SVP Aargau.» Das sind harte Worte gegenüber einem Parteikollegen. Darauf angesprochen, kontert Glarner gewohnt angriffig: «Das sind keine echten SVPler», meint er zur Befürchtung, er würde gemässigte Mitglieder und Sympathisanten abschrecken. «Es geht hier nicht um die Ausrichtung», so Glarner, «Jäggi und ich sind inhaltlich nicht weit auseinander. Es geht mehr darum, wie wir unsere Politik verkaufen. Und da stehe ich für ein pointiertes Auftreten. Der Schmusekurs der letzten Jahre war nachweislich nicht erfolgreich.» Schreibt die AZ.

    Jäggi irrt sich. So hervorragend ist das Image der SVP nun auch wieder nicht, dass ausgerechnet Glarner für die Partei ein Imageproblem darstellen könnte. Da gäbe es genügend andere Kandidaten. Auch wenn unser aller Fastfinger Andy, der die «pointierten» Social Media-Posts meistens so schnell online stellt, dass seine Hirnfunktion zeitlich damit kaum Schritt halten kann, gemäss Gerichtsentscheid «Dummschwätzer» genannt werden darf. Das ist eigentlich nur die logische Konsequenz für einen, der ausschliesslich die Strategie «Angriff» beherrscht, in der Verteidigung jedoch jämmerlich versagt und sich dadurch immer wieder der öffentlichen Lächerlichkeit preisgibt. Er wird nie begreifen, dass seine kruden Social Media-Auftritte nichts anderes als Schreie in eine absolut bedeutungslose* Echokammer sind. Ähnlich einem Stammtisch, an dem nur Gleichgesinnte poltern. Zitieren wir Napoleon I. Bonaparte: «Die Kriegskunst besteht in der Berechnung einer grossen Anzahl Fälle, deren Eintritt auf dem Kriegsschauplatz als möglich angenommen werden muss.» Glarner darf zwar folgenlos «Dummschwätzer» genannt werden; dumm ist er deswegen trotzdem nicht. Im Gegenteil. Doch leider fehlen ihm für den Aargauer SVP-Präsidentensessel die strategischen Fähigkeiten der klugen Voraussicht, wie sie Napoleon beschreibt, die der Korse allerdings auch nicht immer befolgt hat. Und, wie die Geschichte beweist, letztendlich trotz seiner «pointierten» Reden immer wieder gescheitert ist. Es darf angenommen werden, dass auch die Aargauer SVP unter Glarner ihr Waterloo erleben würde.

    * Der deutsche Grünenchef Robert Habeck hat nach unliebsamen Erfahrungen mit Trolls and Prolls seine Social Media-Accounts wie Facebook und Twitter im Januar 2019 gelöscht. Und? Hat es ihm geschadet? Habeck ist mehr denn je einer der populärsten Politiker Deutschlands und seine schon damals gewaltige Medienpräsenz hat nach dem Social Media-Ausstieg nicht abgenommen, sondern – haltet Euch fest Ihr unverbesserlichen Facebook-Apologeten – sogar zugenommen! Es ist halt nicht jeder ein Trump, der die Welt via Twitter in Atem halten kann. Oder frei nach Highlander: «There can only be one!» (Es kann nur einen geben.) Habeck hat dies begriffen. Blocher übrigens auch.

  • 12.1.2020 - Tag der intellektuellen Ödnis

    Heisshunger auf Mietwohnungen: Diesen Firmen gehört die Schweiz

    Swisslife, UBS, Credit Suisse, ZKB und Migros gehören Zehntausende Mietobjekte. Insgesamt sind bereits 40 Prozent im Eigentum von Unternehmen. Privatbesitzer ziehen sich zunehmend zurück. Hunderte Menschen, alte und junge, zuversichtliche und erschöpfte, stehen in Zürich für eine preiswerte Wohnung an. Die Schlange reicht über mehrere Strassenzüge, geht sogar ums Eck. Solche Szenen wurden zum Sinnbild verfehlter Wohnungspolitik. Knapper und daher hoch begehrter Wohnraum hat vor allem in den Metropolen zu ständig steigenden Mietpreisen geführt. Jetzt macht der Notstand natio­nale Schlagzeilen: In einem Monat stimmt die Schweiz über die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» ab, die von Bund und Kantonen verlangt, preisgünstige Mietobjekte verstärkt zu fördern. Bei der Abstimmung geht es auch um eine Glaubensfrage: Welche Wohnungsbaupolitik die Wähler wollen. In den letzten Jahren haben Fonds, Versicherungen, Anlagestiftungen, Bankengruppen und Pensionskassen immer mehr Grundbesitz angehäuft und dort Gebäude hochgezogen. Warum sie einen solchen Heisshunger auf Häuser entwickeln, liegt auf der Hand: In Zeiten von Negativzinsen versprechen Immobilien attraktivere Renditen als andere Anlagen. Eine absurde Folge dieser Entwicklung: Weil auch Pensionskassen eine möglichst satte Rendite anstreben, um ihre Renten zu sichern, zahlen deren Mieter im Interesse der eigenen PK-Vorsorge eine höhere Miete. Schreibt SonntagsBlick.

    Die Immobilienfirmen haben zu viel Macht, schreibt SonntagsBlick-Chefredaktor Gieri Caveltyzu diesem Thema in seinem Editorial. Wie wahr! Und wer sichert sie ihnen dauerhaft? Frei nach Rolf Hochhuth: Die furchtbaren Lobbyisten des Parlaments. Beispiel gefällig? Der solariumgebräunte Luzerner FDP-Ständerat und Liebling aller Schwiegermütter Damian Müller ist einer dieser Spezies, der in sämtlichen Interviews vor der Herbstwahl 2019 nicht müde wurde, stets ungefragt – vermutlich proaktiv um gewissen Gerüchten entgegenzuwirken – und mit einem klaren Bekenntnis zu seiner intellektuellen Ödnis darüber zu palavern, dass er um Gotts Willen nicht schwul sei, anstatt detailliert über seinen Teilzeitjob bei Swisslife und seine Mandate bei Innerschweizer Immobilienklitschen (Architekturbüros etc.) zu reden*. Ein Schelm wer Böses denkt.

    * Der Fairness halber sei erwähnt, dass die Journalisten Müller nicht danach gefragt haben. Was ja auch nicht unbedingt für journalistische Qualität spricht. Und diejenigen, die es wagten, die Wohlfühlatmosphäre des grossen Staatsmannes (frei nach Franz Josef Strauss) und Bundesrates in spe zu durchkreuzen, wurden von ihm, der die meisten seiner Antworten von seinen Scripts abliest, abgekanzelt oder mit ellenlangen Mails der endlosen Besserwisserei (ebenfalls irgendwo abgeschrieben) bombardiert.

  • 11.1.2020 - Tag der Onlineshop-Medien

    Beizentauglich, machtbewusst und fleissig: So muss Röstis Nachfolger sein

    Dieses Wochenende stellt die SVP die Weichen für die Nachfolge von Albert Rösti. BLICK sagt, was der künftige SVP-Präsident können muss. Dieses Wochenende schafft die SVP-Spitze Klarheit. An ihrer jährlichen Kadertagung im Vier-Stern Hotel Bad Horn in Horn TG wird sie eingrenzen, wer Nachfolger von Parteipräsident Albert Rösti (52) werden soll. Am Freitag legte der neunköpfige Parteileitungsausschuss das Anforderungsprofil für die Kandidaten fest: Was muss der Neue können, was muss er leisten? Sechs Eigenschaften sind unerlässlich:

    1. Der Stil des netten Albert Röstis gehört der Vergangenheit an. Das Experiment «hart in der Sache, anständig im Ton» ist gescheitert. Röstis Nachfolger wird wieder mehr provozieren müssen – so wie seine Vorgänger Toni Brunner (45) und Ueli Maurer (69) das taten. Allerdings: Ein richtiger Scharfmacher fehlt bei den möglichen Nachfolgern.

    2. Auch wenn sich in der SVP-Elite vermehrt Akademiker tummeln: Der Präsident muss Beizentauglich sein. Dort ankommen, wo die SVP ihre Wähler hat – auf dem Land, in den kleineren Gemeinden, bei den Büezern, Bauern und Rentnern. Hier hätten sicher Malermeisterin Sollberger und Landwirt Dettling Vorteile.

    3. Der Neue muss begeistern können – bei den letzten Wahlen sind viele SVP-Sympathisanten den Urnen ferngeblieben. Auch mit Initiativen und Referenden tut sich die grösste Partei des Landes schwer. Die SVP muss ihre Leute wieder mobilisieren – sonst verpuffen die politischen Forderungen.

    4. Gleichzeitig braucht die SVP einen Strategen an der Spitze – einen, der mit anderen Parteien dealen und sie gleichzeitig vor sich hertreiben kann. Das ist Rösti zu wenig gelungen – im Bundeshaus gab mehr und mehr Fraktionschef Thomas Aeschi (40) den Ton an.

    5. Das heisst auch: Der neue Präsident muss Lust an der Macht haben. Nicht nur, um sich als Leitwolf durchzusetzen, sondern auch, um die Kantonalparteien auf Linie zu bringen.

    6. Französisch-Kenntnisse sind mehr als nur von Vorteil. Um die stockende Eroberung der Romandie voranzutreiben, ist der neue SVP-Chef am besten bilingue.

    Herrlich! Unser aller Onlineshop* mit angegliedertem Boulevardblättchen «diktiert» der SVP das Anforderungsprofil für den zukünftigen Parteipräsidenten. LUZART, die zärtlichste Versuchung seit es Schokolade gibt, liefert noch einen siebten Punkt: Unwählbar sind alle Kandidaten der SVP, die öffentlich «Dummschwätzer» genannt werden dürfen. Womit der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner bereits aus dem Rennen ist. Mehr noch: Unter dieser Prämisse muss man sich fragen, ob da überhaupt noch jemand aus den Reihen der SVP in Frage kommt? Einige, auf die Punkt sieben nicht zutrifft, haben ja bedauerlicherweise längst abgesagt. Wie zum Beispiel der Luzerner SVP-Nationalrat Franz Grüter. Schade. Sehr schade sogar. Der Mann hätte alle Voraussetzungen, die SVP mit Anstand und der notwendigen Kompetenz in eine Zukunft zu führen, in der die Digitalisierung eine wesentliche Rolle spielen wird.

    * Sehen Sie sich unter dem «BLIGG-Impressum» (scrollen hilft Ihnen da weiter) mal die Onlineshop-Aktivitäten von Ringier an. Dann verstehen Sie auch, weshalb BLIGG bei jedem Aufruf über das Internet mit vollkommen lächerlichen Argumenten um Ihre Registrierung buhlt. Es geht nur um Ihre persönlichen Daten. Die sind für jeden Online-Händler bares Geld wert. Der Fairness halber sei erwähnt, dass alle dem Tod geweihten Printmedien diese Unart praktizieren. Teilweise wird sogar die Telefonnummer für die «Freischaltung» verlangt (SRF). Da wundert man sich, dass unser Datenschützer ruhig auf seinem gemütlichen Stuhl sitzen bleibt.

  • 10.1.2020 - Tag der asiatischen Gäste

    Touristen aus Indien sorgen für Besucherrekord in Baden – doch nicht allen ist zum Jubeln zumute

    Noch vor wenigen Jahren waren Gäste aus Indien in Baden eine Seltenheit. 1500 Mal übernachteten sie im Jahr 2015 in der Stadt, machten damit nur einen Bruchteil aller Logiernächte aus. An der Spitze der Herkunftsländer lagen damals (hinter der Schweiz) Deutschland und die Vereinigten Staaten. Inzwischen sind die Inderinnen und Inder die wichtigsten ausländischen Hotelgäste geworden: Die Zahl ihrer Übernachtungen in der Stadt ist um das Achtfache gestiegen, lag 2018 bei 12850 und in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres bereits wieder bei über 11'000. Schreibt die AZ.

    Und so haben alle Schweizer Städte ihre ganz speziellen Gäste. Baden freut sich über etwas mehr als 10'000 Inder und Luzern ist inzwischen der unumstrittene Hotspot für Uhren, flotte Senioren und Chinesen. Nur mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass inzwischen knapp 300'000 Chinesen die schönste Stadt der Welt, also Luzern, pro Jahr (heim)suchen. Von solchen Zahlen ist Baden noch weit entfernt. Und etwas soll hier nicht unerwähnt bleiben: Die chinesischen Gäste haben auch so ihre ganz speziellen Eigenarten. Laut und ausgiebig Furzen am Esstisch im Luzerner China-Restaurant und auf der Rolltreppe im Manor-Kaufhaus ist nur eine davon. Aber die Gäste aus Indien sind noch etwas spezieller. Die verrichten gleich die Notdurft in einer Ecke auf Charly Buchers Touristenschiff und fackeln die Hotelsuite ab, weshalb sich vor zehn Jahren einige Luzerner Hotels weigerten, indische Gäste zu beherbergen. Das ist inzwischen nicht mehr der Fall. Man nimmt ihnen an der Rezeption schon beim Einchecken die Gaskocher ab. Don't curry, be happy.

  • 9.1.2020 - Tag der Sonnenbräune

    CVP und BDP wälzen Zukunftspläne: Mit Fusion gegen den Untergang?

    Kommt's nun doch zum Zusammenschluss der CVP und BDP? Hinter den Kulissen loten die Parteichefs Varianten aus. Einige Kantone machen Dampf. Die Mitteparteien denken laut über ihre Zukunft nach – und wälzen im Geheimem mögliche Strategien. Einerseits die CVP. Parteichef Gerhard Pfister (57) lässt derzeit analysieren, ob das «C» aus dem Parteinamen verschwinden soll. «Ich hatte im Wahlkampf viele Reaktionen von Leuten, deren politische Positionen mit denjenigen der CVP übereinstimmen. Sie unterstützten unsere Politik, sagten aber, sie könnten keine katholische Partei wählen», sagte er im BLICK-Interview. «Darauf müssen wir als Partei, die durchaus christliche Werte wie Solidarität vertritt, deswegen aber nicht konfessionell ausgerichtet ist, eine Antwort finden.» Ein Entscheid soll bereits im Juni fallen. Schreibt BLICK.

    Eigenartig. Gilt doch in der Schweiz nebst dem Rütlischwur die geheiligte und unantastbare Doktrin, dass der Markt alles regelt. Der Markt hat an den Wahlurnen im vergangenen Herbst 2019 ein klares Urteil gesprochen: Die BDP braucht niemand mehr – ein paar Hardcore-Gläubige und die an den Futtertrögen des Staates mampfenden BDP-«Staatsbeamten» ausgenommen. Normalerweise schickt doch unser aller Markt gescheiterte Unternehmen in die Insolvenz oder schliesst sie. Wickelt sie ab. Doch die BDP will eine Fusion mit der CVP. Vermutlich als Infusion für die ansonsten arbeitslosen BDP-ParlamentarierInnen. Die können ja nicht alle auch noch bei den Schweizer Krankenkassen untergebracht werden. Diese Posten sind schliesslich längst von FDP, SVP, SP, Grüninnen und Grünen und der CVP besetzt. Irgendwen vergessen? Stimmt: Denis Kläfiger, der etwas arg sonnengebräunte Chef der BDP Luzern, arbeitet nicht in einem Solarium, sondern ebenfalls bei einer Krankenkassen-Versicherung.

    Warum fällt mir jetzt ausgerechnet Dieter Bohlen ein? Vor vielen vielen Jahren (ist nicht mal mehr auf Google zu finden) nannte ein deutsches Presseprodukt – ich glaube, es war das göttliche Satiremagain TITANIC – den grossartigsten Gitarrenspieler und Komponisten aller Zeit eine «sonnengebräunte Sanges-Schwuchtel». Bohlen klagte und bekam von den Richtern nicht nur recht, sondern auch ein erkleckliches Sümmchen als Wiedergutmachung für seine verunglimpfte Macho-Ehre. Ahhh. Jetzt fällt mir wieder ein, wieso mir diese uralte Schmonzette plötzlich in den Sinn kam. «Etwas arg sonnengebräunt» – darf man das schreiben? Vermutlich schon, oder? Hat ja nichts mit Gesang zu tun. Andererseits: Radio Sunshine hat mich mal wegen dem Begriff «Lockenwickler-Radio» angezeigt. Verbalinjurie. Aber diese Geschichte erzähle ich Ihnen später mal. Herzlichst. Ihr Doktor Luzart.

    Denis Kläfiger BDP Luzern
  • 8.1.2020 - Tag der Warmherzigen und Unbarmherzigen

    Weisse Pracht, schwarze Zahlen, rote Köpfe an den Festtagen: Alpiner Tourismus jubelt über starken Saisonstart – anders die Skifahrer

    Rekordandrang in höher gelegenen Wintersportgebieten: Der Boom über die Festtage freut die Bergbahnen und ärgert manchen Skifahrer. Zum Start der Wintersaison zog es die Menschen auf die Skipisten. Die Bergbahnen transportierten rund 17 Prozent mehr Gäste als in den letzten fünf ­Jahren, wie der Verband Seilbahnen Schweiz mitteilt. Einige Skigebiete erreichten neue Tagesrekorde. Die Kehrseite: Auf vielen Pisten wurde es eng. Die Wartezeiten vor den Liften waren teilweise hoch, doch oft war das nicht das Hauptproblem, weil in den grossen Skigebieten die Kapazitäten in den letzten Jahren ausgebaut wurden. Eben noch die Tourismuskrise, und nun ist es auch wieder recht: zu viele Leute in den Bergen, Dichtestress, Overtourism! Für die Overtourism-These gibt es reichlich anekdotische Evidenz. Buchungssysteme sind unter dem Andrang kollabiert, hochgelobte Apps ebenso. Tagestouristen steckten im Stau, mussten sich vor den Ticketschaltern gedulden. In Parkhäusern kommt es zu Staus und später zur Schlagzeile: «Die Leute im Parkhaus wurden aggressiv.» Schreibt die Aargauer Zeitung.

    Was sagt eigentlich Greta (Gössi, die klimabakterische Wendehalspäpstin) zu diesem Thema? Und was meint ihr warmherziger Ständerat Damian Müller aus dem Kanton Luzern, der sich im Wahlkampf vom letzten Herbst mit seinen lauwarmen* Statements so vehement für eine Flugticketabgabe einsetzte? Wäre da nicht eine klimatisch bedingte Skipistenticketsteuer fällig? Das wäre doch eigentlich nur die logische Konsequenz aus den Verlogenheitsparolen der Wendehalspartei der «Freien Demokraten».

    * Um allfälligen Klagen wegen «Verbalinjurien» vorzubeugen: Der Begriff «lauwarm» wird in keiner Art und Weise in Bezug auf sexuelle Präferenzen irgendeiner Person verwendet, sondern ausschliesslich, wirklich und wahrhaftig nur im Zusammenhang mit dem lauwarmen Klima in unseren winterlichen Breitengraden. Alle anderen Deutungen dieses Begriffes sind frei erfunden.

  • 7.1.2020 - Tag der Aargauer Nebelschwaden

    Das Mittelland ist die Badewanne des Nebels

    Kräftige Gewitter in den Sommermonaten und Schneefälle sowie heftige Stürme im Winter. Das ist es , was Meteorologen lieben – also Spannung und Abwechslung. Je nachdem, wie intensiv man sich mit dem Wetter beschäftigt, kommt es vor, dass man mehrmals täglich die Wettermodelle konsultiert, um sich über die neusten Berechnungen zu informieren. Als am zuverlässigsten gilt unter den meisten Schweizer Meteorologen das europäische Wettermodell des European Centre for Medium-Range Weather Forecast (ECMWF) in Grossbritannien, an welchem sich die Schweiz gemeinsam mit 21 weiteren europäischen Staaten beteiligt. Als Abgleich wird mit zweiter Priorität meist das US-amerikanische Global Forecast System (GFS) konsultiert, welches vier Mal täglich – und somit doppelt so oft wie das europäische Modell – die Prognosen neu berechnet. Schreibt das Zofinger Tagblatt.

    Liebe Aargauerinnen und Aargauer. Nebel ist für Euch nicht nur eine triste Angelegenheit, sondern auch ein sehr gefährlicher Zustand. Sieht man doch die weissen Socken nicht im Nebelmeer. Doch frei nach Hölderlin wächst in der Gefahr das Rettende auch. Wenn Euch die Nebelschwaden aufs Gemüt drücken, besuchen Sie doch ganz einfach die wunderschöne Stadt Luzern. Am Fusse des Pilatus scheint stets die Sonne und Regentage kennt man kaum. Ausserdem können Sie mit «learning by doing» den ersten Crash-Sprachkurs der chinesischen Sprache absolvieren, was für die Zukunft wohl bald wichtiger als englisch sein wird.

  • 6.1.2020 - Tag der Lauwarmen

    FDP-Präsidentin Gössi teilt im grossen Interview gegen links und rechts aus: «Die SVP politisiert an der Bevölkerung vorbei»

    Die Öko-Welle hat die FDP in Bedrängnis gebracht. Die Partei werde vermehrt Referenden ergreifen müssen, ist Petra Gössi überzeugt. Die FDP-Präsidentin spricht über den neuen Parteikurs, die Europa-Politik und das soziale Sprengpotenzial der Negativzinsen. FDP-Chefin Petra Gössi (43) führt ihre Partei seit vier Jahren. Als sie die FDP von ihrem Vorgänger Philipp Müller (67) übernommen hat, hatte dieser eine Trendumkehr geschafft. Mit der Partei ging es wieder aufwärts. Doch bei den Wahlen vom Oktober 2019 wählten nur noch 15,1 Prozent freisinnig. Gössi lässt sich davon aber nicht entmutigen, wie sie beim Treffen in ihrem Büro in Zürich bei Kaffee und Weihnachtsschoggi klarmacht. Schreibt BLIGG.

    Oh je, die bedauernswerte Frau Gössi mit ihrem warmseligen Personal teilt nach allen Seiten aus und wirft der SVP genau das vor, was sie mit ihrer eigenen Wählerschaft praktiziert hat. Peinlich! Vermutlich als Folge einer tiefen Frustration, resultierend aus ihrer unglaubwürdigen Wendehalspolitik in Sachen Klimapolitik bei den letzten Wahlen und dem desaströsen Wahlergebnis. Kommt hinzu, dass hinter jedem Wasserfall die Messer gegen Greta Gössi gewetzt werden.

  • 5.1.2020 - Tag der Positivity-Stars

    Hater attackieren Morena für Vergewaltigungs-Post

    Body-Positivity-Star Morena Diaz hat auf Instagram geschrieben, dass sie vergewaltigt wurde. Die Reaktionen darauf fallen teils heftig aus. «Ich wurde vergewaltigt und es tut immer noch weh.» Mit diesem Bekenntnis sorgte die bekannte Aargauer Primarschullehrerin Morena Diaz am vergangenen Donnerstag für Aufsehen. Der Vorfall hat sich laut ihres Posts drei Tage vor Heiligabend 2018 nach einem gemeinsamen Abendessen ereignet. Ihr Fall sei kein Einzelfall, schreibt sie im Post, und deshalb breche sie nun ihr Schweigen. Während viele diesen Schritt unterstützen und Diaz dafür loben, gibt es auch einige, die ihre Geschichte anzweifeln. «Sie sind eine feige Lügnerin», steht in einem Kommentar. «Sie sollten sich schämen», in einem weiteren. «Wen wundert's, bei jemandem, der sich so präsentieren muss», schreibt jemand – und dies öffentlich. Schreibt das Pendler-Magazin 20Minuten.

    Na ja, Body-Positivity-Star Morena Diaz hat vermutlich mit voller Absicht einen kalkulierten Post über ihre Vergewaltigung auf Instagram veröffentlicht. Wohlwissend, was auf sie zukommen wird. Wenn nicht, dürfte an Ihrer Intelligenz gezweifelt werden. In ihrem «Stardasein» und dem Buhlen um Aufmerksamkeit sind Klicks, Verlinkungen und Reaktionen bares Geld wert. Ohne diese Ingredienzen läuft auf diesen Plattformen rein gar nix. Man ist fast geneigt zu sagen «Gleich und Gleich gesellt sich gern». Denn ohne Dumpfbacken-Follower wäre Diaz kein Star, was immer auch ein «Body-Positivity-Star» sein soll. (Wertfrei!)

    Mögen die Reaktionen ihrer Follower auch noch so krude sein und sich jenseits von Gut und Böse bewegen: Ohne diese Klick- und Sprachvergewaltiger wäre Instagram völlig wertlos. Das einmal mehr inflationär verwendete Wort «Hater» wird dieser Shortnews hörigen Klientel nicht gerecht. Diese etwas unbedarften Menschen hassen nicht. Sie sondern nur das ab, was sie intellektuell zu leisten vermögen. Und das ist in der Regel halt nicht unbedingt Goethes Sprachschatz, sondern Aldi-Speech. Formerly known as Gossensprache.

    Dazu kommen noch die üblichen Durchlauferhitzer wie 20 Minuten, die über die «attackierte Morena» berichten und damit das Publikum jenseits von Instagram bedienen, denen der Instant-Müll und Morenas Befindlichkeiten normalerweise am Allerwertesten vorbeigehen. Was LUZART, die zärtlichste Versuchung seit es Schokolade gibt, jetzt auch gerade tut. So wir denn ehrlich sein wollen ... :)

  • 4.1.2020 - Tag der kleinen Yasna

    Zentralschweizer Neujahrsbaby: Pünktlicher hätte die kleine Yasna gar nicht auf die Welt kommen können

    Für die Familie Kabiri aus Erstfeld war die Silvesternacht kurz. Um 01:41 Uhr kam die kleine Yasna auf die Welt und ist somit das erste Baby in der Zentralschweiz, das im neuen Jahr geboren wurde. Für die Eltern geht ein grosser Wusch in Erfüllung. «Endlich! Ein Mädchen!» Die Freude bei Mutter Hasina Kabiri (23) und der ganzen Familie ist riesig. Kurz nach Mitternacht um 01:41 Uhr wurde die kleine Yasna geboren. Schon beim ersten Kind hatte das Paar, das aus Afghanistan stammt, ein Mädchen erwartet. Man habe rosa Kleider gekauft, doch dann kam ein Bub auf die Welt. Das war vor fünf Jahren, inzwischen lebt die Familie im Kanton Uri. Vor drei Jahren dann kam der zweite Sohn auf die Welt. Der Geburtstermin wurde damals auf den Neujahrstag errechnet. Doch das Baby kam ein paar Tage zu früh und wurde am 29. Dezember geboren. Sie habe schon schmunzeln müssen, als bei der dritten Schwangerschaft wieder der 1. Januar errechnet worden war, erzählt Hasina Kabiri. Diesmal stimmte der Termin, Yasna hätte also nicht pünktlicher auf die Welt kommen können. Schreibt die LZ.

    Das ist doch mal eine schöne Geschichte zum Jahresanfang in einer kriegerischen Welt. Drücken wir der kleinen Yasna sinnbildlich für alle ErdenbewohnerInnen die Daumen, dass alles gut wird.

  • 3.1.2020 - Tag der AMAG-Erbin

    Wohnen auf nur 45 Quadratmeter in Zollikerberg ZH: Amag-Erbin baut 40 Mikro-Häuser

    In Zollikerberg ZH entstehen 40 sogenannte Tiny Houses. Die Häuser mit maximal 60 Quadratmetern Wohnfläche sollen einem neuen Bedürfnis gerecht werden. Die Baueingabe erfolgt noch Anfang Jahr. Ein neuartiges Bauprojekt für das neue Jahr: Am Zollikerberg soll eine Überbauung mit insgesamt 40 Mietwohnungen in Form von Tiny Houses entstehen. Die Mikrohäuser an der Forchbahn-Haltestelle Waldburg in Zollikerberg ZH werden zwischen 45 bis 60 Quadratmeter gross sein. Jede Wohnung soll einen eigenen, ebenerdigen Hauseingang erhalten, was den Wohnungen die Qualität von kleinen Einfamilienhäusern gibt. Der Wohnraum erstreckt sich meist über zwei Geschosse und umfasst zwei bis drei Zimmer. Jedes Mikrohaus kommt zudem mit einem kleinen Garten von 20 bis 30 Quadratmetern daher. Das Ziel der Projektverantwortlichen der Immobilienfirma UTO Real Estate Management (UTO): Die Miete der Tiny Houses soll rund 2000 Franken pro Monat betragen. «In dieser Grösse gibt es in Zürich derzeit nichts Ähnliches zu mieten», sagt Niels Lehmann, Projektentwickler bei UTO REM. Lehmann sagt, die Tiny Houses würden einem neuen Bedürfnis der Menschen entsprechen: «Die Menschen wollen weniger Fläche verbrauchen und ihren Konsum einschränken.» Bei der Miete könne man viel sparen. Schreibt BLIGG.

    Endlich mal eine lobenswerte Erbin, die mit ihrem Erbe etwas Sinnvolles auf die Beine stellt: Wohnraum, der flächenmässig den Bedürfnissen vieler Menschen entspricht. Daran gibt es nichts auszusetzen. Ausser der Tatsache, dass die Immobilienfritzen den Trend längst kennen, ihn aber bewusst nicht umsetzen. Weniger Wohnfläche = weniger Gewinn. So die einfache Gleichung der Immobilienspekulanten. Dazu braucht es nicht mal einen Einstein, um diese Realitätsformel aufzustellen. Oder um es auf den Punkt zu bringen: Die Gier siegt über die Vernunft. Zweckmässige Bauten statt Geistersiedlungen des Dagmerseller Immobilienmoguls (um nur ein widerwärtiges Beispiel zu nennen), und wir könnten die Abstimmung über «bezahlbaren Wohnraum» vergessen.

    IGD Grüter AG - Überbauung Nüeltsche Wohlenschwil
  • 2.1.2020 - Tag der Wohnungsmieten

    BLICK beantwortet die wichtigsten Fragen zur Miet-Initiative: Erbitterter Kampf um billigere Wohnungen

    Am 9. Februar 2020 stimmen wir über die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» ab. Gemäss Umfrage kommt sie im Volk gut an. Doch was will der Mieterverband genau? BLICK beantwortet die wichtigsten Fragen. Schreibt BLIGG.

    Liebe Immobilien-Spekulanten, Ihr dürft frohen Mutes auch im neuen Jahr weiter spekulieren und mit Geistersiedlungen hasardieren bis Eure Blase platzt. Fürchtet Euch nicht, Ihr Unseligen. Dass die von der SP halbherzig unterstützte Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» vom Volk abgelehnt wird, ist (fast) so sicher wie das Amen in der Kirche. Dafür werden die Stalinorgeln der Kommunikations- und Marketing-Strategen der vereinten Immobilienhaie schon sorgen. Die Kanonen und Panzerbrigaden der üblichen Verdächtigen aus den Lobbyisten-Parteien der FDP, CVP und – nicht zu vergessen die selbsternannte Mutter aller «kleinen» Leute, die am meisten unter den exorbitanten Mieten leiden, – unsere gute alte Tante SVP, werden aus allen Löchern schiessen und das ihrige zum Scheitern der Initiative beitragen. Schliesslich werden sie dafür bezahlt. Wessen Brot ich ess', dessen Lied ich sing'. So einfach ist das. Und das betroffene Wahlvolk? Wird wie immer bei solchen Abstimmungen an der Urne fehlen und einen neuen Minusrekord in Sachen «Wahlbeteiligung» aufstellen. Zu verantworten ausgerechnet von denjenigen, denen die hohen Schweizer Wohnungsmieten vermutlich am meisten weh tun. Die hadern in ihrer teuren Mietwohnung mit Verdichtungs-Gott Philipp Müller und der Welt, starren die Decke an und warten darauf, dass ihnen die gebratenen Tauben in Form von günstigen Mietzinsen ins Maul fliegen statt den Stimmzettel auszufüllen. «Ich kann ja eh nix ändern», so die dumme Ausrede. Dass Veränderungen in einer Demokratie nur an der Urne zu bewerkstelligen sind, werden diese Leute nie begreifen. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Darauf ist Verlass. Kommt hinzu, dass der Mieterverband nicht annähernd über die finanziellen Mobilisierungsmöglichkeiten der mächtigen Immobilien-Lobby verfügt. Das ist ein Kampf von David gegen Goliath. Dass David den riesigen Krieger Goliath aus den Reihen der Philister mit einer Steinschleuder besiegt haben soll tönt zwar gut, ist aber auch nicht mehr als eine Legende aus dem Alten Testament.

    PS: Bei einer Umfrage vom Handelsblatt über das Image von Berufen belegten die Immobilienhändler den zweitschlechtesten Platz, getoppt nur noch von den Versicherungsvertretern. Zum Glück für die Immobilien- und Versicherungsbranche fällt der Begriff «Kinderschänder» nicht unter die Berufsbezeichnungen. Wer weiss, wo die fleischgewordenen Zubetonierer und Verdichter in der Umfrage gelandet wären ...

  • 1.1.2020 - Tag der Veganerfürze

    «Bekam Wohnung nicht, weil ich Veganer bin»

    Grillpartys, Babystillen und Luxusprobleme: Zwei Veganer äussern sich in unserer Videoserie zu Klischees und Vorurteilen. Berichtet in Wort und Bild 20Minuten.

    Irgendwie verständlich, dass die Veganer keine Wohnung bekommen. Veganer-Fürze sollen ja fürchterlich stinken. Von all den exotischen Früchten aus fernen Kontinenten, die täglich extra für die Veganer eingeflogen werden. Und Veganerinnen und Veganer, ja selbst ihre Kinder, würden sogar auf Rolltreppen in Luzerner Kaufhäusern ab und zu einen fahren lassen. Nicht nur die chinesischen Gäste. Hört man jedenfalls. Ab und zu riecht man es sogar. Welche Mieter möchten mit solchen Leuten in einem Lift ins Penthouse fahren? Niemand! Nicht mal unsere chinesischen Gäste, die beim Pupsen in der Luzerner Öffentlichkeit wirklich nicht zimperlich sind. Nicht mal vor Buchelels Lolex-Tempel. Diese Unart sollte ihnen Präsident Xi unbedingt austreiben. Ein paar freie Betten in den Uiguren-Camps wird's ja wohl noch haben. Dann nehmen sich vielleicht auch unsere Veganerinnen und Veganer ein Beispiel an den Ni Haos und halten ihre furchtbaren Gemüseblähungen unter Kontrolle.

    Das ist doch mal ein Einstieg ins neue Jahr. Allerdings nicht ganz C02 frei.

    Bucherers Rolex-Tempel